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Blätter · 1921-05-19 · 16 (19.5.1921) · p. [Seite 3]

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Journal
Blätter
Volume
7 (1920-1921)
Issue
16 (19.5.1921)
Date
1921-05-19
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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im. 19 Mai 1921. Stätte r" Nr 16. Seite 3. hure der bk ziol a übte der Uu ) sie er- Gefahres Prine. D u ng, in a n i s n - n steht, n e V e rns de r die Lei- Verhano- »nisnscyen tun kann rller ders Gottes- Wir täu- )ziel noch folge des und sie die Zioaber auf 'chen Arionisnlns schemiurg, Bisdahin s in briifeütdselig 82. chmidt. rmel traf 5eimabgeltralkomi- -Lodz, im g Chaul- Noch auf wir Gell bewlln- :r großen sie die Zuvor uns, ative und at umzu-!N, welches war, gei, die die profanen )en Land- Är unsere Verlust ein lder Klage sdruck den nret. Aber in welcher wird nur daß einer welche es gung nach ^euer und e Wirkung einer Perheit seines Verstand r, welches lg, welches unden hat, sche Volksch für seine >s Agudaies Aguoa- Wohnmrg r der Tod nvergeßlich Aguda» sisroel. Erez Ä»roel md Palästina-Mandat. Interview mit Jacob Rosenhei m. Angesichts der schwer kontrollierbaren Berichte, die ein Teil der zionistischen Presse über die in Wien stattgehabte Zentralratssitzung der Agudas Jisroel veröffentlichte, hat sich der Frankfurter S.-Korrespondent der „Jüd. Preß-- zentrale Zürich" an den in den Berichten erwähnten bekannten Agudasührer, Jacob Rosenheim, in Frarrkfurt a. M., mit der Bitte um authentische Auskunft über die für die Oefsentlichkeit besonders wichtigen Wiener Beschlüsse uud Verhandlungen, gewandt. Unser Berichterstatter fragte zunächst, wie es in finanzieller Hinsicht mit der Aguda bestellt sei. „Ich kann darauf uur antworten: recht ungünstig, verhältnismäßig ebenso ungünstig, wie mit und in der zionistischen Organisation, sofern und soweit nicht der große Geldgeber Amerika dort die Kosten trägt und die Löcher stopft. Wir müssen vorläufig ganz ohne amerikanische .Hilfe wirtschaften, und es ist wahrlich, für keinen denkenden Menschen eine Offenbarung, daß eine Organisation wie die unsrige, die erstens jung und ohne finanzielle Disziplin ist und zweitens sich fast völlig auf die jüdischen Massen des Ostens mit seinen entwerteten Valuten stützt, vor den schwersten finanziellen Aufgaben steht. Wir haben uns weder dieser Tatsache zu schämen, noch der immer wieder in die Bresche springenden Opferwilligkeit einzelner begüterter Gesinnungsgenossen. Im Gegenteil: unsere Armut ist der Zeuge unserer Unabhängigkeit, und auch wenn wir jetzt endlich versuchen, die gesetzestreue Judenheit Amerikas um unsre Fahnen zu sammeln, so werden wir um deswillen kein Jota von den Grundsätzen der „Agudas Jisroel", die nur den Thorawillen als Herrscher im jüdischen Volke anerkennt, preisgeben." „Ist es wahr, daß die Aguda in Wien beschlossen hat, sich aus Mangel an Mitteln und aus Abneigung gegen den Zionismus von der Arbeit in Erez Jisroel zurückzuziehen?" „Eme lächerlichere Erfindung als diese Behauptung äst schwer denkbar. