Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 4/5 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- Seite 80 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Die „Jüdische Rundschau" gibt selbst zu, daß Samuel schreibt: „. . .hat sich die Regierung für berechtigt gehalten, nur wenig für die Bereitstellung von Boden für die jüdische Ansiedlung zu tun." Es ist natürlich unzulässig, diese Stelle ohne weiteres auf S. 32 des Originals über die Staatsländereien (vergl. oben unter 12) zu beziehen und nun hieraus die Zurückhaltung Samuels in der Frage der Landzuteilung an die Juden zu konstruieren. 15. Es ist unmöglich mit Sicherheit zu sagen, ob die jüdischen Kolonien und die jüdischen Industriebetriebe erfolgreich sein werden. (Es werden dann zwei Urteile über Kolonien angeführt und zwar über P e t h a c h T i k w a h , keine zionistische Gründung, errichtet 1878; das Urteil ist günstig. Das Urteil über die zionistische Kolonie Degania, gegründet 1910, ist ungünstig. Weitere Urteile fehlen.) Samuel stellt an dieser Stelle zwei jüdische will damit zwei Beispiele für die Verschiedenheit der Degania eben als Muster einer weniger günstigen Ent gania das Beispiel einer vorläufig unrentablen Kolonie noch ein Defizit von £ E. 1700 besteht? 16. Im Jordantal, südlich vom See Galiläa, sind 108 Quadratmeilen Land, die z. Zt. der türkischen Herrschaft von Beduinen bearbeitet sind. (Es handelt sich um Staatsland.) „Trotzdem das Besitzrecht zweifelhaft ist, haben wir es aus moralischen Gründen nicht den Juden, sondern den Arabern übertragen." (Im Original nicht gesperrt.) 15. Der Bericht des Oberkommissars stellt die Geschichte beider Siedlungen auf Seite 35 und 36 einander gegenüber. Er berücksichtigt ausdrücklich die sehr verschiedenen Gründungsdaten der ältesten jüdischen Kolonie Pethach-Tikwah und des kurz vor dem Krieg gegründeten Dagania, ferner die schweren Kriegsverluste des letzteren. Ein Urteil wird nicht gefällt, dagegen über Dagania auf Seite 36 folgendes gesagt: "In addition, the group not hitherto been able to pay rent for the land or interest on the loans. The Colony, however, is now selfsupporting, and the sale of produce Covers the living expenses of the population. It is intended that rental for the land shall begin to be paid at the end of this year and that repayment of the loan, over a period of 36 years, shall commence the year after." Samuel wollte also sagen, daß die Kolonie heute bereits "self-supporting", sich selbst erhaltend ist, und daß sie in den nächsten Jahren bereits daran gehen wird, ihre Verpflichtungen abzugelten. Kolonien gegenüber: Pethach tikwah und Degania. Er finanziellen Situation der Siedlungen geben. Dabei gilt wicklung. Oder kann etwa geleugnet werden, daß Dedarstellt, wenn trotz eines Darlehns von £ E. 17 700 Samuel sagt ausdrücklich, daß, „obwohl das feilos moralisch nötig war, jetzt den Bebauern auch d entspricht die Uebertragung der „Jüdischen Rundschau" 16. Dieser Abschnitt der C. V.-Uebersetzung bezieht sich auf den Schluß der Seite 41 bis zum Ende des 1. Abschnitts der Seite 42 des Reports. Der hervorgehobene Satz lautet im Original: "Although the original title of the poeple to the land was doubttul, . . . there was undoubtedly a strong moral claim on the part of the cultivators to cointinue their possession. The Government recognised the strength of this claim." Deutsch: „Obgleich der ursprüngliche Rechtsanspruch der Leute (nämlich der bereits auf dem Staatsboden arbeitenden Fellachen) auf den Boden zweifelhaft war . . ., war zweifellos ein starker moralischer Anspruch seitens der das Land Bearbeitenden darauf vorhanden, ihren Besitzstand weiter zu behalten. Die Regierung erkannte die Kraft dieses Anspruches an." ursprüngliche Besitzrecht zweifelhaft" war, es „zweias Besitzrecht zu übertragen". Im Grunde genommen genau diesem Sinn. Nachdem wir nunmehr sämtliche 16 Stellen durchgegangen sind, dürfte wohl jedem vorurteilsfreien Leser klar sein, daß von einer bewußten Entstellung der Tatsachen, von einer Arbeit mit Fälschungen keine Rede sein kann. Wir sind aber auch durchaus nicht „das Opfer einer Mystifikation" geworden, denn die von unserem Mitarbeiter angefertigte Uebertragung hat sich bis auf kleine Unstimmigkeiten, die bei jeder Uebersetzung vorkommen können, als durchaus einwandfrei erwiesen. „Zionismus und Central*Verein." Unter diesem Titel veröffentlicht unser verdientes Mitglied, Herr Georg M e c k 1 e n b u r g - Chemnitz, eine Reihe von Aufsätzen und Referaten. Mecklenburg, der bis vor einiger Zeit Anhänger des Keren Hajessod war, sah sich genötigt, seine Stellungnahme zu revidieren und erläutert in der genannten Broschüre die Gründe, die für ihn maßgebend waren. Wir begrüßen diese Veröffentlichungen als einen Weg zur Vertiefung der unserem Kampfe zugrundeliegenden Gedankengänge. Soweit darin an der Haltung der Vereinsleitung gegenüber dem sogenannten Kulturzionismus Kritik geübt wird, können wir nur darauf hinweisen, daß wir u. E. mit hinlänglicher Deutlichkeit in Wort und Schrift immer wieder ausgesprochen haben, daß wir hier in Deutschland in der deutschen Kultur verwurzelt sind, an der wir seit Jahrhunderten mitarbeiten. Wir sind ihr auf Gedeih und Verderben verbunden und haben keinerlei Anteil an einer nationaljüdischen oder zionistischen Kultur. Ebensowenig wie wir den nationaljüdischen Aufbau Palästinas aus grundsätzlichen Erwägungen heraus unterstützen können, können wir 80