Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 27 (6.10.1921)
- Date
- 1921-10-06
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6467833-6467833-9641060-9626374--1187-9626377- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6. Oktober 1921. „Klär t e r." Instrument - tut Rahmen der Gesamt-Aguoa bilden soll. Innerhalb des Arbeitsausschusses hat nun A r b eitSteil u n g zu erfolgen, d. h., unter die einzelneil Mitglieder ftitb die Aufgabengebiete zu vergeben. Es läßt sich natürlich hier, wo nur der große Rah inen skizziert werden soll, nicht sagen, was im Einzelnen von den Ortsgruppen zu leiften ist. Tas gehört auch garnicht in meine Betrachtung. Ich greife daher auch nur Eittiges heraus. So wird eiitc^ jeoe Ortsgruppe einen Tezernenteu für die Pro - p n g a n d a, für den organisatorischelt Ausbail benötigen, ferner einen F i n a n z miuister — eine sehr schwierige Aufgabe — denn lvir braucheil, ivenil wir wirklich etwas leisten wollleii, viel Geld, sowohl für die Ortsgruppe, als auch iusbesondere für den Gruppenverband und für die Zentrale. Ferner eine Persönlichkeit, die sich besonders der sozialen Aufgaben annimnlt, jetzt eilten P a l ä st i n a r e f e r e il t e il, gailz zu fchweigeil von dem uns ganz besonders am Herzen liegenden Referat für „Pflege des Thora st u d i u m s". Ein jeder, der innerhalb des Arbeits-Ausschi.sses eine solche Ausgabe zugeteilt bekoutmt, ist verpflichtet, sich ihr zu ividnierl uitd ist dem Ai beitsausschuß, insbesondere aber dem Vorstailde gegenüber für die bestmögliche Ausführulig verantwortlich. Er muß sich für feilte befoudere Arbeit eitlen Stab voll Helferit ails den Reihen der Ortsgruppeil Heraltziehen, sodaß das System der Kommissionen aus der 'Arbeit selbst als notwendig herauswächst. Soll aber die eben geschilderte Organisation ilicht bloß auf dem Papier stehen, fonbern, was der Vorstand beschließt uild der Arbeitsausschuß übernimmt, was die Komnlissionen durchführen, in die Tat umgesetzt werden, so kann dies nur mit Hilfe eitles Büros geschehen.- Eitle größere Ortsgruppe ohne ein eigenes Büro ist ein Unding. Tie Zeiten fittb vorüber, wo mau es Privatleuten, die inl Leben stehen, zumuten konnte, selbst die Briefe zil schreibeil, die wichtigeil Gänge zu besorgen uitb Aktionen bis ins Einzelste vorzubereiten. Dazu bedarf es eines Büros mit einem Geschäftsführer und geschultem Personal. Eine jede größere Ortsgruppe Miiß einen Geschäftsführer haben, der entweder ausschließlich oder einen Teil seiner Zeit dieser Arbeit widmet. Wenn man sich in der Zentrale darüber beschwett, daß mail von eitlzelnen Ortsgrijppen so wenig hört, daß mail keinen Bericht erhalt, daß allgemeine Verfügungen nicht ausgeführt iverden, so liegt das meiiles Erachtens lediglich daran, daß eben in den Orts grupp eil keine Stelle vorhanden ist, welche die Arbeit ausführt. Tie Kosten, welche für diesen Zweck angelegt werden, sind gut angelegt und keine Ortsgruppe sollte sich scheuen, derartige produktive Ausgaben in ifjrcn Etat einzustellen. Ein iveiteres schwieriges Problem ist die A k t i v i e r u n g des M i t g li e d e r k r e ises in größeren Ortsgruppen. Eitl Weg, wie man möglichst viel Mitglieder für eine persönliche Interessierung an der Arbeit gewinnen kann, ist scholl erwähnt worden. Er besteht darill, daß ill die Kommissionen