Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- 3/4 (30.5.1927)
- Date
- 1927-05-30
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Landesverbände wie üblich, in Gemeinschaft mit der betr. Ortsgrupppe zu entscheiden. Sollten die Landesverbände ausnahmsweise aus irgend einem Grunde einen Redner nicht zur Hand haben, so werden sie sich tunlichst an benachbarte Landesverbände, notfalls an die Centrale selbst, wenden. Tätigkeitsberichte. Wir machen unsere Beamten erneut darauf aufmerksam, daß der Hauptgeschäftsstelle monatlich ein Bericht über die Tätigkeit des von ihnen geleiteten Landesverbandes erstattet werden soll. Diese Einrichtung scheint ganz in Vergessenheit geraten zu sein, da solche Berichte nur ganz einzelt, zuletzt nur vom Landesverband Ostpreußen, eingegangen sind. Wir möchten daher die Beamten wiederholt an die monatliche Einsendung der Tätigkeitsberichte erinnern. Protokolle der Hauptvorstandssitzungen. Auf verschiedene Anfragen teilen wir mit, daß Hauptvorstandsprotokolle grundsätzlich nur an Haupt Vorstandsmitglieder versandt werden. Damit aber unsere Beamten über Beschlüsse des Hauptvorstandes, welche die Führung der Vereinsgeschäfte betreffen, jederzeit unterrichtet sind, werden die Herren Vorsitzenden der Landesverbände gebeten, die Beschlüsse der H a u p t v o r s t a n d s s i t z u n g e n auf ihre Auswertung hin mit den leitenden Beamten durchzusprechen. Oberstaatsanwalt Frieders. Falls die Person des Oberstaatsanwalts Frieders Gegenstand der Behandlung in unseren Ortsgruppen wird, bitten wir Sie, sich zwecks näherer Information an die Hauptgeschäftsstelle zu wenden. Aus der Arbeit des C. V. Die C. V.sZeitung in der Provinzpresse! Auf der Hauptvorstandssitzung am 16. Januar und der darauf folgenden Beamtentagung am 17. Januar wurde eine eingehende Aussprache über die Möglichkeiten herbeigeführt, die dazu dienen könnten, nicht nur die Presse der großen Städte, sondern vor allem auch die Blätter auf dem flachen Lande von uns aus zu erfassen. Es wurde als notwendig bezeichnet, wenigstens die maßgebenden Redakteure über die Grundlagen und Ziele unseres Kampfes zu unterrichten. In den Etat wurde zu diesem Zweck ein besonderer Betrag eingestellt. In Verfolg der gegebenen Anregungen haben wir eine umfangreiche Liste der Provinzpresse des ganzen Reiches zusammengestellt und nunmehr mit dem Versand der Wochenausgabe der „C. V.-Zeitung" an die Redaktionen begonnen . Es sind bisher über 800 kleinere Blätter erfaßt worden. Es besteht die Absicht, diese Zahl noch im Laufe der Zeit zu vergrößern. Daß wir mit dieser Aktion auf dem richtigen Wege sind, beweist die Tatsache, daß uns bereits verschiedene Zeitungen vorliegen, die Aufsätze aus der „C. V. - Z e i t u n g" teils unter Bezugnahme auf uns, teils ohne Namensnennung übernommen haben. Gegen die rumänischen Judenverfolgungen. Vor einiger Zeit wurde uns bekannt, daß sich zurzeit führende rumänische Persönlichkeiten in Berlin aufhalten, um eine rumänische Anleihe in Deutschland unterzubringen. Wir haben daraufhin mit dabei beteiligten jüdischen Bankkreisen Fühlung genommen, um zu erreichen, daß bei den Verhandlungen eventuell darauf hingewiesen wird, daß d i e Zustände, wie sie sich in Rumänien gegenüber den Juden herausgebildet haben, nicht dazu angetan sind, derartige Verhandlungen mit aufrechten jüdischen Persönlichkeiten zu fördern. Der judenfeindliche Hund. In Nr. 10 und 11 der Zeitschrift „Der Hund" vom Jahre 1925 stand ein Aufsatz von Dr. Görlitz, Bad Harzburg: „Beurteilungen über die Bewußtseinstätigkeit des Hundes". In der „Zeitung des Vereins für deutsche Schäferhunde" Nr. 1 vom 1. Januar 1927 kam dann der Verfasser in einem Artikel „Vom Hirnleben des Hundes" auf dieses Thema zurück; er schrieb: „Daß er (der Hund) Juden, auch getaufte, nicht leiden konnte und stets anfiel, ebenso wie einmal einen mir begegnenden Neger, habe ich in der Zeitschrift „Der Hund" erzählt." Wir haben Veranlassung genommen, Herrn Dr. Görlitz um Aufklärung darüber zu bitten. Dr. Görlitz verwahrt sich sehr entschieden dagegen, Antisemit zu sein. Was die ihm selbst unerklärliche Eigenschaft seines Hundes anbetrifft, äußerte er sich darüber folgendermaßen: „Die Untugend des Deutsch-Langhaarrüden habe ich mir nie erklären können. Ich kaufte den Hund von dem Administrator, eines im Felde gefallenen Rittmeisters a. D. und Rittergutsbesitzers, als er bereits 4 Jahre alt war. Ob er früher in der fraglichen Beziehung verdorben worden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. So lieb der Hund mir und meiner Familie sonst war, so habe ich ihn doch, schon mit Rücksicht auf meine jüdischen Patienten verkauft und zwar im Jahre 1921. Krankheitserscheinungen irgendwelcher Art habe ich bei dem Tiere nie beobachtet. Jedenfalls nützte keine Strafe und Korrektur. Es tut mir leid, daß sich jüdische Mitbürger durch Erzählung eines Kuriosums beleidigt fühlen und mir ohne weiteres antisemitische Tendenzen unterstellen, die mir wirklich Meilen fernliegen, wie jeder weiß, der mich kennt. Ich habe mit jüdischen Bekannten und Freunden öfters über die bei dem Hunde merkwürdige Erscheinung gesprochen. Niemand von diesen hat sich beleidigt gefühlt." Da Dr. Görlitz den Hund schon vor Jahren verkauft hat, so läßt sich jetzt wohl nicht mehr feststellen, worauf diese sonderbare Eigenschaft des Hundes beruht. Wiener Messe A.*G. Im Heft 36 der Zeitschrift „Der Weltkampf" (Deutscher Volksverlag Dr. E. Boepple, München) befindet sich folgende Notiz: „Das Wiener Messe-Reform-Komitee hat festgestellt, daß von der Messe A.-G. bloß einundeinhalb Milliarden als Reingewinn ausgewiesen wurden, obzwar der Reingewinn tatsächlich wenigstens 15 Milliarden betragen hat. Wohin sind nun die übrigen Milliarden gewandert? Nun, in die Taschen jener sozialdemokratischen Juden, die die Herren in der Messe A.-G. sind. Für gemeinnützige Zwecke natürlich." 36