Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 15 (6.5.1921)
- Date
- 1921-05-06
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German
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Bt 6 tte r." 5. Mal 1SS1. Seite 3 Nr. 15. um die Blößen des heiligen Landes auszuspähen (Hazefira). 6. Die „Jüdische Presse" meldet von einem Beschluß des Zentralrates, daß d:e offiziellen Organe der Aguda eine agressive Haltung gegen den Misrachi einnehmen sollen. Uns ist zwar ein solcher Beschluß des Zentralrates nicht bekannt, aber immerhin bürfte es sich für den Misrachi empfehlen, die Probe aufs Exempel zu machen.. Me die Dinge heute liegen liegen, da der Misrachi eine konservative Filiale des Zionismus darstellt, aber noch nie den Mut gefunden hat — vergleiche Frauenwahlr e ch t, C h i n n u ch f r a g e n — ein entschiedenes „guock non" auszusprechen, könnten agudistisch infizierte Leser und Hörer in der Tat auf eie Vermutung kommen, daß der Kampf der Iguoa zwar nicht gegen den Misrachi, wohl aber für die Selbständigkeit des Gottesgesetzes in der jüdischen Nation geführt würde. Wenn aber der Misrachi einmal ernst machte und statt nach rechts, nach links Entschiedenheit aufbrächte und unter Führung der Gedaule Hatauro jede Konzession an den Abfall vom Gottesqesetze ablehnte, und dann noch jveiter von der Äguda bekänipst. würde, dann' würde sich deren heitntückische assimilatorische Ideologie klar erweisen, ohne daß dazu ein .,im allgemeinen ausgezeichnet informiertes Korrespondenzbüro" benötigt würde. E. Vom Zentralrat der Agudas Zisroel. Der Geschäftsführende Ausschuß dds Zentralrates der Aguda beschloß in seiner Sitzung vom 18. Nissan aus den ihm von der deutschen Landesorganisation zur Verfügung gestellten Geldern 100 000 M k. für die ukrainischen Progromopfer zu verwenden, und zwar werden 50 000 Mark in der Ukraine selber und 50000 Mk. bei den ukrainischen Flüchtlingen in Polen zur Verteilung gelangen. Unabhängig davon werden zunächst mit einem Fonds von 500 000 M k. Schritte zur U e b e r - sührung ukrainischer Kriegswaisen nach P a l ä ft i n a unternommen. Vermtttlungsattlon des Germ Rebbe in Srez Zisroel. Wie uns berichtet wird, macht der Ger rer Rebbe den ernstlichen Versuch, in der Angelegenheit des obersten Bes^Din in Jerusalem im Sinne eines gerechten Ausgleichs zu intervenieren. Rhein-Minischer Vezirkstag. Ter ursprünglich für den 8. Mai in Aussicht genommene Bezirkstag der Jugendgruppen des Rhein-Main-Gebietes findet nunmehr am 29. M a i in Franksu r t a. M. statt. Programmeinzelheitert gehen den Gruppen diese Woche zu. Alle Zuschriften, den Bezirktstag betreffend (Delegierten, Gäste, Wohn- und Eßgelegenheiten), sind an das Büro oer Agudas Jisroel-Jugendgrnppe Frankfurt a. M., Hanauer Landstraße 17, zu richten. Ser Delegiertentag der Aguda in der Slowakei. Ueber die in Tep-litz stattgefuridene Landesversammlung der Agudahgruppen der Slovakei, über die wir bereits kurz berichteten, geht uns folgender ausführliche Bericht zu: Als Einberufer der Tagung eröffnet Herr OberraMner Gpätzer (Kirchdrauf) mit schönen Thoraworten die Tagung und fleht Gottes Segen auf die Beratungen herab. Haberfeld (Bratislava) schlägt für die Leitung der Versammlung Herrn Oberrabbiner Spitzer (Kirchdrauf), Oberrabbiner Reich (Treneinban), Oberrabbmer Friedrich (Homona) und vier Schriftführer vor. Oberrabbiner Herzog (Stupava) referiert über die bisherige Tätigkeit der provisorischen Leitung der