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Central-Vereins-Dienst · 1927-05-30 · 3/4 (30.5.1927) · p. Seite 42

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Journal
Central-Vereins-Dienst
Volume
4 (1927)
Issue
3/4 (30.5.1927)
Date
1927-05-30
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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Hefte sind in der Masurischen Handelsdruckerei in Lotzen und in der Märkischen Buch- und Kunstdruckerei G. m. b. H., Berlin-Schöneberg, erschienen. Sämtliche Hefte befassen sich mit Astrologie, mit Aufzucht von Edelrassen, Blutsadel, Horoskopen usw. Der spiritus rector des Ganzen ist ein Herr H. A. W e i s h a a r. Die Standarte. Im Heft 3, Jahrgang 2, 1927 der „Standarte", Zeitschrift des neuen Nationalismus, herausgegeben von Franz Schauwecker und Wilhelm Kleinau, veröffentlichen die Herausgeber einen Aufruf zur Bildung von Standartengemeinschaften. Es handelt sich ohne Frage um die in den Kreisen der Rechtsparteien übliche Gründung von Lesergemeinschaften, wie sie beispielsweise im „Deutschen Herold", Lesergemeinschaft der „Deutschen Zeitung" zur höchsten Entwicklung gekommen ist. Ueber die Standartengemeinschaft geben wir auf Grund des Aufrufes folgende Einzelheiten, die wissenswertes Material über den Geist und die Organisationsmethoden vermitteln: 1. Allgemeines Ziel. Die Standartengemeinschaften dienen dem Ziel, die Gedanken und Vorschläge des Standartenkreises, die in der Idee eines „Neuen Nationalismus" in allen Teilen Deutschlands schon Eingang gefunden haben, weiter zu verbreiten und allmählich eine Führerschicht zu schaffen, die aus eigener Kraft sich bildet und heranwächst. , 2. Zusammensetzung der Standartengemeinschaften. Die Standartengemeinschaften setzen sich zusammen aus Persönlichkeiten aller deutschen Lager, sofern sie von der Idee des Neuen Nationalismus, der den Querschnitt durch das ganze Volk zieht, aus innerem Zwang heraus erfaßt sind. Die nationalen Bünde bieten den Ansatzpunkt für die Gründung einer solchen Gemeinschaft. Es gilt, ihnen geistig zu helfen. Aber in dieser Gemeinschaft selbst spielt die Zugehörigkeit zu den Bünden, gleichgültig ob sie groß oder klein sind, keine Rolle mehr. Sa Können auch Persönlichkeiten Mitglied der Standartengemeinschaft sein, die keinem Bunde angehören. Ihre nationalistische Weltanschauung und der Wille zur Leistung und Arbeit genügen. 3. Bildung einer Standartengemeinschaft. Die Bildung einer Standartengemeinschaft wird von der Hauptgemeinschaft der Standarte nicht „befohlen". Sie entsteht überall dort, wo die Notwendigkeit dazu empfunden wird, und jeder, der hiervon überzeugt ist, hat auch die Pflicht, mit der Bildung einer solchen Gemeinschaft den Anfang zu machen. Die Hauptstandartengemeinschaft wirft sich nicht als Führung im Sinne einer Bundesführung auf. Sie gibt lediglich die Anregungen für die Arbeit der Gemeinschaften im Reich, hält dauernde Verbindung mit ihnen, vermittelt die Redner usw. Deshalb ist es Pflicht jeder Gemeinschaftsleitung, ihre Anschrift sofort der Hauptgemeinschaft zu übermittteln. Diese lautet zurzeit: Franz Schauwecker, Berlin SW11, Dessauerstraße 38, f. 4. Nahaufgaben der Standartengemeinschaften. Ist ein Kreis von Nationalisten aus allen Lagern, wobei die Zahl ihren Fähigkeiten stets unterzuordnen ist, von einer Persönlichkeit erfaßt und von ihr als Standartengemeinschaft gebildet worden, beginnen die Nahaufgaben dieser Gemeinschaft. In regelmäßigen Zusammenkünften, die mindestens monatlich einmal stattfinden sollen, werden Artikel der Standarte zum Anlaß von besonderen Referaten genommen, die danach in einer allgemeinen Aussprache ihre Klärung finden. Für diese Referate stehen auf Anforderung bei der Hauptstandartengemeinschaft ihre nächsten Mitglieder und besondere Redner zur Verfügung. Jede Standartengemeinschaft erhält hierfür die notwendigen Unterlagen von der Hauptgemeinschaft, welche die Unkosten für die Redner auf das alleräußerste zu beschränken bemüht sein wird. 5. Hauptstandartengemeinschaft. Die Hauptstandartengemeinschaft wird demnächst in Berlin ihren Sitz nehmen, um unter der Verantwortung einer bestimmten, von ihr beauftragten Persönlichkeit ihres engsten Kreises nicht nur die oben schon erwähnten Aufgaben nachhaltiger in Angriff zu nehmen, sondern auch persönlich die Verbindung mit den einzelnen Gemeinschaften herzustellen. Schon jetzt aber bittet sie, die Bildung solcher Gemeinschaften allerorts, wo die innere Notwendigkeit dazu erkannt ist, in Angriff zu nehmen und zu vollenden. Hitler gegen ein deutsches Tirol. Anläßlich seines Wiederauftretens in Bayern hat Adolf Hitler in einer Versammlung in München gesprochen und sich dabei mit der Südtiroler Frage befaßt. Dies geschah in einer Art und Weise, die als eine Verbeugung vor den Italienern zu betrachten ist, nämlich mit der Tendenz, daß man das deutsche Element in Südtirol um Mussolinis willen seinem Schicksal überlassen müsse. Auf Grund dieser Rede haben nun die „Münchener Neuesten Nachrichten", die bisher keinen Anlaß hatten, gegen Hitler vorzugehen, gegen Hitler protestiert und ihm einen bedenklichen Mangel an wirklich deutschem Empfinden vorgeworfen. Diese Erkenntnis kommt etwas spät; denn bereits am 14. November 1922 hat Hitler in Haidhausen Folgendes ausgeführt: „Mit Italien, das seine nationale Wiedergeburt erlebt und eine große Zukunft hat, wird Deutschland zusammengehen. Dazu ist nötig, ein klarer und völliger Verzicht Deutschlands auf die Deutschen in Südtirol. Das Geschwätz übersieht Tirol, die leeren Proteste gegen die Fascisten schaden uns nur, da sie uns Italien entfremden. In der Politik gibt es keine Sentiments, sondern nur Kaltschnäuzigkeit. Warum sollen wir uns plötzlich über die Schließung von einigen Dutzend deutscher Schulen in Südtirol erregen . . . ." Nationalsozialistische Ehrenlisten. Seit einiger Zeit veröffentlicht der „Völkische Beobachter" sogenannte Ehrenlisten von Partei-Mitgliedern, die mit besonderer Energie für die Nationalsozialistische Arbeiterpartei eintreten, insbesondere von solchen, die neue Abonnenten für den „Völkischen Beobachter" geworben haben. Wir geben nachstehend einen Auszug aus diesen Listen: Reinhard Arnold, Hattingen (Ruhr). — Th. Benesch, Erlangen. — Otto Benscheid, Hagen i. W. — Kurt Bertram, Wolfenbüttel. — Otto Böhmel, Ziegenhain i. Sa. — Frl. Buchner, München. — Willi Chimiel, Berlin- Schöneberg. — Christoph Degenhard, Nürnberg. -- Karl Durst, Treuchtlingen. — Paul Ette, Mannheim. — 42

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