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Blätter · 1921-06-02 · 18 (2.6.1921) · p. [Seite 2]

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Journal
Blätter
Volume
7 (1920-1921)
Issue
18 (2.6.1921)
Date
1921-06-02
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German
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Glätte r ." 9. Juni 1Ü21. Seite 2 Nr. IS große geistige Aufgabe der Aguda wird in der Herausstellung des wahren und echten jüdischen Nationalismus, wird in der Erziehung ihrer Glie der zu diesen: wahrer: und echten Nationalisinns 'bestehen, der vielleicht das letzte und schwerste Stadium bedeutet, durch das die jüdische Nation im Galuth zu schreiten hat. Das von der Frankfurter Ortsgruppe veröffentlichte P r o - gramm will den Anstoß hierzu geben. Die Wirkungen dieses Programms bleiben abzuwarten. Agudist ist, wer die Lötliche Gefahr erkannt hat, in der gegenwärtig die jüdische Nation schwebt, wer aus dieser Erkenntnis heraus den festen Entschluß in sich hat reifen lasser:, die jüdische Nation seines Teiles zu retten, und wer zn dieser Rettung mit Gleichgesinnten sich zu Ortsgruppen vereinigt. Kain: die finanzielle Gesundung einem berechtigten Zrveifel unterliegen, rvenr: die Ortsgruppen rvirklich Bereinigungen Sogesinnter darstellen?-- — 2. D a s e r: g l i s ch e M a r: d a t. In dem von der englischen Regierung veröffentlichten Mandatsentwurf wird' die jüdische Nation zur Mitarbeit am Aufbau Palästinas anfgerufeu. Gleichzeitig wird eine „jüdische Agentur" bei der englischen Regierung gebildet und die Wahrnehmung dieser Agentur vorläufig der — zionistischen Organisation übertragen. Zwei Tatsachen von erschütternder Bedeutung. Die Motive der englischen Regierung sind gleichgültig. Gleichgültig ist im Grunde genomn:en auch — wenigstens im historischen Sinne — das mehr oder weniger karg zugebilligte Maß von Vorrechten der jüdischen Nation beim Aufbau Palästinas. Entscheidend ist zunächst das Faktum Edieses an die jüdische Nation ergehenden Aufrufs au sich. Das zweitausendjährige Inkognito der jüdischen Nation ist durchbrochen. Die Frage des jüdischen Nationalismus ist keine Theorie mehr. Die führende Weltmacht aner- Mnut — ihre Motive sind gleichgültig — die Ddische Nation als existierend. Die Kunde hiervon dringt bis in die letzte jüdische Hütte. 'Den letzten Juden in: letzten Dorf zwingt sie zur Stellungnahme. Hat die Judeuheit eine politische Sendung? Ja oder Nein! Ein Drittes gibt es nicht! Nicht um den leeren Wortstreit des Begriffs der Nation geht es. Nennt die Judenheit wie ihr wollt. Wer fragt darnach? Aber ob diese, Der Sokelower Rabbi «b’S® über die hebräische Literatur. In: zweiten Hefte der von der Aguda- Jugendgruppe Warschau heransgegebenen hebräischen Zeitschrift „Diglenu" richtet der Sokolower Rabbi in einem in brillantein hebräischen Stile verfaßten Schreiben ein inahnendes Wort an. die Jugend. Zuerst zeichnet er den Standpunkt der alten Führer, die keine höhere und keine andere Literatur der hebräischen Sprache kennen wollten, als die göttliche Literatur. Er verweist auf die von allen Völkern gewürdigte Eigenart des jüdischen Volkes. Von ewiger Geltung fei das Prophetenwort: „Und was Eueren Geist befällt, daß das .Haus Israels fein soll wie alle anderen Völker -- das wird nie und nimmer fein!" Das war immer die Antwort unseres Volkes gegen Reformer und Neologen. Das traditionelle Judentum spann und wob sich selbst seinen Lebensfaden, wandelte seine eigenen Wege, den Weg der Heiligkeit, auf Bahnen, die von den wahren Größen und Kapazitäten unseres Volkes vorgezeichnet und ausgebaut wurden. Nachdem