Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 16 (19.5.1921)
- Date
- 1921-05-19
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
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-Leite 4. Nr. 16. ..Glätte t" Zukunft nicht vorkämen. Tiejenigen, welche an der Spitze der Arbeit in Erez Jisroel sieben, sind verantwortlich für die Perachtung der Tora in Türfern und Kolonien, und nur von ihnen fordern wir eine Antwort." Wir halten es für unsere journalistische Ehronistenpiticht, auch diese freilich palüst'neusckchc Alisrachi-Stimme zu registrieren und geben der Hoffnung 'Ausdruck, daß die Konsequenz dieser starken Worte sich in der Stellungnahine zürn Nationalfonds äußern wird. Aus einem Fenster in Jerusalem. In der letzten Nummer des „Jewish Chronicle" veröffentlicht unter der Ueberschrist: „Aus einem F e n st er in I e r u s a l e m", Isaak S u o w m an eirre durch Schariblick und kritisches Urteil ausgezeichnetc Schilderung eines Markttages in M e o Scheorinl, der östlichen Borstadl von Jerusalem. Ter Grundzug der Betrachtung ist das tiefe Bedauern über die bisherigen geringen Ergebnisse der Kolonisationsarbeit in Erez Jisroel, soweit sie die Heranziehung eines jüdischen Bauernstandes und die Emanzipation des jüdischen Konsums ar. Lebensmitteln von den arabischen Fellachen fnt Arge hatte. Doch weiß der Berfasser auch sonst Interesfantes zu erzählen. So schreibt er unter anderem: „Die Zionisten rühmen sich ihrer Schulen. Es ist wahr, daß diese Schulen viel für die Popularisierung der hebräischen Sprache ictcm haben, aber auf der anderen Seite haben sie starkes Mißvergnügen unter einein Teil der jüdischer» Bevölkerung erweckt. Borr meinem Beobachtungsouul't in Meo Scheorim aus gibt es verschiedene Gelegenheiten, diese Tatsache wahrzunehnren, und festzustelleu. Vor kurzer Zeit hatte ich das Vergnügen, Unen Herrn zu treffen, der mir sagte, er sei „Pro fei'ob der Alten L i t e r a t u r" an ei »rer wichtigen zionistischen Schul-Jnftitution. Ich wagte zu sagen, daß ich mir nicht vorftellerr könnte, daß irr der errvähnten Schule so hohe Studien getrieoen würden, daß griechische und römische Mythologie darin einbegriffen sein könnte, oder war es vielleicht alte egyptische Volkskunde oder Sanskrit oder die Zend Avesta, die man dort studiert? Ter Professor korrigierte mich lächelnd. Er lehre die Bibel! Es tiedarr keiner besonderen Erwähnung, daß der jüdische Brauch, das Haupt beim Lesen der hebräischen Bibel zu bedecken, schon lange ab geschafft worden ist. Viele zionistische Lehrer ireiven die Verweltlichung so konsequent, daß sie sich selbst offen vori denjenigen Uebungen der überlieferten Lebensführung diespensieren, die alle Juden mit Ausnahme der Zionisten für heilig halten. Auf diese Weise ist die hebräische Schule — zum Unterschiede von Denjenigen Schulen, in denen Jüdisch die Unterrichtssprache ist — von Vielen mit einer Art von Entsetzen betrachtet. Wie dem auch sein mag, an den besonderen Umständen, in denen sich das jüdische Volk in Palästina heute befindet, scheint es da nicht eine itnnötie Extravaganz zu sein, große Summen ans eine mehr oder weniger freie Erziehung zu veransgaberi. Tns Land Jsraael braucht eine jüdische L a n d b e v ö l k e r u n g , ■ aber Die palästinensischen Juden streben, wenn sie dies e A r t von S ch> u - l e n ve r l a s s e n , nach etwas höhere nt, als d e ni ländlichen Lebe n. E i n e g r o ß e Zahl v o n i h n e n, die ihren Ehrgeiz i n Pal ä ft i n a nicht