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die brennende Liebe zu Erez Jisroel und der entschlossene Wille zur umfassenden praktischen Arbeit im Lande geradezu das beherrschende Moment der ganzen Tagung bildeten. Die Vertreter des Ostens erklärten einstimmig, daß, trotz der Valuta- Schwierigkeiten, aus den Kreisen der Orthodoxie, aus den Schichten des orthodoxen Mittelstandes und der Begüterten unbegrenzte Geldmittel für Eres Jisroel zur Verfügung stehen, die nur auf die von der Agudas Jisroel zu schaffenden Aufsaugungs-Instrumente und Betät'gungsmöglichkeiten warten. Sie sprachen von Abneigung gegen den Zionismus"; gewiß, diese Abneigung ist unleugbar vorhanden und sie richtet sich nicht nur gegen den areligiösen Zionismus, sondern — ich bedauere das persönlich — in fast noch höherem Grade gegen den Misrachi, der offenbar gerade im Osten alles tut, um sich die gesamte rabbinische Welt, ja alle unabhängigen, echt jüdischen Elemente zu bitteren Feinden zu machen. Allein diese Abneigung wird die Orthodoxie nienials zum völligen oder teilweisen Verzicht auf Erez Jisroel bringen können; was in Jahrtausenden die nichtjüdischen Völker nicht vermochten, wird auch den von Augenblickserfolgen berauschten zionistischen Erez Jisroel-Politikern nicht gelingen. Die Orthodoxie wird um jeden Stein und jedes Staubkorn im Lande kämpfen, und sie wird zähe genug sein, um mit ^ihrer Thora im Arme auch über die kritischen Jahre der gegenwärtigen Feuerwerks-Politik hinwegzukommen". „Welche Stellung hat nun der Zentralrat zur Mandatsfrage eingenommen? Will man wirklich die Inkraftsetzung des Mandates hinauszuschieben suchen?" „Auch das ist eine böswillige Erfindung } unserer Gegner, bei deren journalistischen Hilsstruppen der gesunde Menschenverstand leider oft mit dem Parteihaß durchgeht. Die Resolution, die 'der Zentralrat zur Frage der Jewish Agency faßte, ist doch klar genug. Sie lautet wörtlich: „Artikel 4 des Entwurfes zum Palästinamandat, durch den eine einzelne Partei innerhalb der Judenheit, die Zion. Organisation, als Jewish Agency anerkannt wird, widerspricht den Grundsätzen allseitiger Gerechtigkeit und ist besonders nicht geeignet, das von der Mandatarmacht angestrebte Ziel der Heranziehung aller am Aufbau Erez Jisroels interessierten Kreise zu fördern. Der Zentralrat hält daher im allseitigen Interesse die Umbildung der im Entwürfe vorgesehenen Jewish Agency für erforderlich, derart, daß der durch die Agudas Jisroel repräsentierten Orthodoxie die Möglichkeit gegeben wird, ihrer geschichtlichen Aufgabe gemäß, an dem Aufbau der jüdisch-nationalen Heimstätte in Erez Jisroel im Geiste der religiösen Ueberlieferung und des jüdischen Religionsgesetzes mitzuwirken." Wären die zionistischen Zeitungsschreiber nicht mit Blindheit geschlagen, so müßten sie angesichts der ungeheuren Größe der ihrer harrenden weltgeschichtlichen Aufgabe, froh und glücklich sein, wenn auch die dem Einflüsse der Rabk biner und chassidischen Führer gehorchenden Millionenmassen des Ostens ihre ganze moralische und materielle Kraft an das gigantische Werk des Aufbaues setzen wollen. Diese Massen und ihre Führer lehnen nun einmal die zionistische Organisation als eine das alte religiöse Volks- Ideal vernichtende Neuerung grundsätzlich ab. Welches moralische Recht hat man, ja welche rationelle Veranlassung besteht für die Mandatarmacht, diesen Massen deswegen den Revolver auf die Brust zu setzen und ihnen zu sagen: entweder ihr werdet gegen euere religiöse Ueberzeugung Zionisten, oder ihr verzichtet darauf, euren Einfluß in