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Central-Vereins-Dienst · 1927-05-30 · 3/4 (30.5.1927) · p. Seite 45

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Journal
Central-Vereins-Dienst
Volume
4 (1927)
Issue
3/4 (30.5.1927)
Date
1927-05-30
Page
Seite 45 (sequence 13)
Language
German
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Änderung lästiger Familiennamen. Im „Berliner Lokalanzeiger" hatte sich eine Firma Berndts & Co., Berlin W. 50, Ansbacher Straße 27, als Vermittlerin bei Aenderungen fremdsprachlicher, vor allem jüdischer lästiger Vor- und Familiennamen, empfohlen. Genaue Nachforschungen haben ergeben, daß der ganze Betrieb aus einem Herrn Dr. S c h i e 1 k e besteht, der zunächst gegen Nachnahmegebühren von 3,40 Mk. Prospekte versendet, in denen die wesentlichen Bestimmungen, die bei Anträgen auf Namensänderungen beachtet werden müssen, enthalten sind. Ob dieser Herr die Wünsche der Interessenten, von denen er 20 Mk. Gebühren verlangt, zu erfüllen vermag, ist uns nicht bekannt. Das hiesige Unternehmen soll nur eine Filiale des Königsberger Stammhauses sein, das aber unsere Königsberger Geschäftsstelle nicht ermitteln konnte. Wir bitten unsere Freunde und Mitarbeiter um Mitteilung, ob auch in anderen Orten Filialen dieses Unternehmens aufgetaucht sind, dessen Anzeigen in völkischen Blättern in der gewohnten geschmackvollen Art kommentiert worden sind. Begnadigte Synagogenattentäter. Die Leipziger Synagogen-Attentäter, welche zu längerer Zuchthausstrafe verurteilt waren, sind nach Zeitungsberichten begnadigt worden. Die Zuchthausstrafe war seinerzeit auf dem Gnadenwege in eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren umgewandelt worden. Von dieser Strafe haben sie ein Jahr verbüßt und für den Rest jetzt Bewährungsfrist erhalten. Schulbesuch an jüdischen Feiertagen. Der badische Minister des Kultus und Unterrichts erließ unterm 12. Januar dieses Jahres eine Verordnung, die ein erfreulich weitgehendes Verständnis für die Empfindungen der gesetzestreuen Juden zeigt. Der Wortlaut der Bestimmungen lautet: „t. Israelitische Schüler sind auf Verlangen ihrer Eltern oder Fürsorger vom Schulbesuche zu befreien: J a) an den beiden Tagen des Neujahrsfestes, b) am Versöhnungsfeste, c) am l.u. 7. Tage des Pesachfestes (Ostern), d) am 1. Tage des Wochenfestes (Pfingsten), e) am 1. und 9. Tage des Laubhüttenfestes. 2. An anderen israelitischen Festtagen und an Sabbaten sind die israelitischen Schüler nur während der Zeit des öffentlichen Gottesdienstes auf Verlangen ihrer Eltern oder Fürsorger von der Verpflichtung zum Schulbesuche zu entbinden. Keinesfalls aber sollen israelitische Schüler oder Schülerinnen beim Schulbesuch an Sabbaten und Festtagen gegen den Willen ihrer Eltern oder Fürsorger zum Schreiben, Zeichnen oder zur Fertigung von Handarbeiten angehalten werden. Auch ist bei Festsetzung der Stundenpläne auf die israelitischen Schüler in der Weise Rücksicht zu nehmen, daß, soweit tunlich, der christliche Religionsunterricht auf Samstag und auf die Zeit des israelitischen Gottesdienstes gelegt und auf diesen Tag solche Unterrichtsgegenstände angesetzt werden, bei welchen keine Arbeiten vorkommen, an denen israelitische Schüler nicht teilnehmen können. Diese Vorschriften finden auch auf die Schüler der Gewerbe- und der Handelsschulen Anwendung. Im Auftrage gez. Unterschrift." Regisseur Eisenstein — Nichtjude. Die Hetze, die von rechtsgerichteter Seite mit der Aufführung des Potemkin-Films in Deutschland zusammenhängt, und in deren Verlauf oft die Persönlichkeit des Regisseurs Eisenstein, der als Jude bezeichnet wurde, angegriffen worden ist, hat uns veranlaßt, nach dieser Richtung hin Erkundigungen einzuziehen. Wir sind heute ermächtigt, festzustellen, daß Eisenstein nicht Jude ist. * Verschiedene Anfragen haben uns zu der Feststellung Veranlassung gegeben, daß Professor Carl C 1 e w i n g und Fräulein von D e b i c k a von der Berliner Staatsoper nicht Juden sind. Fritz Kortner und Waldemar Liachowski sind Juden. Der Kammersänger Jan D e 1 m a soll Dissident sein. Wirtschaftspolitische Mitteilungen. Falschmeldung über Jakob Michael. Der „Völkische Beobachter" vom 27./28. 2. 1927 brachte in großer Aufmachung eine Mitteilung, daß sich der bekannte Großindustrielle Jakob Michael in Paris habe naturalisieren lassen und somit Vollblutfranzose geworden sei. — Auf unsere Veranlassung hat Herr Michael dem „Völkischen Beobachter" eine preßgesetzliche Berichtigung zugehen lassen, die in der Ausgabe vom 22. 3. 1927 in folgender Weise Aufnahme gefunden hat: „Die Angabe in der 48. Ausgabe, 40. Jahrgang, vom Sonntag/Montag, 27. und 28. Februar 1927 dieser Zeitung, daß Herr Jakob Michael sich habe in Paris naturalisieren lassen und/ somit Vollblutfranzose geworden sei, ist unrichtig. Wahr ist, daß Herr Michael seit seiner Geburt Deutscher ist und seine Nationalität niemals gewechselt hat." Reichsbank und der Jungdeutsche Orden. Die „Eislebener Zeitung" brachte in ihrer Nummer vom 15. 2. 1927 einen Bericht über eine Versammlung, die die dortige Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens abgehalten hatte. Der Redner des Abends, Bezirksdirektor Scholz, Halle, kam dabei auch auf die Reichsbank zu sprechen. — Der Vorsitzende unserer Ortsgruppe Eisleben sah sich veranlaßt, an den Großmeister des Jungdeutschen Ordens in Eisleben folgenden 45

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