Leute herangeholt werden, die entweder selbst sich melden oder aber voll Freunden für die Sache gewonnen werden. Eilt iveiteres Mittel besteht ill der Einsetzung voll Vertrauensleuten. In großen Ortsgruppen, namentlich ill großen Gemeindell lvird mau ohne das System voll Vertrauensleuten nicht auskommen können, beispielslveise iu Berlin diirfte es gailz unmöglich fein, die eiuzetnen Stadtbezirke uub Stadtteile iutenfin zil bearbeiten, ohne daß man einzelne Persönlichkeiten zu gewinuelt sucht, welche die örtlichen Verhältnifse überblicken Hinnen und dem Vorstand ilild Arbeitsausschllß bei der Turchführung seiner Aufgaben all Ort unb Stelle mit Rat ulld Tat zur Seite stehen. Ter letzte nub wichtigste Weg aber besteht in der dauernden Orientierung der Rcitglieder auf schristtichem und mündlichem Wege über alles, ivas voll der Ortsgruppe alls, vonl Gruppenverband, vvln »Zentralrat geschieht. Nach dieser Richtung Hill ist bisher viel verabsäumt ivorden. Tie Mitglieder ulüssell milldestens alle zwei Monate, einen schriftlichen Bericht — kurzell Tätigkeitsbericht — erhalteil, mindestens alle drei Moitatc zusammenkommen. Tazu aber ist die erste Voraussetzung, daß die Leitung der Ortsgruppen selbst von der Zentrale ständig über ale lvichtigen Vorgällge in der „Aguda" auf dem Laufenden ertjatten bleibt. Mall halte mir nicht entgegell, daß durch die jüdischen Zeitungell im Großen unb Ganzen eine Orientierung erfolge. Es gibt immer ill jeder großen Organisation Tillge, lvelche der Oeffentlichkeit vorenthalteit lverdell, dagegeil zur Kenlltllis der Mitglieder kommen müssen. Man komme mir vor alten Till gen nicht mit dem Einwand, daß zu viel ill der Schwebe sei llnd daß man es vermeiden müsse, über schwebende Angelegenheiten Mitteilungen zu machell. Ganz im Gegellteil, gerade nach dieser Richtung hin ist eine Aufklärung dringelld erforderlich und selbst danll, lvellll die eine oder die andere schwebende Angelegenheit nicht in dem Sinne erledigt wird, wie es von der Leitung gewünscht lvird, so schadet es nicht, wenn auch über die Mißerfolge die Mitglieder orientiert werden. Sie werdell dann jedenfalls das Gefühl haben, daß ihnen nichts vorenthalteit lvird ttttb es lvird sich eitle lebelldige Wechselwirkung zwischen deln Einzeluen und der Leitung ergeben, an der es bisher jetzt so sehr mangelt. Tas ist in großen Zügen dasjenige, lvas ich Ihnen zu sagen habe und welln unser heutiger Telegiertentag den Erfolg zeitigt, daß die Vertreter der Ortsgruppen, die hier versammelt fittb mit dem ernsten Willen zurückkehren, die organisatorischell Aufgabelt nach den eben gekennzeichneten Gesichtspunkten nach Kräften in die Hand zu nehmen, so glaube ich, daß der Telegiertelltag einen Teil seiner Aufgaben erfüllt hat. Tann lverdell wir wohl, wenll wir wilder einmal s. G. lv>. in absehbarer Zeit zusalnillellkomuleil, llicht mehr wie bis jetzt über die große Stagnation, die in atteu Kreisen besteht, zu klage'.l haben, bettn, wie ich scholl einmal gesagt habe „der Gedankell nttb der Aufgabell gibt es viele", man nluß sie llur mit ernftem Willen zu lösen suchen. Thesen: . 1. Jede Ortsgrllppe muß einen Arbeitsausfchilß haben, der mindestens aus Z, höchstells aus 15 Persollen bestehen soll. 2. Sitzungen des Arbeitsausschusses müssell lnilldestells alle 14 Tage ftattfiitben. 