völkerrechtlich gesicherten Formen beim Aufbau eures nationalen Heimes zur Gelln.E zu bringen? Wenn assimilatorisch gesinnte Palästina-Philanthropen ihr Geld einer einseitig zionistischen Jewish Agency anvertrauen wollen, so riskieren sie höchstens — ihr Geld, das auch dann einem guten Zwecke dient. Die Orthodoxie aber hat sittliche Werte zu wahren; ihr ist es moralisch unmöglich, schweigend zu dulden, daß die Mandatarmacht bei den grundlegenden Maßnahmen zum Aufbau eines Heimes, das ein Heim für Juden, nicht für Parteizionisten werden soll, einseitig von denen beraten wird, die für den Gedanken der inneren Souveränität des Gotteswillens im jüdischen Volke kein Verständnis besitzen." „Hat denn nicht Weizmann dem Amsterdamer Oberrabbiner gegenüber beteuert, daß er dieses Verständnis durchaus besitze?" „Erstens finb die persönlichen Stimmungen und Neigungen des Herrn Weizmann kein sicherer Faktor, mit den: sich auch nur auf eine Generation hinaus rechnen läßt. Dann aber — verzeihen Sie mir ein offenes Wort. Wie wir Westeuropäer auch denken nlögen — die Aguda- Orthodoxie des Ostens will nun einmal nicht auf das Wohlwollen des Zionismus, der sie tagtäglich in den wildesten Formen beschimpft, angewiesen sein, solange der Zionismus nicht die Selbständigkeit und Gleichberechtigung der die Würde der Thora vertretenden orthodoxen Organisation ausdrücklich und durch die Tat anerkannt. Ich hoffe noch 'immer, daß die geistigen Führer des Zionismus klüger und leidenschaftsloser sein werden, als die Journalisten. Wenn nicht, wird der Kampf weiter gehen uiib dabei nicht immer die Formen innehalten, die für den unvermeidlichen Kampf der Weltanschauungen an sich möglich wären." Orthodoxe Kolonie , in Palästina. Der Aguda nahestehende Kreise haben eine Organisation „Agudas-Hajischuv" gegründet, deren Zweck die agrikulturelle Betätigung orthodoxer Kolonisten, insbesondere früherer Jeschiwabachurim, erstrebt. Regierungskreise stehen der Neugründung! sehr sympathisch gegenüber und werden voraussichtlich die nötigen Ländereien dazu hergeben. Man beabsichtigt zunächst die Ansiedelung von 100 Kolonisten. Stimmen der Zeit. Reise des Gerrer Rebbe nach Erez Jisroel. Dien nachhaltigen Eindruck, welchen der Besuch der unter Führung des Gerrer Rebbe stehenden Aguda- Telegation in Palästina machte, zeigt sich am deuttichsten in folgender Aeußerung der extrem zionistischen Tageszeitung „Hoorez" vom 4. Nissan., „Nicht wie die früheren Rabbinen kommen die geistigen Führer der chas wischen Massen in Polen und Galizien, denn nicht um sich abzusondern vom Leben, um sich zum Sterben vorzubereiten kommen sie, sondern zur .schöpferischen Tätigkeit. Sie sind' die eigentlichen „Chaluzrm", welche den großen orthodoxen Massen Osteuropas vorangehen. Sie suchen einen Ruhsort und einen Ort zur Arbeit für die oroße jüdische Gemeinde, die auf sie kört. Das ist eine wichtige nationale Erscheinung, die im jetzigen Moment den Sieg des zionistischen Gedankens mehr erweist als öffentliche Reklame oder irgendwelche Resolutionen. Tie Zionsliebe, die man in jenem Lager verspürt, das bis jetzt allen zionistischen Bestrebungen gegenüber sich oppositionell verhielt, ist der beste Beweis, daß im Volk die nationale Wiederbelebung wieder beginnt. (Ter „Hoorez" kann sich leider die zionistische Phraseologie nicht abgewöhnen. Das jüdiscye