Agudas Jisroel. Er hebt die großen Schwierigkeiten hervor, welche sich den eifrigen Aguda-Arbeiten entgegengestellt haben, aber es gelang schließlich doch in Fortsetzung und Ausweitung der Machsike Hadaß^Bewegung den Agudas Jisroel-Gedanken in der Slowakei zu verbreiten. Allmählich gründete sich Ortsgruppe nach Ortsgruppe, besonders im Kreise der Jugend. Als Vorkämpfer für Pie Idee wirkten Rabbiner Abraham Aron Katz (Neutra) und sein treuer Mitarbeiter Oberradbiner Lichtenstein (Uermeny), der leider heute nicht mehr unter den Lebenden toeilt. Er glaubt, daß die Bewegung weitere Fortschritte machen wird und wünscht, daß besonders der Arbeitskreis der damaligen Machsike Hadaß, Pie Beaufsichtigung und Kontrollierung der Ritualien, aus dein» Arbeitsprogramm nicht ausgeschaltet werden sollen. Daher schließt er sein Referat mit dem positiven Antrag, daß eine spezielle Ritualkommission eingesetzt werde, welche alle seinerzeitigen Aufgaben der Machsike Hadaß übernimmt. (Angenommen.) Vorsitzender Oberrabbiner Spitzer beantragt die Wahl einer Kommission behufs Vorlegung eines Statutenentwurses. Die Statuten sollen während der Nachmittagstagung zur Beratung vorgelegt werden. Ms Mitglieder der Statutenkommission wurden Herr Oberrabbiner Hirschler (Modra),' Oberrabbiner Fürst (Cuz), Dr. Rosenbaum (Bratislava), Müller (Presoo), Spitzer (Neutra), Dr. Pollal (Men) gew'ihlt. Oberrabbiner Ungar (Trnava) beantragt. Begrüßungstelegramme an das Zentralbüro London und Wien, die Organisationslandeskänzlei Bratislava und Rabbiner Katz (Neutra) abzu- ,enden. Der Antrag wird angenommen. Oberrabbiner Hirschler hält nun sein Reserat über Agudas Jisroel. Er knüpft seine Ausführungen an die Bemerkung der Talmudweilen zum jesajanischen Verse Wehojo emunas rteocho chausen jeschuaus chochmas wodaas, in denen er bie einzelnen Aufgaben der Agudas Jisroel schildert, die Erziehungsfrage (die Jugenderziehung, Schiurim - Einrichtung, Mädchenerziehung), soziale Fürsorge (Waisenhäuser), ferner Emigrationssrage, Arbeitsvermittlung, Schomre Schabbos, zuletzt die Gesinnungstüchtigkeit, die alle unsere Mitglieder durchdringen soll. Der Gedanke der Agudas Jisroel gipfelt m der Betonung, daß es bloß ein einziges jüdisches Volk gibt, welches die historische Kontinuität mit dem Sinaitage .durch das Sinaigesetz bis zum heutigen Tage aufrechterhalten hat und trotz aller Versuche, das jüdische Volk auf eine andere Grundlage zu stellen, noch heute den unbeugsamen Willen bekundet, den jüdischen Volkskörper auf der Grundlage des Sinaigesetzes zusammenzufassen und aufrechtzuerhalten. Nach dem mit großem Beifall aufgenommeuen Referat stellt Oberrabbiner Reich (Oslan), unterstützt von Oberrabbiner Fürst (Cuz), den Antrag, jenen Teil der Ausführungen des Referenten, welcher sich auf soziale Fürsorge, besonders auf Errichtung von Waisenhäusern zur Aufnahme der Pogromopfer cuts dem Osten, als Aufruf an die einzelnen Gemeinden ergehen zu lassen, in denen die besondere Wichtigkeit und Dringlichkeit der Warsenversorgung zum Ausdruck gebracht wird. (Angenommen^ Heinrich Weiß (Neutra) möchte vor allem den Ausbau der Ortsgruppen anstreben, sonst werden *Me Träger unserer Arbeit fehlen und die schönsten und besten Ideen werden versoren gehen aus Mangel an organisierten Arbeitskräften. Friedmarn (Presov) erblickt auch in der organisatorischen Arbeit die momentan dringlichste Aufgabe und bittet, mit Rücksicht, daß die Ostslowakei breite orthodoxe Massen birgt, auf