Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 2 (7.7.1926)
- Date
- 1926-07-07
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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„Umso besser, daß der Herr die Zeitung nicht nimmt, da kann ich sie lesen". Nach der Lektüre äußerte er sich dahin, „daß die Zeitung besser und mehr wert sei, als alle rechtsnationalen Zeitschriften zusammen." Es schloß sich eine Unterhaltung zwischen dem Studenten und dem Gehilfen über die Erfurter Friedhofsschändung im besonderen und den Antisemitismus im allgemeinen an. Judenfeindliche Zoologie. In R. Voigtländers Verlag, Leipzig, ist ein mehrbändiges Werk „Lebensbilder aus der Tierwelt Europas" von Meerwarth-Soffel, Herausgeber Carl Soffel, erschienen. In Band III dieses Werkes („Von Tauben und Hühnern, Storchvögeln und allerhand Sumpfgeflügel") befinden sich folgende Stellen: Auf Seite 103 (Kapitel: „Löffler und brauner Sichler") Zeile 19 ff: „Denn eine Jagdfahrt muß sich doch lohnen, und der Federjude in der Stadt — Modes en gros und en detail von den einfachsten bis zu den allerfeinsten (fainsten) Genres (Schangers) — zahlt gut". Ferner auf Seite 149 (Kapitel „Reiher-Siedlung") Zeile 4 v. u.: „Es ist ja alles fors Geschäft! For ä Geschäft, for ä graußes Geschäft!" Beide Kapitel haben M. Merk-Buchberg, München zum Verfasser. — Einer unserer Freunde, der zugleich Vorstandsmitglied mehrerer Tierschutzvereine ist, wandte sich auf unsere Veranlassung an den Verlag und stellte ihm vor, daß der Reiherfederhandel keineswegs vorwiegend in jüdischen Händen liegt, ferner daß z.B. in England keine Reiherfedern getragen werden, weil dort bessere Gesetze bestehen, an denen Juden mitgewirkt haben, ebenso wie auch in Deutschland an der Verbesserung des mangelhaften Tierschutzgesetzes Juden mitarbeiten; da das Werk sonst recht gut und sachlich sei, müsse angenommen werden, daß die angeführten Stellen nicht im Sinne des Verlags geschrieben und diesem bei Durchsicht des Manuskripts entgangen wären. — Der betreffende Herr erhielt umgehend eine Antwort des Verlegers R. Voigtländer, in der dieser zugibt, daß die erwähnten Stellen ihm bis dahin unbekannt geblieben waren. Er fährt fort: „Es bedarf wohl nicht der besonderen Hervorhebung, daß diese Art der naturwissenschaftlichen Darstellung meinen Beifall nicht findet. Sollte eine neue Auflage des Buches erscheinen, so würde ich es für selbstverständlich halten, daß die betreffenden Stellen geändert werden. Für Ihren Hinweis verbindlichsten Dank!" Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, als der Verlag Voigtländer der „Vereinigung völkischer Verleger" angehört. Deutschnationaler Krankenversicherungsverein. In Nr. 13 der C. V.-Zeitung berichten wir unter der Ueberschrift „Im bewußten Gegensatz zum Deutschtum" über den Erfolg einer Eingabe beim Reichsaufsichtsamt für Privatversicherungen die den Deutschnationalen Krankenversicherungsverein zum Gegenstand hatte. In dem betreffenden Bescheid des Reichsaufsichtsamtes wurde dem D. K. V. verboten, Werbeschriften, in denen der Satz: „Juden und Angehörige von Nationen, die in bewußtem Gegensatz zum Deutschtum stehen, können die Mitgliedschaft nicht erwerben", vorkam. Neuerdings versandte der D. K. V. neue Werbeschriften, in denen der angeführte Satz in folgender Fassung wieder enthalten war: „Juden und in bewußtem Gegensatz zum Deutschtum stehende Angehörige anderer Nationen können nicht Mitglieder werden". Wir hatten in dieser Angelegenheit zunächst eine ausführliche Rücksprache beim Reichsaufsichtsamt für Privatversicherungen und richteten im Anschluß daran eine neue Eingabe an das Reichsaufsichtsamt, in der wir baten, dem D. K. V. auch den Gebrauch von Werbeschriften, die diese Wendung enthalten, zu verbieten. Verband Groß-Berliner Ortsgruppen. C. V.-Merkbüchlein. Der Verband Groß-Berliner Ortsgruppen (Landesverband Groß-Berlin) des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gibt ein Merkbüchlein für das Jahr 1926—27 (5687) heraus. Das Büchlein, das eine engere Fühlungnahme zwischen C. V. und seinen Mitgliedern herbeiführen soll, wird Anfang Juli zum Preise von Mk. 0,60 erscheinen. Es bringt auf der Titelseite ein Bild des 1. Vorsitzenden des C. V., Herrn Justizrat Dr. Julius B r o d n i t z; weiter das Porträt des Direktors des C. V., Dr. Ludwig Holländer nach einer Radierung des Herrn Professor Erich Wolfsfeld; die drei Vorsitzenden des Landesverbandes Groß- Berlin und die Bildnisse von Gabriel Rießer, Maximilian Horwitz, Eugen Fuchs. Aus dem Inhalt des Merkbüchleins sei folgendes angeführt: Was tut der Centrai-Verein? — Aus den Satzungen des Landesverbandes Groß-Berlin. — Aus den Satzungen des Centrai-Vereins — Hauptverwaltung und Hauptgeschäftsstelle — Landesverband Groß-Berlin — Verbandsausschuß — Vorsitzender der Ortsgruppen — Frauengruppen — Hauptvorstandsmitglieder aus Groß- Berlin — Auswärtige Haupt Vorstandsmitglieder — Aus der Gründungsgeschichte des Centrai-Vereins — Wegweiser durch die jüdischen Einrichtungen — Deutsch-Jüdische Jugendgruppen —:. Bevölkerungsstatistik — Stellungnahme zum Zionismus (Nationaljudentum) — Jüdische Gemeinden in Deutschland — Wahlstatistik — Parteien des Reichs- und Landtags — Ministerien — Völkerbund — Bezirksämter in Groß-Berlin — Wichtige Geschichtsdaten seit 1918 — Postgebühren — Bewegliche Feste der Juden und Christen 1926/1927/1928 — Jüdischer Kalender — Verlagswerke des Philo- Verlags — Notizblätter — Werbeblatt. Gärtnerische Rundschau. In Halle erscheint die „Gärtnerische Rundschau" als Organ des Reichsverbandes deutscher Privatgärtner. Dieses Blatt bringt auch allwöchentlich einen politischen Artikel, in dem es in der bekannten Art der Völkischen die Schuld an allen Vorkommnissen im Reich den Juden zuschiebt. Irgend welche Einwirkung auf den Herausgeber ist uns bis jetzt noch nicht gelungen, da dieser uns den Namen seines politischen Mitarbeiters, der angeblich von Stendal aus die Artikel einsendet, nicht nennen wollte. Gleichzeitig bemüht 24