Volk soweit es sich nicht von der Tora entfernte bedarf nicht der „Wiederbelebung", weil es gottlob nie ausgehört hat, zu leben. Auch die Betätigung für Erez Jisroel bedarf nicht des zionistischen Anspornes, wohl aber nimmt diese Betätigung Tank der politischen Umgestaltung in Erez Jisroel neue Formen an. D. Red.) Der Gerrer Rebbe, der heute nach Jerusalem kommt, ist eine der Hanptsäulen der polnischen Agudas Jisroel, welche einen.energischen, erbitterten Kampf mit brr zionistischen Organisation führt. Ter Gerrer Rebbe ist auch bekannt als eine Persönlichkeit, welche schon in Polen die Initiative zu praktischer wirtschaftlicher Betätigung gegeben hat. Es ist kein Zweifel, daß seine Reise nach Erez Jisroel Privat- Initiative in jenen jüdischen Kreisen unseres Landes erwecken wird, welche bis jetzt noch keine praktische Kolonisationsarbeit geleistet haben. Man kann mit Recht die größten Hoffnungen auf den großen Arbeitsplan setzen, den die Agudas Jisxoel schon deshalb verwirklichen wird, um den Beweis'zu erbringen, wie ihre Arbeit diejenige der zionistischen Organisation einschließlich des Misrachi übertrifft. Wir begrüßen den verehrten Gast mit dem Wunsche, daß die Gegnerschaft der Aguda den Jischuw-Hoorez vergrößere und stärke. Auch die verehrten übrigen Mitglieder der Delegation begrüßen wir mit demselben Wunsche, daß ihre Ankunft neue Kräfte zum Ausbau Palästinas auslösen möge. Ter „Hator", das misrachistische Organ Palästinas vorn 7. Nissan schreibt in seinem Leitartikel: „Leider ist in Erez Jisroel die öffentliche Tokumentierung der Religionslosikeit zur gewohnten Tatsache geworden. Tagtäglich sieht man, wie jüdische Heiligtümer nnt Füßen getreten werden, ohne daß jemand dagegen protestiert. So sahen vorigen Sabbat die jüdischen Gassen Jerusalems eine Gesellschaft junger Juden, welche zu Roß imnd Wagen inmitten der sabbathaltenden Bevölkerung zur Chalnzimstation in Kirjas Joirnl führen und landwirtschaftliche Geräte transportierten. Nicht gegen diese Sabbatentweiher tvenden sich unsere Vorwürfe, denn wir glauben kaum, daß es irgendwelche Wirkung auf sie ausuben würde. Wir wenden «uns vielmehr an diejenigen, welche finanziell diese jungen Leute unterstützen, weil wir an den talmudrschen Ausspruch denken: Wer die Möglichkeit, ein Unrecht zu verhüten, mcht ausnützt, ist selber für es verantwortlich. Wir legen deshalb die ganze Verantwortung für alle diese Tinge auf diejenigen, welche die Gelder des Nationalfoirds und der übrigen Fonds der zionistischen Organisation verwalten. Es ist eine offenkundige Tatsache, daß jede Siedet ung die bis jetzt durch das Geld des jüdischen Volkes geschaffen wurde, einen Ri ß und eine Zerstörung des religiösen I n d e n t u rn s bedeutet. Es gibt keine einzige Stadt und Kolonie in Erez Jisroel, wo die jüdischen Heiligtümer so verachtet werden, wie in den Dörfern und Kolonien, welche durch den Nationalfonds ausgekalten werden. Alle Antworten und Ausreden, die wir bis jetzt gehört und die wir zweifelsohne von den Leitern hören werden, find ungenügend. Wenn die Leiter es wirklich anders wünschten, wenn sie jene Energie auswenden würden, die sie in anderen Fällen beweisen, sind wir sicher, daß solche ungehörten Tinge, die in den Golusländern kein Beispiel finden, im Lande unserer

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