Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 4/5 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- Seite 70 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereins", Professor Binder in seinem Referat als eine der Hauptaufgaben der Ostmark „die Bekämpfung der Judengefahr" bezeichnete. Diesen Worten trat seinerzeit der Vorsitzende des „Vereins für das Deutschtum im Ausland", Exzellenz von Hintze scharf entgegen. Immerhin liegen Anzeichen einer judenfeindlichen Betätigung der Leitung des „Deutschen Ostmarkenvereins" vor, die deshalb besonders bedauerlich sind, weil gerade die Juden zum großen Teil die Träger des Deutschtums im Osten sind. Es wird sich daher empfehlen, diesen Verein, der eine ganze Anzahl jüdischer Mitglieder hat, ständig zu beobachten. —lk. * Vom HindenburgsTag in Stolp. Die Anwesenheit Hindenburgs anläßlich der Einweihung der Hindenburg-Kampfbahn in Stolp gestaltete sich zu einer Festlichkeit allerersten Ranges. Wie uns berichtet wird, war ganz Stolp in ein Meer von schwarz-weiß-roten Fahnen verwandelt. Aus dem Verlauf der Feierlichkeiten, der durch Presseberichte allerseits bekannt geworden ist, verdient hervorgehoben zu werden, daß Herr Oberstudiendirektor Dr. Moerner, der als deutschnational bekannt ist, in seiner Ansprache besonders auf den notwendigen Ausgleich der Parteigegensätze mit folgenden Worten hinwies: „Hier sollen alle Gegensätze der Parteien und Stände schweigen, hier sollen alle Verbände, die das gesamte deutsche Volk durch Leibesübungen zur Höhe führen wollen, freudig und opferbereit sich zusammenschließen zu gemeinsamer segenspendender Arbeit im Dienst für Volk und Vaterland. So werden von dieser Bahn befruchtende Strahlen ausgehen über das ganze Pommernland; so wird sie zu einem lebendigen Quell, aus dem alle Freudigkeit und Stärke schöpfen können. Daß das geschieht, soll uns eine heilige Pflicht sein, an die uns immer von neuem der Name „Hindenburg-Kampfbahn" erinnern wird." Es ist zu hoffen, daß diesen Worten auch die entsprechenden Taten folgen werden. Volksdeutsche Buchgemeinde. Die „Volksdeutsche Buchgemeinde" versendet neuerdings wiederum ihre Werbeschriften, u. a. auch, wohl unbeabsichtigt, an Juden. Daß es sich um ein völkisches Unternehmen, mit antijüdischer Tendenz handelt, geht schon aus der Betrachtung „Der Hofjude" Seite 8/10 des jüngsten Werbeheftchens hervor, wo die zustimmende Besprechung des „Völkischen Beobachters" wörtlich wiedergegeben ist. Auch der Name der Geschäftsstelle Alexander Duncker Verlag, Weimar, Lassenstraße 9, gibt, wie uns aus Weimar gemeldet wird, Gewähr dafür, daß es sich um ein antisemitisches Unternehmen handelt. Syndikus Rennert — kein Jude, Das „Deutsche Tageblatt" brachte in seiner Nummer vom 14. Juni eine Notiz, wonach der Syndikus eines Filmverbandes, Rennert, der große Schwindeleien begangen hat, Jude sein soll. Eingezogene Informationen an authentischer Stelle haben ergeben, daß Rennert, der früher Regierungsrat war, nicht Jude ist. Reichszentrale für Heimatdienst. Die Reichszentrale für Heimatdienst, eine dem Auswärtigen Amt angegliederte Organisation, die der Volksaufklärung dient, verfolgt laut Reichstagsbeschluß vom 5. Juli 1921 das Ziel „sachliche Aufklärung über außenpolitische, wirtschaftspolitische, soziale und kulturelle Fragen, und zwar nicht im Geiste einzelner Parteien, sondern vom Standpunkte des Staatsganzen" zu verbreiten. Sie ist ein überparteiliches Gebilde, das, wie sich wiederholt gezeigt hat, sich der Einsicht in die Notwendigkeit einer Aufklärung über den Antisemitismus nicht verschließt. Die Reichszentrale unterhält im Lande folgende Abteilungen: 1. Brandenburg: Berlin W35, Potsdamer Str. 41. 2. Ostpreußen: Königsberg i. Pr., Hansaring, Oberpostdirektion. 3. Schlesien: Breslau, Oberbergamt, Reichspräsidentenplatz 20. 4. Grenzmark: Schneidemühl, Krojanker Str., Regierungsgebäude. 5. Hamburg-Bremen: Hamburg, Ferdinandstr. 65. 6. Sachsen: Dresden-A, Schloßstr. 34/36, II. 7. Schleswig-Holstein: Kiel, Klinke 21. 8. Mitteldeutschland: Halle a. S., Reilstr. 128. 9. Thüringen: Erfurt, Johannesstr. 144. 10. Bayern: München, Schellingstr. 72. 11. Württemberg: Stuttgart, Christophstr. 34. 12. Baden: Karlsruhe i. B., Kaiser Allee 12. 13. Hessen: Frankfurt a. M., Platz der Republik 4. 14. Hannover-Braunschweig: Hannover, Herschelstraße 1. 15. Westfalen: Münster: Prinzipalmarkt 5. 16. Industriegebiet: Essen, Bürohaus „Glückauf", Friedrichstr., Zimmer 12. 17. Mecklenburg-Pommern: Schwerin i. Mecklenb., Rostocker Str. 30. 18. Siegerland: Siegen, Hindenburgstr. 7 (Industriehaus). Wir bitten unsere Beamten und Freunde, mit den einzelnen Geschäftsstellen Fühlung zu nehmen und uns Mitteilung davon zu machen, welche Erfahrungen mit den örtlichen Stellen gemacht worden sind, welche Bedeutung ihnen im öffentlichen Leben zukommt und welche Arbeit von ihnen geleistet wird. Bei der Veranstaltung von Vorträgen kommt bei entsprechender Themenstellung möglichenfalls die Bereitstellung einschlägigen Materials in Frage. Cunard»Line. Ein Mitglied machte uns darauf aufmerksam, daß der Prospekt der Cunard Line auf der Rückseite mit Hakenkreuzen geziert war. Unsere Erkundigungen bei der hiesigen Geschäftsstelle ergaben, daß die Hakenkreuze in England allgemein als Glücksymbol betrachtet werden und auch nur als solches zu Verzierungszwecken Verwendung gefunden hätten. Auf eine judenfeindliche Tendenz dürfe in diesem Falle keineswegs geschlossen werden. Beweis dafür sei u. a., daß der Leiter der Cunard Line in Hamburg selbst Jude ist. 70