befriedigen k ö nn e n , w a n d e r n aus und sogar wenn hie itttb da Knaben gefunden werden würden, die eine Neigung zur Landwirtfchast haben, so ist ihnen keine Ermutigung und keine Gelegenheit geboten, diese Bestrebungen zu betätigen. Tenn so seltsam es scheinen mag, so etwas wie eine jüdische Farm existiert nicht in Palästina!" Tie letztere Behauptung des Verfassers dürfte zwar übertrieben sein, ebenso wie er offenbar die Existenz der von der deutsche»! Orthodoxie s.'Zt. gegründeten ländlichen Schulen in den Kolonien übersieht, die doch wohl unter der Herrschaft des Misrachi nicht in so kurzer Zeit schon ihren jüdischen Eha rakter ganz eingebüßt haben werden? Allein für die eigentlich zionistischen Schulen trifft seine Schilderung sicherlich zu. Her Eindruck der Zionistischen preffehetze gegen die Aguda auf unsere Mitglieder. Aus der Fülle der Zuschriften, welche uns in beit letzten Wochen von gesinuungsgenössischer Seite zugehen unb welche beweisen,' wie die zionistischen Angriffe auf die Aguda das Gegenteil der Absicht ihrer Entrepeneure erreichen,' geben wir im folgenden zwei Aeußerungen von Mitgliedern unserer Jugendorganisation wieder: Pressekampagne gegen die Agudo! In den letzten Wochen sind die zionistischen und misrachistischm Blätter des gesamten Kontinents voll von Artikeln, die sich mirt der konstituierenden Sitzung des Zentralrates der Agudas Jisroel in Wien beschäftigen, und die glauben, gut damit zu inn, die Agudvh als volksverräterisch zu brandmarken, - indem sie der jüdischen Welt Schauermärchen auf-! tischen. Zunächst mal füllt es der zionistischen Presse schon als undemokratisch aus, daß die denkwürdige Sitzung in Wien unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand. Ich frage die zionistische Leitung: Halten sie etwa Ihre Sitzungen, die innere Angelegenheiten betreffen, öffentlich ab? — Tie Leitung der Agudob hat sich konstituiert, der technische Ausbau wurde besprochen, Personenfragen wurden behändst, und das alles soll vor der Oeffentlichkeit geschehen? Hätte Agudoh das Tageslicht zu scheuen, warum waren denn die Tagungen von Kattowitz, von Zürich, von Preßburg öffentliche Sitzungen? Man behauptet weiter: Tie Liebe von Agudas Jisroel zu Erez Jisroel ist mangels der erforderlichen Geldmittel erloschen. Ist es nicht ein Wahnsinn, der Welt glauben machen zu wollen, der Gerrer Rebbe und die anderen polnischen und litauischen Rabbonim, deren Liebe zum heiligen Lande bekannt ist, der in allen Kreisen hochgeachtete Tr. Moses Auerbach, dessen ganzes Streben nach Erez Jisroel gerichtet ist, hätten einer solchen Maßnahme zugestimmt? Wozu sollte mau denn in den einzelnen Länder!: Palästina-Zentralen ins Leben ru,en, wollte man Palästina Palästina sein lassen. Weshalb sollte inan aber dann auch das „Verbrechen" begehen und bei der englischen Regierung vorstellig werden, damit Agudas Jisroel Anteil au Erez Jisroel erhalte? Wo bleibt denn die vom Ziouismus gerühmte Demokratie, wenn sie es als „Verbrechen" bezeichnet, daß die Agudas Jisroel, die zufällig auch dem Volke Israel angehört (!), als die einzige, selbständige Vertrteterin der gesetzestreuen Judenheit, deren Liebe und Sehnsucht zum Laude der Väter schon länger besteht wie die Arbeit des Zionisinus, rechtlichen 'Anteil beansprucht an Palästina? Nein. 