Mannheim
Compact Memory

Blätter · 1921-05-06 · 15 (6.5.1921) · p. [Seite 3]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
7 (1920-1921)
Issue
15 (6.5.1921)
Date
1921-05-06
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/6467833-6467833-9641060-9626306--1119-9626309
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

.Glätte tS fhc. 1 b. Sette 8. ±m. rbeits" Dfer or-- glichste te Ost^ ruf die owakei diesem Nvartet ch-eitig immer Zugerrd rzelnen ee und t Vor- Thora llgudard der owakei r bloß ilichkeit übernkfurt) utschen td geht e Lage Lebens terliche wirken Diskin is jetzt »rganiasttn-am und Die r einleistet, lg des gewirkt beit in eutend e Motgudas e Idee ßt die Zereim üsfent- Auslüierke, urden, n wer- ^endig, lbstän- Lhaim t, gee Auf- Erez "tehenmente ß nur nach, ld gech-Wb- Ere zur Aguvon r not- >iesem ' Lei- ) note r ern- Jen , entr das achtet rksam dreilb sicht lowadlung rnsere b Mai im. Palästinaarbeit als harmonischen Aufbau des alten Jischuv aufgefaht wissen. Nachdem Herr Dr. Ehrmann noch praktische Vorschläge und Entwürfe für die Pal ästin aarbeit dem 'Delegiertentag vorgelegt hat, schließt er sein inhaltreiches und mit großem Interesse aufgenommenes Referat, womit auch die Vormittagssitzung zu Ende ging. (Fortsetzung folgt.) pekidim und Amarkalim und die palästinazentrale der Agudas Jisroel. Während die gesamte nationalistische Presse widerhallt von Berichten über die erste Zentralratss'itzung, die erzählen, daß Agudas Jisroel nicht in der Lage sei, praktische Erez Jisroelarbeit zu leisten, traten in Frankfurt a. M. Vertreter der „P e k i d i m u n d A m a r k a l i in d e s heiligen Landes zu Amsterdam" uno der Palästinazentrale der Agudas Jisroel zusammen und beschlossen einstimmig: „Pekidim und Amarkalvn des heiligen Landes" und Palästinazentrale der Agudas Jisroel in Deutschland vereinigen sich, um das bisher von den Pekidim und Amarkalim geleitete Schulwerk, die Dälmide- Chachonim-Unterstützung sowie die Thorapflege im weitesten Sinne des Wortes in Zukunft gemeinschastlich fortzuführen und nach Möglichkeit auszubauen." 'Durch diesen Beschluß hat die Palästinazentrale der Agudas Jisroel ein Ziel erreicht, dem sie vom Anbeginn ihrer Tätigkeit an zustrebte: der Vereinigung mit der ältesten Erez Jisroel- Organisation! Von diesem Abkommen werden die Schulen Tpresch Zion, Zeschiwath-Zion, und die Jeminitenschulen it% Jerusalem betroffen; sie urnetwa 1000 Schüler. Ihr Jahresbudget beträgt etwa 8000 Lstrl. ägyptischer Währung ietwa 2.000.000 Mk.) Die Palästinazentrale gedenkt den auf sie entfallenden Teil des Budgets aus den Einkünften der Rausch-Chaudesch- Spende zu decken. Es ist daher Wicht, daß alle Gruppen mit gesteigerter Jntensivität sich der Organisierung der Rausch-Chaudesch-Spende widmen. (Material ist erhältlich durch Palästina- "Mtrale der Agudas Jisroel für 'Deutschland, .Frankfurt a. M., Eschenheimer Anlage 31.) Errichtung einer Aufnahme« und Verpflegungsstation in Jaffa durch die Agudas Jisroel. Tie Palästinazentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. schreibt uns: Wir werden - ----nächster Tage in Jaffa eine Aufnahmeltnb Berpflegungsstation für Einwanderer errichten. Weitere Verpflegungsstationen in anderen Hafen- Plätzen, sowie an Orten in denen Arbeitergruppen von Seiten der Agudas Jisroel untergebracht werden, folgen in Kürze. Soziale und wirtschaftliche Grundlagen einer Agudokolonle ln Grez Jisroel.' Agudas Jisroel ist au einen: Wendepunkt ihrer Tätigkeit angenommen. Sie muß sich, getreu ihrem Programm, der heute bedeutungsvollsten „Gesamt«, heitsaufgabe", den: Aufbau Palästinas in intensivster Weise widmen. So gewaltig für Agudas Jisroel das Tätigkeitsfeld im Golus heute noch ist, so darf doch dadurch das Interesse an Erez- Jisroel nickt mehr erlahmen, es muß vielmehr noch gesteigert werden. Tenn vieles steht auf dein Spiele. Bis heute konnten wir auf Grund der Tatsache, daß *) Annr. d. Redakt. Wenngleich wir nicht in atXeit Einzelheiten mit den Ausführungen unseres geschätzten Mitarbeiters konform gehen, glaubte:: wir doch zunächst seine an der Bodenreformbewegung orientierte Ansicht hier veröffentlichen zu rollen und bitten unsere Leier, dazu Stellung zu nehmen. D. Red. wir dringendste GoluSausgaben zu läsen hatten und auch gelost haben, wodurch naturgemäß das Interesse an Erez Jisroel zurücktreten mußte, mit einer gewissen Berechtigung Kritik an den im heiligen Lande herrschenden Zuständen üben. Heute stehen wir vor wesentlich anderen Verhältnissen. Zwar ist unsere Golusarbeit nicht geringer geworden, aber die politische Entwicklung bezüglich Palästinas hat gewaltige Fortschritte gemacht, die religiöse Entwicklung aber leider Rückschritte im Sinne der Abwendung vom Thorageist bei einem großen Teil der Einwanderer. Dagegen hilft kein Klagen, nutzt keine bloße Kritik. An uns ist es, diese bedauerlichen Zustände zu ändern, in unserer Hand liegt es, daß das neue Erez Jisroel nicht ein Chillul Haschern, sondern ein Kiddusch Haschem wird. Nicht Worte, sondern Taten sind heute nötig. Noch ist es Zeit und haben wir die Möglichkeit, uns in Erez Jisroel eine Position zu schaffen. Dazu brauchen wir die Unterstützung aller unserer Gesinnungsgenossen. Haben wir uns eine Position dort geschaffen, mag sie vorerst noch so klein sein, so hoffen wir lestimmt, im besten Sinne auch auf die anderen Volksgenossen einzuwirken, denn nicht die Zahl ist maßgebend, sondern der Geist. Und ein guter Geist in jed-r Beziehung soll allerdings in den Agudokolonien herrschen. Wenn Agudas Jisroel jetzt daran geht, Kolonien in Erez Jisroel zu errichten, so dürfte >s nicht unangebracht sein, an dieser Stelle einmal ein Bild von dem sozialen und tvirtschaftlichen Aufbau einer solchen Kolonie zu entwerfen. Wohl steht für uns alle fest, daß die wirtschaftliche uub soziale Gesetzgebung der Thora dort ausschlaggebend sein mutz, daß sie genau so beobachtet werden muß wie dre anderen Gebote, weshalb inan sich eigentlich eine Auseinandersetzung hierüber ersparen könnr;. Doch denr ist rricht so. Tenn gerade die aus diesen Bestimmungen der Thora fußende Wirtschaftsordnung ist derjenigen, in welcher weitaus die Mehrheit der Juden heute lebt, diametral entaegengesetzt, sodaß es für jeden Einzelnen, der hinübergeht, unbedingt notwendig ist, sich auch, innerlich darauf einzustellen. Nicht das objektive Vorhandensein dieser Gebote bewährleistet schon deren Beobachtung, nichts wäre falscher als dieser Glaube, sondern wesentlich die persönliche Einstellung zu ihnen. Diese zu fördern, roll der Zweck vorliegender Zeilen s sin. Rausch Chaudesch" Spende für Jjar ist fällig! Wie soll sich das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit, diesen beiden Antipoden des wictschaftlichen Lebens, in einer Agudakolonie regeln? Wem wirklich das Wohl und Wehe Palästinas am Herzen liegt, wem wirklich eine wahrhaft soziale Gesellschaftsordnung als das erstrebenswerte Ziel unserer Tätigkeit gilt, der kann an der Beantwortung dieser Frage nicht Vorbeigehen. Wollen wir unsere Kolonie ans iavitalistrscher oder aus sozialer Grundlage aufbauen? Motten wir das zum Mindesten stark in Mißkredit