die Verbreitung der Aguda-Jdee in der Ostslowakei besonderes Gewicht zu legen. Oberrabbiner Spitzer erklärt, daß diesem Wunsch Rechnung getragen werden wird. Oberrabbiner Friedrich (Homona) erwartet von der Verbreitung der Aguda-Jdee gleichzeitig die Erstarkung des Thorageistes, der leider immer mehr und mehr aus dem Herzen der Jugend verdrängt wirk Er erblickt in den einzelnen Ortsgruppen die Pioniere per Thora-Idee und dacher wünscht er, daß alle entschlossenen Vorkämpfer für den Geist und Gehalt unserer Thora sein sollen. Er glaubt, daß, wenn nun die Aguda- Ortsgruppen so ausgebaut werden, so wird der Aguda-Gedanke rasch auch in der Ostslowakei Fuß fassen, denn es sind heute nur mehr bloß wenige, die von der Wichtigkeit, Dringlichkeit und der Heiligkeit der Aguda-Jdee nicht überzeugt wären. Herr Zahnarzt Dr. Ehrmann (Frankfurt) übermittelt vor allem die Grüße des deutschen Gruppenverbandes der Agudas Jisroel und geht auf sein Thema ein, indem er die traurige Lage Israels, beziehungsweise des religiösen Lebens in Erez Israel schildert. Als unerschütterliche Vorkämpfer für die thoratreue Judenheit wirken dort Herr Oberrabbiner Sonnenfe.d und Diskin und mit ihrer Unterstützung vollzog sich bis jetzt die Arbeit, welche die einzelnen Landesorganisationen, aber besonders die deutsche Palästinazentrale im Einverständnis mit den Pekidim und Amarkalim (Amsterdam) geleistet haben. Die Hauptarbeit wurde für die .Erhaltung der einzelnen Schulwerke und Thoraanstalten geleistet, die selbstverständlich alle mit Zustimmung des Bethdin der aschkenasischen Gemeinde gewirkt haben. Heute ist nun notwendig, die Arbeit in gesteigertem Maße fortzusetzen und sie bedeutend auszuweiten. Vor allem sind drei wichtige Momente zu berücksichtigen. Zunächst muß Agudas Jisroel bestrebt sein, in Erez Israel für die Idee der Agudas Jisroel zu werben, das heißt die dort noch die Majorität bildenden Jereim zusammenzufassen, damit ihr Wille im öffentlichen Leben in Erez Israel auch zum Ausdruck komme; zweitens müssen die Schulloerke, die bis jetzt in unserem Sinne geleitet wurden, aufrechterhalten und neue ins Leben gerufen werden. In diesem Zusammenhänge ist notwendig, darauf hinznweisen, daß die Existenz des selbständigen Bethdin, wie es heute von Rabbiner Chaim Sonnenfeld und Rabbiner Diskin besteht, gesichert werde. Drittens ist es heute unsere Aufgabe, Jischuv Erez Israel, den Aufbau Erez Israels mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu fördern. Alle diese Momente erfordern große Geldopfer, aber man muß nur zur Tat schreiten, der Erfolg kommt bald nach. Diese Erfahrung haben sie in Deutschland gemacht, wo sie durch die Rausch Chaudesch-Abgabe auf Grundlage von Maser sehr große Ererzielt haben und xs ist schon heute zur Pflicht geworden, bei den Mitgliedern der Agudas Jisroel diese Maserpflicht pünktlich von Monat zu Monat zu erftitten. Es ist daher notwendig, daß auch hier jede Ortsgruppe auf diesem ^eb^ete ihre Pflicht tut. Zu einheitlicher Leitung der Palastmaarbeit ist selbstverständlich notwendlg, daß eme Palästinalandeszentrale geschaffen werde. Ueber die Konrpetenzen der ctV ^"deszentralen wird sicherlich der Zendiesen Tagen in Men tagt, enterübrigt sich hier über das uuszusprechen. Er erachtet m mÄ fÜL Leio? darauf aufmerksam ten TÄ baK Agudas Israel mit der breihat .durchaus nicht die Absicht Huschln und in der Slowa- ^nneiten der alten Siedlung irgendwie zu schmälern. Mir wollen ja unsere