Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 4/5 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- Seite 78 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9620164-9626612-9626439--046-9626457- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
nicht zustande kam, wurde die Erneuerung des inzwischen aufgelösten Advisory Council vorgeschlagen. Dieser sollte die gleiche Zusammensetzung wie der vorgeschlagene Legislative Council haben. Nirgends im Bericht ist gesagt, daß die Juden den Briten oder Arabern zuzuzählen seien, nirgends ist es auch nur angedeutet, nirgends finden sich die Worte, „10 britische und 10 arabische Beamte". Hier ist, wie wir gern zugeben, dem Verfasser der Zusammenfassung ein Irrtum unterlaufen. In der Uebertragung heißt es richtig: „Infolgedessen errichtete ich im Oktober 1920 einen Notabeinrat, der aus zehn britischen Beamten und zehn Palästinern bestand, und zwar sieben Arabern, darunter vier Mohammedaner und drei Christen, ferner drei Juden." 7. „Mit jüdischer Heimstätte ist die Weiterentwicklung der bestehenden jüdischen Gemeinschaft mit der Unterstützung der Juden aller Länder gemeint, sodaß ein Mittelpunkt entsteht, der das gesamte jüdische Volk auf Grund seiner Religion interessiert, auf den es stolz ist." (Im Original nicht gesperrt.) Es kann garnicht die Rede davon sein, daß 7. Hier soll also ein wörtliches Zitat vorgetäuscht werden. Im Original S. 28 ab Zeile 19 steht: „When it is asked what is meant by the development of the Jewish National Home in Palestine, it may be answered that it is not the imposition of a Jewish nationality upon the inhabitants of Palestine as a whole, but the further development of the existing Jewish Community, with the assistance of Jews in other parts of the world, in order that it may become a centre in which the Jewish poeple as a whole may take, on grounds of religion and race, an interest and a pride." Race => Volkstum ist ausgelassen, durch gesperrten Druck sollte die Täuschung vollendet und hervorgehoben werden, dab England den Juden lediglich ein religiöses Interesse an Palästina zubillige. ein Zitat „vorgetäuscht" werden soll. Entgegen der Uebersetzung ist allerdings das Wort „Rasse" in der Zusammenfassung fortgelassen worden, was den Sinn der Stelle etwas verändert. Vielleicht ist das Wort „race" absichtlich gewählt worden. Das „race" unbedingt mit „Volkstum" übersetzt werden muß, dürfte umstritten sein. 8. Die auf Verlangen Churchills erteilte „Zustimmung" (von uns in „ " gesetzt) der zionistischen Exekutive nennt Herbert Samuel nichtssagend. 8. Im Originalbericht: „The Organisation in reply gave an unqualified assurance in the sense desired, and added that „it has at all times been sincerely desirous ot proceeding in harmonious co-operation with all sections ot the people ot Palestine." „Unqualified assurance" heißt, wie jedes Wörterbuch zeigen könnte, in diesem Zusammenhang natürlich nicht „nichtssagende Zustimmung", sondern „vorbehaltlose Zustimmung". Auch die Uebersetzung des Wortes „unqualified" ist durchaus strittig, wir geben aber durchaus zu, daß hier die Uebertragung mit „voraussetzungslos" die zutreffende ist. 9. „Es erscheint zweifelhaft, ob eine jüdische Vertretung zur Klärung aller Fragen überhaupt eingerichtet werden kann." Diese Stelle befindet sich auf Seite 39/40 des Originals, sinngemäß vorgenommen. 9. Wir wären dem C. V.-Uebersetzer für Angabe der Seite im Originalbericht, auf der er diesen Passus gefunden hat, dankbar. Die Uebertragung ist natürlich nur 10. Die Einwanderung von Juden zum Wiederauf- 10. In schlechtes Deutsch sinngemäß übertragen, bau ist erforderlich; sie kann aber nur so groß sein, wie die ökonomische Fähigkeit des Landes verträgt. Auch hierbei handelt es sich um eine etwas starke Verkürzung der Uebersetzung, bei der infolge eines Druckfehlers das Wörtchen „es" am Schluß der zweiten Zeile fortgelassen ist. 11. Ein Beweis für die gedankenlose Leichtfertigkeit der Uebertragung neben ihrer bewußten Unrichtigkeit. Alle Zahlen des Originals sind hier mit 10 multipliziert. 11. Die Juden besitzen von Palästina, das etwa 100 000 Quadratmeilen umfaßt und dessen anbaufähige Fläche etwa 50 000 Quadratmeilen beträgt, ungefähr 6o/o (3000 Quadratmeilen). Hier ist infolge eines unangenehmen Druckfehlers tatsächlich eine Null zuviel an die Zahlen des Berichtes angehängt worden, die sich in der Uebersetzung richtig befanden. So unangenehm dieser Fehler ist, wie wir gern zugeben, am Sinn der Ausführungen ändert sich nichts, weil bei der entscheidenden Zahl „6o/o" die Null fehlt. 12. Auf den meisten Staatsländereien (in denen die Juden laut Deklaration besonders berücksichtigt werden sollen) sitzen Araber, die nicht vertrieben werden können. Das Land, das nicht Staatsland oder Privatbesitz ist, ist felsig und ohne Wasser. Für große Sumpfgebiete, die nach Entwässerung anbaufähig sind, ist die Konzession bereits an Syrer vergeben. Verfüg- 12. Es handelt sich um eine Zusammenfassung des im 2. Abschn. der S. 32 des Reports Gesagten. Es wäre zu weitläufig, hier den sehr ausführlichen englischen Text zu zitieren. Wir überlassen also die Nachprüfung unseren an der Sache interessierten und der englischen Sprache kundigen Lesern. Seite 32 Abschn. 2 handelt lediglich von Staatsland. Es ist nicht etwa darin gesagt, daß der palästinensische Boden, soweit er nicht Staatslana oder Privatbesitz ist, felsig und wasserlos sei. 78