gekommene kapitalistische System auch nack Erez.Jisroel hinüb erverpflanzen oder sind wir nicht verpflichtet, der Entstehung eines Kapitalismus von vornherein durch unbedingte Beobachtung der Thoragesetze, nicht aus Zwang, sondern aus der Ueberzeugung von ihrer absoluten Güte, entgegenzuarbeiten? Hiese Frage stellen heißt sie nach der zweiten Richtung beantworten. Wenn wir den Kapitalismus als System ablehnen, so reden wir doch keineswegs vem Sozialismus das Wort. Weder Kapitalismus noch Sozialismus ist unser Ziel- Wir wollen keinen Sozialismus, keine Verstaatlichung und Vergesellschaftung der Produktionsmittel, restlose Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze mit Ausgabe seiner Jndivi- «dialität, sondern eine soziale Gemeinschaft, die wohl voraussetzt, daß keiner nur an sich und seine Privatinteressen denkt unter Mißachtung des Gemeinwohls, die aber aufgebaut ist auf dem Jndtoiduum, dessen persönliche Freiheit, soweit sie im Einklang mit dem Gemeinwohl steht, nicht beschränkt wird, eine Gemeinschaft, in dem keiner verurteilt sein sollte zur Arbeit ohne Unterlaß «und ohne deren Früchte zu genießen, in der kein feindlicher Wütkampf sonder:: ein friedlicher Wettstreit unter den Mitgliedern herrscht, wo eine Harmonie gemeinsamer Interessen den Einzelnen mit der Gesamtheit verbindet. Tie Wege, die heute unsere feinsten Nationabökonomen und Sozialpolitiker weisen, um aus der verworrenen wirtschaftlichen Lage zu deren Gesundung zu gelangen, diese Wege sind nicht neu, sondern uralt. Wenn heute gelehrt wird, daß auf die herrschende Bodengesetzgebung die Mißstände unserer Wirtschaftsordnung zurückzuführen sind, so können und dürfen wir mit umso größerer Bewunderung und Ehrfurcht von der sozialen Gesetzgebung der Thora erfüllt sein, die gerade das Bodenproblem als Z^ntralproblem behandelt und ihm die größte Aufmerksamkeit schenkt. Und in der Tat, die glückliche Lösung dieses Hauptproblems jeder Volkswirtschaft schafit eigentlich erst die Grundlage von gesunden wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen, was wiederum aus die übrigen Gebiete nationalen Lebens auf das segensreichste zurückwirkt, während wir andererseits aus der Geschichte der Völker lernen können daß eine ungerechte Bodengesetzyebung es letzten Endes war, die den Niedergang, sa den Untergang der mächtigsten Völker verursacht hat. Tenn erst ein freies unbeschränktes Eigentum an Grund und Boden und dessen gesetzliche Behandlung nicht als erstes und wichtigstes Produktionsmittel, sondern als Ware wie jede ander; schafft die Zustände, die die Uriache sind für den Verfall der Völker ebenso wie für das Elend und die Not der Massen. Gleichsam nach einem Naturgesetze bewirkt dieses Eigentumsrecht an dem Hauptproduktionssäktor Grund und Boden im Laufe der Zeiten eine Zweiteilung der Volksgenossen, hier eine geringe Anzahl großer und größte? Vodeneigentümer, dort die große Masse der vom Boden Ent^igneten. Demgegenüber stellt die Thora den Grundsatz auf, daß das Land nicht als Eigentum des Menschen, der damit nach Gutdünken verfahren könne, sondern als ein Geschenk des Schöpfers an alle sein; Geschöpfe zu betrachten sein. Keiner darf sich ein Recht zu dessen Monopolisierung anmaßen. Nicht als Eigentümer des Bodens, als dessen bloßer Pächter und dtutznießer soll sich der Mensch fühlen. Erst diese Auffassung vom Wesen und Wert des Grund und Bodens schafft soziale Zustände im höchsten Sinne des Wortes. Deshalb müssen auch wir darauf sehetl, daß bei Gründung von Kolonien der Boden nicht in freies, uubeschränktes Eigentum, sondern