Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 11 (11.1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 205 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nürnberg. Unsere Esras Noschim 1 Mädchengruppe feierte dieser Tage ihren ersten Geburtstag. Wir stellten an den jungen Verein gleich 1 grosse Forderungen, und dank der Miihe mancher treuen Helferin, können wir heute bereits auf recht schöne Frfolge zurückblicken. Der Tätigkeitsbericht, den unsere Vorsitzende der Generalversammlung erstattete, zeigte, dass die Arbeit eine dreifache war. , Als Mädchengruppe des Frauenvereins Eisras Noschim galt es, die Sozialarbeit zu pflegen, Gemillus Chesed praktisch auszuüben. Als Mitglied der Jugendorganisation der J. hatten wir der Agudo zu dienen, unseren Mitgliedern die Idee vertraut zu machen und die Organisation in all ihren Bedürfnissen zu unterstützen. Und endlich verpflichtete uns der Charakter als Mädchen gruppe, — also der efties Jugendvereins — gesellige Veranstaltungen zur Hebung des Zusammengehörigkeitsgefühls zu pflegen. Diesen drei Aufgaben suchten wir gerecht zu werden. Haupttätigkeit war natiirlieh die Vertiefung des jüdischen Wissens. Wir hatten S c h i u r i m, die von den Herren Rabb. Dr. Klein, Rabb. Dr. Bamberger und Abr. Grünebaum in liebenswiirdiger Weise übernommen waren. Gemeinsam mit der Jugendgruppe, der Chewras Bachurim, hatten wir eine Reihe von Diskussionsabenden, die vor allem der Pflege der Agudo-idee gewidmet waren. Es sprachen da die Herren Rabb. Dr. Klei n-Ntirnberg über: Die religiösen Bewegungen in der deutschen Judenheit Rabb. Dr. B r a d e r-Ansbach über: Der Verband der deutschen Juden u. der Gentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Rabb. Dr. Klein über: Die aktuelle Palästinafrage Max Cohe n-Cöln über: Unsere Aufgaben im Lichte der neuen Zeit (Gemeinsam mit den Ftirther Jugendgruppen) Prof. Dr. Fei 1 ch en f e 1 d-Fürth über: Nathan Birnbaum’s ״Gottes Volk“ Frau Marx-Nürnberg: Soziale Tätigkeit Fräulein E1 1 e rn-Nürnberg über: Die Bedeutung der jüdischen Frau für die Gegenwart Fräulein Meyer-Nürnberg: Ueber die Bewertung der Hausarbeit (Die vorstehenden 3 Vorträge gemeinsam mit dem Frauenverein), Rabb. Dr. Klein u. Abr. Grünebaum über: Die Züricher Weltkonferenz (Gemeinsam mit den Fürther Agudo- Gruppen) Lehrer G u t m a n n-Nürnberg: Ueber den Geist der Agudojugend angesichts der nationalen Bewegung Heinrich Klein u. Leo Siche 1-Nürnberg: Maimonides als Lehrer und Arzt Alfred K I u g m a 11 n-Nürnberg: Beruf und Berufswahl A. Bonne-Nürnberg: Die Bedeutung des Schönen im Judentum Prof. Dr. Lieben-Prag: Wenn ich nicht für mich eintrete, wer tritt dann für mich ein? Rabb. Dr. M i c h a 1 s k y- Burgpreppach: Israels Losungsworte Rabb. Dr. Pinchas K o h n-Ansbach: Der Halberstädter Delegiertentag. Soziale Arbeit, die gemeinsam mit dem Frauenverein geleistet wird, gab uns Beschäftigung durch Beaufsichtigung des Kaschrus, durch Krankenbesuche, Nachhilfe für zurückgebliebene Kinder etc. Und die Geselligkeit kam in einem Chanucka-Spielabend und in einer Purimfeier, sowie auf vielen Ausflügen zu ihrem Recht. Und nun hoffen wir auf weitere Erfolge im kommenden Jahr, auf Vergrösserung unseres Kreises und auf eine noch grössere Beteiligung an unserer Arbeit. Würzburg. Sonntag, den 26. Elul fand im Hotel Pauly unsere diesjährige zahlreich besuchte Generalversammlung statt. Nach den Begrüssungsworten entwarf der Vorsitzende Herr Dr. G. Feinberg ein Bild unserer Tätigkeit im verflossenen Geschäfts- Jahre. Die Mädchen besuchten zweimal wöchentlich einen Chumeschschiur bei Herrn Direktor Mandelbaum, ferner hielt im Wintersemester Herr cand. med. Seckbach Sidrohvorträge; Frl. CI. Mandelbaum sammelte bei einem Heimabend die Mäd* chengruppe um sich, wobei die ״Makkabäer“ von Otto Ludwig gelesen wurden. In der Chevras Bachurim gestaltete sich die Lerntätigkeit natürlich intensiver, da jeden Tag ein Schiur stattfand. Besonderer Dank gebührt hierbei den Herren Hauptlehrer Eisemann, Herrn. Engel, Oberlehrer Stoll und Taubenfeld., Aus dem Tätigkeitsbericht ist ferner hervorzuheben Chanuka- und Purimfeier, die einen schönen Verlauf nahmen. Die zahlreichen Ausflüge in die nähere und fernere Umgebung Wiirzburgs, die immer stark besuchten Diskussions- und Vortragsaben-