der Sokolower Rabbi den Unterschied zwischen der Bedeutung der Literatur für alle anderen Völker und der sittlichen Macht der göttlichen Literatur der Juden klarlegt, schließt er mit folgenden Worten: „Ich beabsichtige mit u:einen: Artikel nicht die Hände der an diesen: heiligen Werke Arbeitenden erschlaffen zu machen. Ich erkenne, liebe, so oder so genannte Judeneinheit eine politische Sendung hat: darum gehts! Wer den Mut hat, die Frage zu nernetnen, de: spreche es aus. Und wer den Acut hat, die Frage zu bejahen, der spreche es aus. Aber Schweigen, aber Verhüllen, aber Kon:- promittieren: das ist vorbei! Denkt an die Jugend! Ihr werdet ihr das englische Mandat, ob es Gesetz wird oder ::icht, niemals verheimlichen können. Sie wird euch hinstellen vor dieses Mandat und wird von euch Zeugenschaft heischen: Bekennt! Denkt an die Verfolgten, an die Gemarterten unseres Volkes! Sie werden die Hüllen reißen von ihren gestriemten Leibern, sie werden ihren Jannner euch ins Antlitz speien, so ihr ihnen nicht Rechenschaft geben werdet für all das, was ihr :u:ternon:men habt auf Englands Ruf, was ihr unterlasse:: habt auf Englands Ruf: Bekennet! Denkt an Israels Heileszukunft! So furchtbar ist das Galuth, daß auch nur eine Stunde es frevelhaft verlängern, niemals sühnbares Verbrechen wäre. Vor euch erhebt sie sich, unser aller Mutter, die zweitausend Jahre um ihre Kinver weint: Ihr hättet vielleicht ihre Tränen lindern können, wenn ihr Erbarmen mit :hr gekannt hättet: Bekenner! — Mit der Abwehr des Zionismus ist es nicht getan. Die jüdische Nation ist aufgerufen. Die falsche hat sich gemeldet. Darf die echte schweigen? Darf sie es, weit die falsche vor den Tore:: Wache steht? Noch kennt Englands Regierung nur die falsche.' Will vielleicht sie allein nur kennen. Darf es die echte dulden? Wie rätselhaft, wie qualvoll rätselhaft sind Gottes Ratschlüsse. Wie schweres gibt Er uns zu tragen. Die falsche Nation läßt Gott wie eine Brücke sich zu Israels Land legen. Die Brücke lockt. Wer sie betritt, ist verloren. — Auf, Agudas Jisroel! Deine Stunde hat geschlagen! Sei Du der Ml:nd der echten Nation! Sprich!- Palästina-Arbeit der Agudas Zisroel. I. Der Gerer Rebbe in der Sitzung des g e s ch ä f t s f ü h re n d e n Ausschusses des Z en t r a l r a t der A. I. in Wien. Die Agudadepütation unter Führung des junge Leute, Eure gute Absicht und das gottgefällige Werk, ich kenne und schätze die Not Eures verwundeten, blutenden Herzens, ob der von Frevlerhand entweihten Schönheit unseres Schrifttumes; mein Herz leidet mit den: Eurigen ob dieser Erniedrigung wegen der Schechina, die auch in: Golus ist; ich kenne Eure brennende Begierde, sich in die Bresche zu werfen, für den Herrn Zewoot zu eifern, die Herzen zu erheben und zu entflammen, nn: die heilige Wacht zu halten; ich weiß Euren edlen Willen und starkes Können zu schätzen, Eure treue Hingebung für das heilige Werk, das uns Allen gemeinsam ist. Wie teuer ist mir Euer Verband, der in: .Heiligtun: fußt. Seit jeher war es der Wunsch und die Sehnsucht n:einer Seele, daß sich die Jugend organisiere, .Hand in Hand mit den Aelteren gehe, auf daß wir n:it vereinten Kräften die Ehre der Thora heben und sie in die frühere Würde einfetzen können! Große Hoffnungen fetze ich in Euch Bluten der Priesterschast! Ihr sollt uns die Jugend zurückbringen, die in jugendlicher Betörung sich verleiten ließ, aus den schlechten Brunnen der uwdernen Literatur zu schöpfen. Ich achte die Macht und die Wirkung einer zu schaffenden thoratreuen Literatur; sie kann ein Heilmittel für diejenigen werden, die der Literatur der Ausgelassenheit nachhängen. Ich