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Blätter · 1920-11-01 · 4/5 (11.1920) · p. Seite 64

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Journal
Blätter
Volume
7 (1920-1921)
Issue
4/5 (11.1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 64 (sequence 24)
Language
German
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— ß4 - « sich die Erkenntnis auf, daß es für den thoratreuen Juden kein Gemeinschaftswirken geben kann, das nicht unter die Souveränität des Gottesgesetzes gestellt wird, daß es nicht in schwächlicher Verzagtheit damit getan ist, wenn wir in westeuropäisch orientierter Toleranz uns als Fraktion und Unterabteilung einer jüdischen Partei anschließen, welche jenseits von" *irr>T und nsin von tidx und "M1V in gleicher Bewertung Poale Zion wie Misrachi umschließt. Nicht also ist die Heiligkeit des heiligen Landes zu retten. Nicht also wehren wir die „Wangenstreiche“ ab, welche Volksverräter dem jüdischen Volke versetzen. An uns, an alle, denen die jüdische Wahrheit den Sinn ihres Seins bedeutet, tritt vielmehr die heilige Aufgabe heran, das Ihrige zu tun, um der Tora im heiligen Lande die ihr entsprechende Stellung zu geben. Erziehung der Kinder im jüdischen Geiste, Besiedelung des heiligen Landes mit bewußt gesetzestreuen Ansiedlern ist daher das vornehmste Ziel der Palästinazentrale der Agudas-Isroel. Diesem Zwecke dient die Posch Chodeschspende, die allmonatlich von jedem Agudisten als Maser min hamaser zu entrichten ist. Sicherlich nicht vergebens appelliert die Agudas-Isroel an das Pflichtgefühl ihrer Mitglieder, und nicht vergebens erwartet sie, daß ein Jeder nach dem vollen Ausmaß seines Könnens diese wahrhaft jüdische Aufbautätigkeit fördern wird. Dieser Aufbau und Ausbau einer selbständigen tpratreuen Palästinaarbeit sei unsere Antwort auf das Rundschreiben von Rabbiner Kuck. Aus der Agudabewegung. Am Rosch Chodesch Cheschwan (14. Oktober) fand in Frankfurt a. M. eine Beratung des Provisorischen Comites des Agudas-Isroel statt, zwecks Einrichtung des in Preßburg beschlossenen Emigrationsamtes. An der Beratung nahm auch Herr Ingenieur 8. Ginsburg, Präsident der jüdischen Emigrationskommission, teil. Die Errichtung des Emi gr atio n s amt e s in Wien unter Leitung von Herrn Dr. Nathan Birnbaum wird aller in Bälde stattfinden. Die Vorbereitungen für die Palästina- und Amerikadelegation der Agudas-Isroel sind im vollsten Gange. Sie wird sich voraussichtlich im Kislew ein schiffen. Die in Preßburg beschlossene großzügige Aktion zur Unterbringung insbesondere ukrainischer Kriegs- und Pogromwaisen in Erez-Isroel hat allseitig wärmste Sympathieen gefunden. Es stehen bis jetzt ca. 8000 egyptische Pfund (nach der jetzigen Valuta 400,000 Mk.) für diesen Zweck zur Verfügung. Da aber die Unterbringung eines Kindes im Durchschnitt 120 Pfund jährlich erfordert, so kann an die Errichtung eines Waisenhauses erst gedacht werden, wenn weiter namhafte Zuwendungen für diesen Zweck der Palästinazentrale überwiesen werden. Wir bitten unsere Vertrauensmänner und Vorstände der Orts- und Jugendgruppen, eitrigst für diese eminent wichtigen Fonds zu werben. Spenden nimmt sowohl die Palästinazentrale, als auch der Kriegswaisenfond der Agudas-Isroel entgegen. Spendenausweis erfolgt in diesen Blättern hierfür, wie auch für die Rosch-Chodesch-Spende zu deren Ueberweisung für Monat Cheschwan eine Zahlkarte beiliegt.

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