'Agudas Jisroel will ja etwas anderes. Agudas Jisroel „kommt es nur darauf an, die Arbeit zu stören und nicht zuzulassen, daß was Mandat endlich bestätigt und die Arbeit endlich in vollem Umfange ausgenommen wird. Als Mittel dient ihnen die Denunziation, die für diese Leute so charakteristisch ist." (Najen Heint.) Man versucht eben der jüdischen Welt einzuredeu, daß Agudas Jisroel in Wirklichkeit gar nichts von Erez Jisroel lvissen will. Was Agudas Jisroel will, ist einzig und allein, den Zionismus zu zerstören. Warum? TuS verschweigt die so „gut informierte" zionistische Presse. 'Agudas Jisroel ist schon immer bekämpft worden, schon von der Stunde ihrer Geburt au. Nicht iunner war die Kritik unberechtigt, Agudas Jisroel hat, was nicht weiter zu verwundern ist, in den Kinderjahren Fehler, größerer und kleinerer Natur, begangen. Eine Kampfesweise jedoch, wie sie jetzt von der Gegenseite geführt wird, wie man jetzt die Träger des Rechtes Gottes öffentlich als Lügner und Betrüger hinzustellen versucht, spricht allem jüdischen Empfinden Hohn. Wo ist das Verlangen der Zionisten nach der Einheit des jüdischen Volkes? Was der Zionismus iviil, ist U n t e r ft e l l u u g d e r g e f a m t e :t Judenheit unter d i e R e g i e des Z i 0 n i s m u s- Wer sich diesen! Willen nicht fügt, wird ganz einfach ausgeschlossen, als unehrlich und Intrigant gebrandmarkt. Inden, seid aus Eurer Hut! Laßt Euch uicht von den augenblicklichen Erfolgen und von den Verleumdungen^des Zionismus beeinflussen. Haltet treu zur alteu Tauroh, die uns mit nuferer Zionsliebe Jahrtausende erhalten hat. Einst wird der Tag kommen, da die religiöse Gesinnung des Zionisrnus zu schänden werden wird und die Tauroh wieder Führer ist in Israel. Ben Hador. Weinet! Eine Sturm fl nt des Hasses ergießt sich über uns. Eine Wolke von Pfeilen des Gift-s wird gegen uns geschleudert. Eine Phalanx von Speeren der Feindschaft ist wider uns aufgestellt. Kein Bild reicht ans, um das zu schildern, was in den letzten Wochen an Haß und Gift und Feindschaft gegen uns losgelassen ward. Jedes Wort im Munde wurde uns verdreht, jede Tat beschmutzt; ja, was an Schlechtigkeit und Niedertracht nur' der ärgste Bösewicht im Sinne haben kann, das ward uns nntergeü'hvben. Schlucktet, weinet! Und in der vordersten Reihe stets die, die doch in unsere Reihen gehörten im Kampfe für Gvtr und seine Lehre; die da in bester Absicht meinen, .rst Gottes Land und dann Gottes Lehre retten zu müssen; und die da jetzt nicht sehen, rvie durch sie das geschieht, was jedes jüdische Herz bis ins Innerste zusammenkrampst: *?5nre c’B» 22' xatöj. Schreit auf vor Schmerz! Sind deshalb die Martern der Völker von uns im Westen gewichen, damit die eigenen Brüder beginnen, uns zu quälen und zu schlagen? — W.inet und klaget! 'Aber bezwingt euch, daß nicht auch ihr zu den Waffen Esavs greifet, daß ihr euch nicht von gerecktem Zorn nbermaunen lasset und antwortet, so wie man euch angegriffen. Lenket daran: pxi frs-.n pyoit? pi^iy p*o pstei l’-niKi ifiiK sran snHx pmra pnötsn nsn^e pw pspo irninas potpn r»S3. Verantwortliche Redaktion: Rabbiner I)r. P. Kohn, vr. S. Ebrmann, I. Sänger. — Truck von __ 19. Mai 1921. Klaget, betet, fastet! Denn das sind Jakobs Waffen. Fastet um zu sühnen die ungeheuerliche Entweihung des göttlichen Namens; lastet um zu sühnen die Vergehen eurer Brüder; fastet um zu sühnen eure eigenen Sünden. Tenn, wären wir nicht schuldig vor dir, o Gott, wir hätten diesen Schuierz nicht erdulden müssen. Weinet, prüfet, betet! Aber verzaget auch nicht. Wisset, daß die Lüge nicht aus die Tauer bestehen bleibt. Schreitet unentwegt vorwärts im Kampfe für Gott und seine Lehre. Blicket nicht um euch, blicket nach oben, zu Gott, und blicket in eucb> um jede eurer Taten an Gottes Meßschnur zu messen. Und dann schreitet vorwärts — und Gott wird niit uns sein. Rauschchauveschspende: A r n st ein: Sal. Bauer 25. 