3. Innerhalb des Arbeitsausschusses muß eine Arbeitsteilung sta4tfinden, illdenl einzelne Mitglieder bestimmte Funktionen überllehmen, für die sie verantwortlich fittb. _Nr 27. Sette 3. 4. Zur Turchführung der Aufgabell der Ortsgruppen fittb Kommlisioneu zil bestimlnell. 5. Jede größere Ortsgruppe muß einen Geschäftsführer habell, der entlveder int Haupt- oder int Nebenberufe die Geschäfte führt. l>. Ill jeder größerem Ortsgruppe ist das Systenl voll VertralleilSleuteil einzuführen. 7. Tie Rcitglieder der Ortsgruppe müssen milldestell's alle 3 Monate zusammengerufell lverdell, mindestells alle 2 Monate schriftlich über die Tätigkeit orientiert lverdell. Die Sitzung der Landesrepräsenianz der Agudas sisroel in der Slowakei. (Vortällsiger Bericht.) Aiolltag. beit 13. El ul fand im Sitzungssaale der orth. isr. LlUtusgemeinde Preßbürg eitte Plenarsitzung der Landesrepväsentanz der Agudas Iisroel statt. Es waren eilte größere Anzahl von Rabbinern und anderen leitettbeu Persönlichkeiten anwesend. Ten Vorsitz führte Rabbilter Aron Katz aus 'Neutra. Er erstattete den Tätigkeitsbericht uub begrüßte die Erschienenen, besonders Sr. Elv. Herrn Oberrabbiner Schreiber, Herrn Oberrabbiner W e b e r, den Präsidenten der orth. Landeskallzlei ttttb Herrn Oberrabbiner Spitzer aus Kirchdrauf, der auf dem Heimwege aus Amerika der Sitzung amvohnte. Herr Oberrabbiner Webe r berichtete über die politische n A k - t i o n e n der Agildas Iisroel ill der Erez Jisroel-Frage. Herr Oberrabbiiter Spitzer eiltlvarf ein allschailtiches Bild von dem Judentum uild der Aguva-Arbeit itt den Vereinigt e n ^-taatell. Tie Versamnllllng dankte beit Rednern und dem Vorsitzenden mit begeistertem Beifall für ihre Ansprachen. Generalsekr. Braun legte das Arbeitsprogramm für die llächstell Mollate dar und fand die Zustimlnung der Versammlullg. .Herr Braun berichtete sodann über die Lage der il k r a i n t s ch e n W a i s e n k i il d e r. Es wurde beschlossell, eine größere Anzahl dieser Kinder ill der Slovakei unterzubringen uild sofort all deren Einteilung auf die einzelllell Gemeindell zu schreiten. Herr iOberrabbiner Ungar aus Tirnau und Herr Wilhelm 54o hu aus Bratislava referierten über die Resultate der I e s ch i wa - A kti o n. Sie koimteit ein gutes Ergebnis der bisherigen Sammlung konstatieren, obwohl eine Anzahl größerer Gemeinden mit ihren Leistungen noch im Rückstände sind. Tie Maßnahmen zur weiteren Arbeit auf diesem Arbeitsgebiete rnnrden eingehend beraten. .Herr Rabbiner K a tz uitd Herr Oberrabbiner U lt g a r referierten über die verschiedenstelt Arbeiten und Pläne der R i t u a l - S e k t i o lt. Tie Beratmtgen führten zu wichtigen Beschlüssen, zu deren Turchführung sofort geschritten werden soll. Auf Grund eines Rundschreibens des Zentralrates, wurde beschlossen, während des Monats Tischri in sämtlichen Ortsgruppen der Slovakei Sammlungen für den K e r e n Erez I i s ro e l ztt veranstalten. Außer den erwähnten Beschlüssen lvllrden ltoch eine Reihe von Anregungen für die tueitere Arbeit der Agudo iu der Slovakei gegeben, die in den ersten Wintermonaten eine ausgedehnte und fruchtbare Tätigkeit der Agudas Iisroel in der Slovakei verheißen. Propaganda Material, Redner rc. stellt die Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel, Frankfurt am Main, Eschenheimer Anlage 31, zur Verfügung