Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- 3/4 (30.5.1927)
- Date
- 1927-05-30
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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er entweder nicht gewachsen ist oder die er gern vermeiden möchte. Lebt er aber selbst in völkischen Gedankengängen, so hat er jetzt die allerbeste Gelegenheit, auf „legalem" Wege unangefochten das Gift des Rassenantisemitismus in das Herz der Jugend zu träufeln- und, statt gegenseitiges Verständnis und wahre Gemeinschaft zu fördern, bereits in die Schule den Rassenkampf zu tragen, unter dem wir Erwachsenen zwar auch leiden, in dem wir aber unsern Mann stellen können, während die Kinder in ihm wehrlos unterliegen müssen. Also, Eltern! Schärfste Aufmerksamkeit auf den Geist, in dem in der Schule die Rassenkunde behandelt wird. Wenn die Kinder nicht selbst berichten, so fragt sie! Und nötigenfalls sofortige Meldung an den C.V.! Denn nur, wenn Ihr Eltern Euch rührt, kann Euern Kindern geholfen werden. Wichtige Mitteilungen an die Mitarbeiter. An dieser Stelle werden, um Porto und Arbelt für Rundschreiben zu ersparen, Fragen an unsere Landesverbände, Ortsgruppen und Mitarbeiter gerichtet, um deren Beantwortung wir dringend bitten. An die auswärtigen Vorstandsmitglieder und die Vorsitzenden der Ortsgruppen. Es ist in der letzten Zeit wiederholt vorgekommen, daß auswärtige Vorstandsmitglieder und Vorsitzende der Ortsgruppen ohne vorherige Anmeldung in unsere Centrale gekommen sind, um mit mir Wichtiges zu besprechen. Ich muß mich außerstande erklären, einen geordneten Geschäftsgang aufrecht zu erhalten, wenn die betreffenden Herrschaften nicht die Güte haben, sich in Zukunft einige Tage vorher anzumelden. Mein Arbeitsprogramm kann ich keinesfalls erledigen, wenn nicht diese unbedingt notwendige Rücksicht auf mich genommen wird. In der Mehrzahl der Fälle dürften übrigens Besprechungen mit den Dezernenten zu demselben Ziele führen. So sehr ich mich freue, mit Kollegen aus dem Vorstande zusammen sein zu können und so sehr ich deren Opferwilligkeit und Freude an der Sache anerkenne, so wenig wird man es mir verargen können, wenn ich mich nicht in der Lage sehe, ohne jede vorherige Vereinbarung mich täglich mitten aus der Arbeit herausreißen zu lassen. Bei geeigneter Anmeldung wird sich immer eine Stunde finden lassen, in der man zu beraten vermag. Dr. L. Holländer, Direktor des C. V. MüllersVerband „Glück zu". Wir erfahren, daß der Müller-Verband „Glück zu" einstimmig den Beschluß gefaßt hat, Juden in den Verband nicht mehr aufzunehmen. Wir bitten unsere Landesverbände und Ortsgruppen, die Persönlichkeiten, für die dieser Beschluß von Bedeutung sein kann (also jüdische Mühlenarbeiter, Direktoren von Mühlenwerken, Aufsichtsratsmitglieder von Mühlen-Aktiengesellschaften, Inhaber von Getreidefirmen usw.) von dem Sachverhalt zu unterrichten. „Siegfried"<Jugend. In Nürnberg hat sich eine neue Jugend-Organisation „Siegfried - Jugend" gebildet, die der Organisation „Reichsflagge" nahe zu stehen scheint. Wir bitten diejenigen Ortsgruppen, in deren Bereich die gleiche Gründung erfolgt ist, um zweckentsprechende Mitteilung. Deutscher Frauenorden. Die vaterländischen Verbände haben für notwendig befunden, neben dem „Königin-Luise-Bund" einen neuen Frauenbund unter dem Namen „Deutscher Frauenorden" aufzumachen. Bezeichnend für die Mitglieder dieses Bundes ist es, daß der erste und zweite Vorsitzende und der Geschäftsführer männliche Angehörige der „Reichsflagge" sind. Unsere Mitarbeiterinnen werden gebeten, in neutralen Frauenversammlungen evtl. darauf hinzuweisen. Ein neuer völkischer Verband? In Oberschlesien und anderswo hat man in einzelnen Orten das Auftauchen eines neuen Verbandes „Spielschaar Roßbac h", hinter dem der frühere Oberleutnant Roßbach steht, feststellen können. Nach Erkundigungen an anderer Stelle glauben wir Grund zu der Annahme zu haben, daß diese Spielschaar in Verbindung mit der Singspielschaar „Ekkehard" steht, die ihrerseits mit der „S c h i 11 j u g e n d" zusammenarbeitet. Nachrichten aus den Kreisen unserer Ortsgruppen über Beobachtungen über die oben erwähnten Verbände, sowie Material über die Zusammenhänge wären uns sehr erwünscht. Völkische Redner. In letzter Zeit wiederholten sich die Anfragen unserer Ortsgruppen, in denen in letzter Minute Vortragsmaterial zu Diskussionen gegen völkische Redner angefordert wurde. Wir bitten dringend, uns sofort nach Bekanntwerden solcher Versammlungen zu benachrichtigen und nicht bis zum letzten Augenblick zu warten, da es oft Schwierigkeiten verursacht, das Material noch rechtzeitig abzusenden. Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf hinweisen, daß wir von einem großen Teil der völkischen und der nationalistischen Redner die Vorträge, die im allgemeinen immer die gleichen sind, im Wortlaut besitzen, sodaß es möglich ist, Diskussionsredner schon vorher im wesentlichen mit den Ausführungen ihrer Gegner bekannt zu machen. Gegenredner. Bei der stärker einsetzenden Versammlungstätigkeit, insbesondere der Nationalsozialisten, wünschen Ortsgruppen öfters Gegenredner. Die Landesverbände werden gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß möglichst in allen größeren Ortsgruppen, insbesondere aber im Vorort des Landesverbandes, Gegenredner stets bereit sind. Ob es sich empfiehlt, einen Gegenredner zu entsenden und auftreten zu lassen, haben die 35