Mannheim
Compact Memory

Central-Vereins-Dienst · 1926-11-26 · 4/5 (26.11.1926) · p. Seite 79

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Vereins-Dienst
Volume
3 (1926)
Issue
4/5 (26.11.1926)
Date
1926-11-26
Page
Seite 79 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9620164-9626612-9626439--047-9626458
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

bar sind noch 18 Quadratmeilen Sumpfland in den Sümpfen von Kabbara. Dieses Land ist auf 50 Jahre an die zionistische Organisation verpachtet und kann unter gewissen Bedingungen (?) weiter verpachtet werden. Sonst ist Pacht nur von den bisherigen Eigentümer möglich. Die Preise sind dreimal so hoch als vor dem Kriege, die Nachfrage groß, das Angebot gering. Gesagt ist vielmehr lediglich: "On most of the Statelands Arab cultivators are settled, and possession cannot be transferred to others without injustice . . . Most of the rest is waterless or rocky; . . ." Deutsch: „Aur dem größten Teil der Staatsländereien sitzen Araber, der Besitz kann also nicht ohne Ungerechtigkeit auf andere übertragen werden ... Der größte Teil des Restes ist wasserlos oder felsig . . ." Es handelt sich also um den Rest des Staatslandes und nicht Palästinas. — Wenn im weiteren Verlauf des Abschnittes im C. V.-Dienst behauptet wird, daß 18 Quadratmeilen Sumpflana in den Kabbara-Sümpfen an die Zionistische Organisation verpachtet seien, so beweist wiederum der Uebersetzer, wie groß seine gewissenlose Bummligkeit gewesen ist. Am Schluß des 2. Abschnittes von Seite 32 heißt es nämlich: „Here an area of 18 Square miles is now being drained and brought under cultivation, or planted with trees, by the Palestine Jewish Colonisation Association . . Deutsch: „Hier wird jetzt ein Areal von 81 Quadratmeilen von der P. J. C. A. drainiert und kultiviert und mit Bäumen bepflanzt. ." Zum Schluß lautet es im englischen Original: "Large as is the demand, the quantity of land that is offerea for sale is far in excess of the possibility of purchase." Deutsch: „Wenn auch die Nachfrage groß ist, übersteigt doch die Menge des zum Verkauf angebotenen Landes bei weitem die vorhandenen Kaufsmöglichkeiten." Der Uebersetzer hat also den Sinn des Satzes einfach in sein Gegenteil verkehrt. Wir geben zu, daß man die Worte „most ol the rest" auf „states-lands" beziehen kann. Dem Verfasser der Zusammenfassung ist leider ein Irrtum insofern unterlaufen, als er von einer Verpachtung des Landes „an die zionistische Organisation" spricht, anstatt, wie es auch in der Uebersetzung hieß, an die „Pica". Die „Jüdische Rundschau" spricht zwar voller Entrüstung von „gewissenloser Bummligkeit", macht aber schlankweg in ihrer Uebertragung aus „18 square-miies" „81 Quadratmeilen". Da wir nicht in den Ton der „Jüdischen Rundschau" verfallen wollen, enthalten wir uns hierüber aller weiteren Aeußerungen. Die Stelle über den Landverkauf hätte allerdings heißen müssen: „Die Menge des angebotenen Landes übersteigt die Kaufmöglichkeit". 13. „In dem Vorwurf, daß die Regierung gegenüber den Juden untätig sei, ist ein Körnchen Wahrheit." 13. Sinngemäß wiedergegeben. Die „Jüdische Rundschau" muß zugeben, daß es sich bei dieser Stelle, die sich auf Seite 40 des Originals bezieht, und die von entscheidender Bedeutung ist, um eine sinngemäße Wiedergabe handelt. 14. „Zu den Anweisungen, die ich gegeben habe, gehört auch die, wenig für jüdischen Landerwerb zu unternehmen." 14. Dieser Satz ist sowohl falsch übersetzt als auch in irreführender Absicht aus dem Zusammenhang gerissen. Auf Seite 40 Abschn. 2 des Originalberichtes heißt es: "From the Jewish side, . . . the complaint is often made that the Government is inactive in all these matters; that it does Iess than is required by the articles of the Mandate; that the up-building of the National Home has been Ieft to the efforts . . . of "the Jewish people themselves. So far as there is any truth in these criticisms it is the latter that has the Government has found it possible to do little in the Provision of land for Jewish settlement." Deutsch: most substance. For the reasons that I have given „Von jüdischer Seite wird andererseits häufig die Klage erhoben, die Regierung sei in all diesen Angelegenheiten (vorher werden im Report die Klagen der Araber über Bevorzugung der Juden verzeichnet) untätig gewesen, sie habe weniger getan, als die Artikel des Mandates erforderten; der Aufbau des Nationalheims sei den Anstrengungen des jüdischen Volkes allein überlassen geblieben. Soweit diese Bemängelungen aut Wahrheit beruhen, haben die letzteren (d. h. die jüdischen) die berechtigste Grundlage. Aus den Gründen, die ich angegeben habe (nämlich auf Seite 32 im Abschnitt über Staatsländereien; Anm. des Uebers.) hat sich die Regierung für berechtigt gehalten, nur wenig für die Bereitstellung von Boden für die jüdische Ansiedlung zu tun." Die Regierung hielt sich also für berechtigt, im Gegensatz zum Mandatsvertrag weniger für die Judenansiedlung zu tun, als sie an und für sich mußte. Samuel weist damit die Klagen der Araber als unbegründet zurück. 79

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.