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Central-Vereins-Dienst · 1926-11-26 · 4/5 (26.11.1926) · p. Seite 63

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Journal
Central-Vereins-Dienst
Volume
3 (1926)
Issue
4/5 (26.11.1926)
Date
1926-11-26
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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Wichtige Mitteilungen an die Mitarbeiter. Werbt in Angestelltenkreisen. Nachdem durch Beschluß in der letzten Sitzung der Verwaltungskommission in München am 10. Okt. d. Js. eine Erleichterung in den Ablieferungspflichten der Landesverbände insofern eingetreten ist, als für neu geworbene Mitglieder, insbesondere Familienangehörige und Angestellte, die ausnahmsweise weniger als Mk. 18,— Jahresbeitrag zahlen, nur über 50°/o des tatsächlich bezahlten Beitrages an die Berliner Centrale abzuführen ist, besteht die Möglichkeit, auch wirtschaftlich schwächere Kreise zur Mitgliedschaft heranzuziehen. Wir legen unseren Mitarbeitern nachdrücklichst ans Herz, insbesondere der Werbung in Angestelltenkreisen die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Gemeindeblätter. Wiederholt haben wir schon darauf aufmerksam gemacht, daß unbedingt die zahlreichen Gemeindeblätter in Deutschland mit Nachrichten über unsere Tätigkeit regelmäßig versehen werden müssen. Das ist keinerlei ungehörige Beeinflussung, sondem entspricht lediglich der Bedeutung und dem Ansehen unserer Organisation. Wir müssen leider feststellen, daß unseren wiederholten Rundschreiben in dieser Angelegenheit durchgreifende Beachtung nicht geschenkt worden ist. Es ist sogar festzustellen, daß in Qemeindeblättern, — wir können Beispiele dafür leicht erbringen — Nachrichten von Aktionen, die der C. V. eingeleitet und durchgeführt hat, z. B. im Fall des Stadtobersekretärs Meyer, aufgenommen werden, ohne daß der C.V. überhaupt erwähnt ist. Wir bitten daher dringend, die Gemeindeblätter mit geeigneten Nachrichten, die sich ja aus unserem großen Material von selbst ergeben, zu versehen, insbesondere ausführlich über Veranstaltungen und Versammlungen des Vereins zu berichten. Nochmals: Keine persönlichen Briefe in Vereins« angelegenheiten. Es ist in der letzten Zeit wiederholt beobachtet worden, daß Briefe in Vereinsangelegenhetten nicht etwa nur an den Direktor des Vereins oder seinen Stellvertreter, sondern jetzt auch in steigendem Maße an einzelne Mitarbeiter persönlich gerichtet und auch inhaltlich so aufgemacht werden. Das verzögert erheblich die Erledigung, gibt zu Irrtümern Anlaß, darf also unter keinen Umständen fortgesetzt werden. Der Völkerversöhnnngsbund. Der sattsam bekannte S c h i m k o , Leiter des Völkerversöhnungs - Bundes behauptete neuerdings bei seiner Mitgliederwerbung, daß Siegmund Warburg seine Sache finanziere. Wir können demgegenüber auf das Bestimmteste erklären, daß Warburg den Völkerversöhnungs-Bund nicht nur nicht unterstützt, sondern der ganzen Angelegenheit völlig fernsteht. Arbeit mit jüdischen Lehrervereinen. Die Vorsitzenden der drei jüdischen Lehrervereine für Hessen und Hessen-Nassau wurden von unserem Landesverband nach Gießen zu einer Besprechung mit dem Thema „Antisemitismus und Schule" zusammenberufen. Im Verlauf der an die Einladung anknüpfenden Verhandlungen wurde seitens der Lehrervereine die Zusage erteilt, daß bei der nächsten Vollsitzung jedes Vereins ein Referat über dieses Thema erwünscht sei. Es ist zu begrüßen, daß auf diese Weise die Möglichkeit gegeben ist, die brennenden Fragen des Schulantisemitismus in sachverständigen Kreisen zu erörtern, was bisher nur in beschränktem Maße der Fall war. Um ein ähnliches Vorgehen in anderen Landesverbänden zu erleichtern, fügen wir den Wortlaut des Briefes, mit welchem erstmalig an die Vorsitzenden der Lehrervereine herangetreten wurde, bei: Sehr geehrte Herren! Der Vorstand unseres Landesverbandes hat sich in einer kürzlich abgehaltenen Sitzung sehr ernstlich mit dem zunehmenden Antisemitismus in den Schulen beschäftigt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß es notwendig sein wird, die sämtlichen jüdischen Lehrer des Freistaates Hessen und der Provinz Hessen-Nassau, besonders in den Landgemeinden, zur Mitarbeit aufzurufen. Es soll dies in der Form geschehen, daß durch unser Büro in Frankfurt jeweils mehrere Lehrer aus einem gewissen Sprengel in einem für diesen Sprengel zentral gelegenen Ort zusammengebeten werden, damit in Anwesenheit unseres Herrn Dr. Marx eine Aussprache stattfinden kann und ein gemeinsames Vorgehen je nach der örtlichen Lage beschlossen werden kann. Außerdem erscheint es uns aber als ein dringendes Bedürfnis, daß bei der nächsten Tagung Ihrer Lehrer - Konferenz von unserem Herrn Dr. Marx ein Referat über „Antisemitismus und Schule" gehalten wird, damit die Erfahrungen und Beobachtungen der Herren Lehrer auf diesem Gebiet ebenfalls gesammelt und bei unserer Abwehrarbeit praktisch verwertet werden können. Wir versprechen uns natürlich von der Aktion nur einen Erfolg, wenn die Vorsitzenden der drei zu unserem Landesverband gehörenden Lehrerkonferenzen unser Bestreben unterstützen und wir gestatten uns deshalb die Antrage, ob Sie bereit wären, gegen Erstattung der Kosten sich an einem Sonntag anfangs Oktober mit unserem Herrn Dr. Marx in Gießen, als dem im Mittelpunkt gelegenen Ort für Ihren eigenen Wohnsitz, zu einer Besprechung zu treffen. Wir bitten Sie, uns unter Benützung anliegenden Freiumschlages Ihre grundsätzliche Auffassung und Zustimmung bekanntzugeben und eventuelle gleichzeitige Wünsche wegen des Datums der Zusammenkunft mitzuteilen, damit das Weitere von hier aus veranlaßt werden kann. Wir sehen Ihrer gefl. Nachricht möglichst bald entgegen und begrüßen Sie mit vorzüglicher Hochachtung gez. Dr. Marx. Rundfunk. Aus wichtigen Gründen bitten wir zu beachten, daß es trotz Einsetzung der Ueberwachungs- Ausschüsse beim Rundfunk sich nicht empfiehlt, etwaige Beschwerden ohne Fühlungnahme mit uns einzureichen. Es muß zunächst stets Meldung mit genauen Angaben (Sender, Datum, Zeit, Vortragender, Thema, zu beanstandender Text) an die Zentrale erfolgen.

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