weiß die Kraft zu schätzen, derer wir uns bedienen könnten, als wirksames Mittel zu unserer großen und erhabenen Bestimmung. Ich Null auch nichts Anderes fein, als ein Ansporn, Euch anzufeuern; Möge die Literagefeierten Rabbi von Gora nach dem heiligen Laude ruft die geschichtliche Erinnerung an jene Größen der Thora wach, die mit ihrem Zuge nach Erez Jisroel Epochen der Wüte wahren jüdischen Lebens geschaffen haben, wie Ramban:, Schelo und Arij, Die unsterbliche Liebe zur Erez ha-kedoscha findet ihren wärmsten Ausdruck in den der höchsten Empfindsamkeit befähigten, ausschließlich dem Thoraleben geweihten Geistern. Viele Hunderttausende haben den großen Rabbi mit heißen Segenswünschen für fein Werk auf seinem Wege 'begleitet und harren mit dem klassischen nasso we-nischma mit Spannung auf die Parole des großen Meisters. Aber nicht allein der innere Kreis seiner in ganz außerordentlicher Verehrung ergebenen Anhänger begrüßt den Rebbe auf der Heimkehr ans Jeru scholajim. Auch weitere Kreise haben diese bedeutungsvolle Reise mit Sympathie und Erwartung verfolgt. Es entsprach einer weithin empfundenen Sehnsucht, wieder einmal etwas mehr Größe, mehr Reinheit, mehr Innigkeit in dem chaotischen Getriebe der Palästinabewegung erleben zu können. * * * Anläßlich der Rückkehr der Agudadelegation aus Palästina sind die hier weilenden Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses und des rabbinischen Rates zu einer gemeinsamen Konferenz einberufen worden, in welcher der Gerer Rebbe als Führer der Delegation und Rabbiner Horovicz aus Jerusalem, Mitglied der Palästinazentrale der Agudas Jisroel, eingehend über ihre Mission referiert haben. Der Gerer Rebbe betonte seine große Zufriedenheit über seine Wahrnehmungen in Erez Jisroel und erklärt: es fei die Stunde gekommen, daß Agudas Jisroel in feiner Gesamtheit und in feinen einzelnen Gliedern an dem Aufbau Erez Jisroels effektiven Anteil nehmen müsse. 'Der High Commifsioner habe ihn und Rabbiner Horovicz gebeten, die Orthodoxie zu versichern, daß sich die gesetzestreuen Juden, die nach Erez Jisroel kommen werden, in absoluter Freiheit und Unabhängigkeit ausleben können. Auf Wunsch des Gerer Rebbe erteilte Rabbiner Horovicz über verschiedene wichtige Einzelfragen Aufklärungen, die von den Anwesenden mit großer Befriedigung entgegengenommen wurden. Der Gerer Rebbe erklärte noch, daß er seine Erfahrungen in ausführlicherer Weise nach seiner Rückkehr tur in Eueren Händen zun: Cherubim^Schwerte werden, wie jene Pfeile in der Hand des Helden den gottgefälligen Kampf zu führen gegen die Lästerer, die, wie es die Bibel rügt, sich dreist rühn:eu: „Wir siegen mit der Zunge, die Sprache ist unser, wer ist uns noch Herr?!" Aber . . . irrt nicht ab von der goldenen Mittelstraße, macht ja nicht das Nebensächliche zun: Hauptding und' das Hauptsächliche zum Nebending, G. b.! Ich bin eines Sinnes mit Euch, wenn die durch Euch zu schaffende Literatur als Mittel und nicht als Zweck dienen soll. . . ." Der schöne Maamar schließt noch mit der Mahnung, auch dem halachffchen Gebiete einen Platz in: „Diglenu" einzuräumen. Rotizen. Tie in den letzten Wochen veröffentlichte Artikel jene „Die Idee des Agudismus" von Rechtsanwalt Tr. I. Breuer, wird auf Veranlagung der „Blätter"--Redaktion in eitler Brofchüre im Kom-- iitifsivnsverlage von L. Sänger Verlag, Frankfurt (Main) erf ch,einen. Uni die Höhe der Auflage beweisen zu können, bitten wir alle Orts- und Jugendgruppen der „Blätter"-Redaktion oder der Firma L. Sänger bereits jetzt die Anzahl der gewünschten Exemplare aufzugeben.

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