nur in Erbpacht gegeben werden darf. Was wir von vornherein vereiteln wollen, ist die Bodenspekulation und der Bodenwucher, die unvermeidliche Begleiterscheinung des unbeschränkten Bodeneigentums, den unverdienten Gewinn aus der sozialen Gruüdrente, die nicht dem Einzelnen, sondern der Gesamtheit zu danken und daher auch ihr wiederum irgend einer Form zuzuwenden ist. Du es uns aber weniger auf die Form als auf den damit verfolgten Zweck ankommt, so könnte in gewissen Fällen auch ein beschränktes Eigentumsrecht gestattet werden. Wenn einer glaubt, als Eigentümer sich behaglicher zu fühlen denn als Erbpächter, so kann ihm der Boden unter bestimmten Vorbehalten verkauft werden. Beim Wiederverkauf des Bodens durch den Eigentümer muß die betreffende Baoenaesellschast das unbedingte Vorkaufsrecht haben, iernec darf der unverdiente Wertzuwachs, d. h. der durch die Gesamtheit verursachte Mehrwert dem Eigentümer nicht vergütet werden, sondern muß der Gesamtheit zufallen. Nur durch die Einzi hung des unverdienten Wertzuwachses kann verhütet werden, daß der Boden als bloßes Spewlationsobjekt behandelt wird, da ja jetzt kein Anzeiz dazu und keine Gewinnmöalrchkeit mehrvorhanden ist, während andererseits die Gem inschaft durch diesen Wertzuwachs in der Lage ist, nicht nur die Steuenr zu ermäßigen, sondern sogar ohne di; Mitglieder allzusehr belasten zu müssen, soziale und kulturelle Einrichtungerr anzulegen. Es würde den Rahmell dieses Artikels überstriger:, wollten wir ans die Behandlung der einzelnen damit in Zusammenhang stehenden Fragen näher eingehen. Das soll einen: anderen Artikel Vorbehalten sein. Haben ivir auf diese Weise eine glücklich; Lösutia des Bodenproblems gefunden, so ist die Grundlage für das wirtschaftliche und soziale Gedeihen der Kolonie gegeben, der Entftehntlg eines Kavitalrsmus jedenfalls stark vorgebeugt. Wer auch 'nnitcr in unserer Kolonie tätig ist, als Landwirt oder Arbeiter, als Handwerker, Kanfnmnn oder Beamter, stets wird er die Früchte seiüer Arbeit genießen und nicht gezwungen sein, einen erheblichen Teil seiner Einkünfte einigen wenigen Bodenbesitzern abzutreten. Das Interesse des Einzelnen harmoniert mit dem der Gesamtheit und umgekehrt. Ja, hören wir einwenden, ist ein solches Gemeinwesen, so schön und erstrebenswert es ist, auch möglich, solange ringsherum in höchster Intensität gerade die entgegengesetzte Wirtschaftsform vorherrschend ist? Sind unsere Pläne nicht Experimerrte, durch die'wir unsere praktische Erez JiSroelarbeit aessthrden und schrecken wir nicht durch solche Ideen oas Privatkapital ab, dessen wir so driugeud bedürsien? Unv schließlich stnden sich überhaupt unter uns so viele Gesinnul^sgenossen, die mit der nötigen Hingebung und Begeisterung sich in die neue Lage einfühlen können? Wird nicht vielleicht der Bestand unseres Gemeinwesens an der Personenfrage scheitern, sind wir doch alle in: Westen ebenso wie :m Osten zu stark von den: kapitalistischen Geiste, von dem MammoniSmus beseelt, als daß wir uns restlos in diesen neum Zustand einzustellen imstande wären? Duzn ist zu bemerken, daß ein nach diesen Grundsätzen aufgebautes Gernemmesen keineswegs als Erpernnent anzusohen ist, da es selbst in dem kapitalistisch so hoch entwickelten Deutschland solche Oasen gibt, die fröhlich blühen und gedeihen. Zudem ist die Konkurrenzfähigkeit einer solchen Kolonie, woraus eS vor allen: ankommt, nicht nur nicht geringer., sondern bei einer entsprechenden Organisation sichee größer. Daß wir das Privatkapital und die P:ü-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.