9! u g s b u r g: S. Fromm 20. A t z e n a u: Sal. Hamburger 20. A ub: Aron Rosenfetd 100. Ansbach; Distriktsrabbinat 243. Gesammelt von: Selma Gallinger, Wittelshofen 12. Altenmübr 5 Resi Wurzinger und Arthur Gutmann, Ansbach 67, Gunzenhausen 35, Jda Steindecker, Bechhofen 124. Acs^eld: A. J^J. ges. von S. Rothschild 36.50. Bernfn: Lev stein 3, Julius Hecht 15, Lehrer s. Levy 5. Adorf Bromberg 5, Max Wedel 3, Meier Strauß 10, M. Feldmesser 50, A. Abromowski 5, N. Zieger 5, Marcel Rosenbiüth 10, Ephraim Schopiro 1, Eäsar Frohn 5, vr. Willi Halberstadt 20. Birsrern: Leo Heß 5. Braunsbach: Sat. Pfeiffer 10. B e r gzabern: Benno Macbol 5,, E. Trau tu r 1 Nchrk. Breslau: Earl Ludnowski l0, Alsröd Siegfried Freudenthai 100, Weber 100, Emil Wieschner 6.55, Moritz Wvlif 10. Bottrop: N. Kleinberger 10 Battenfeld: M. Löwenftein, Lehrer 10. B a d e n iv e i l e r: Mager 20. Babe n h a n s e n: Emil Kaffel 10. Biebrich: Sulzbacher, Lehrer 60, Julius Oppenheim 50. Burgpreppach: E. Adler 5. B a d e n - B a d e n: Torvthe Silberberg 20, Atinna Lion 10. B a r iv e n: Leopold Karfiol 5. Bode r s m e ier: Josef Marklinger 15. B r -e i t e n b a ch : Wwe. H. Wertheim! l. 10. E a t c a r: Rosalie Spier 7. E a r l s h v f e n: Geschwister .Hohenberg 10. E v r b a ch: Kuhlhagen 15. T a n z i g: Felix 'Reuwanu 10. D o r t m u n d: Jos. Wolf, Restaurant 10. D ü r e n: Gebr. Schweizer 20. T r e s d e n: 'Auguste H-erz 2. T o r n h e i m: I. Lerner 10. T e s» a n: Georg Hesse 20. Dinslaken: Ges. durch Dr. Rothschild 25 E l b >e r i e l d: 5z>. Schreiber 100. Emden: Rabb. Tr. Hosfmann 10 E s s e n: Leopold Lewin 25. LE s ch w ege: Jul. Löwenthal 100. Fisch b a ch: Frau Hauptlehrer Hirschmann 12. F l e h i n g e u: Heinrich Weingärtner 5. F reib n r g i. Br.: N. L. Weit 10. Fürth: Prof. Tr. Feilchenfeld 10, Dr. L. Warszawski 12. Frankfurt a.M.: Jos. Earlebach 20, Tr. Jac. Feuchtwanger 50, Tr. Gust. Stiebel 100, Aieer Teplitzkh 5, 9k N. 20, Julius Lewiu 10. Julius 'Markus 20, Ignatz Eohn 2, M. Brünn 5, Ludlv. Lewisvhn 15, Leop. Mosbacher 466,56, Frau S. Neumann Wwe. 10, Jac. Rosenheim 260, Siegfr. Roseuberg 10. G e l 1 e n k i r ch e n: Louis Herzfeld 10. Groß- K r o tze n b u r g: Ges. durch Lehrer Emanuel 516, A. Emanuel, ges. von Hanny Schmidt und Ludw. Strauß 11.50. G le i ch e r iv i e s e n: Jac. Gaertuer 10 Groß-Anheim: Albert Maier 10. Grvß - R p er e n: s)l. N. 20. G r e u ß e n h e i m: 'Nathan Epstein 5. G e i n s h e i m: Heinr. Löb 10. G ö t t i n g e n: Blendet Nußbaum 10, 'Nathan Löwenstein 50. 6) n ui b i u it e n: Ludwig Weinberg 10. 6) o m m e r s h e i m: S. Treysus 5. l^s ui l i n g^ n: H. Zarnowitzkh 3 Lcbrer Schnpiro 50 Le Hasgall 56, Helene Hasgall 56, ges. von Rabb. Tr. Spitz 528 und zwar von: Edw. L. Rvthschild 100, N. N. 100, Tr. E. Heilbronn 25, Tr. S. HRlbrvnn 25, S. Hanhart, Vorsteher 30, Tr. E. Heilbrvnn 24, Rabb. Dr. Spitz 24, Sallh Weil, Würzbnrg 100, Mich. Weil, Ehaur de Fonds 50, Jsaae Weil, Chur 50. 9llfvns Jsaac 20, Max .Hasgall 10. Hanau: A. I. I. Gr. durch Frl. Erika John 161. Hamburg: Ernestine Brock 5, M. Schlesinger 20. 'Adolf 'Nathansohn 10, Helene Flörsheim 3, E. Badrian 10, Benjamin Bl eher 10, R. Mendel 10 Blark. Rupert Baumbach, Frankfurt am Main.