Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 11 (11.1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 204 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Gewählt wurde Halberstadt wieder als Vorort mit allen bisherigen Vorstandsmitgliedern. Die Herren Di. med. Auerbach-Halberstadt, Rabbiner Dr. Krade r-Ansbach, Semmi Hess e-Hamburg, Julius L ö w e n t h a 1-Eschwege, Rabbiner Dr. Munk-Berlin, und Leo M u n k-Cöln wurden in den Vorstand neu hinzugewählt. Sodann wurde die Debatte über Dr. Moses Auerbachs Palästina-Referat fortgesetzt. Man stand noch unter der tiefgreifenden Wirkung, die seine Rede am ersten Tage hervorgebracht hatte. Schlicht war die Sprache, überwältigend die heiße Liebe für Erez hakdauscho, dessen Verhältnisse auf allen Gebieten ihm innig vertraut sind; und mit der Inbrunst in seinem Innern zündete er in den Herzen der Zuhörer, die bei jedem Worte merkten, dass hier kein Schwärmer und Schönfärber, sondern ein gerader, durch und durch wahrer, ehrlicher Mann im Vollgefühl der Verantwortung gesprochen hatte. Dem entsprach anch der Ernst und der versöhnliche Ton, in der stundenlangen Aussprache. Die Thesen wurden mit kleinen, vom Referenten gebilligten Abänderungsvorschlägen der Herren Rabb. Dr. M u n k und Dr. A. L ö b-Berlin einmütig angenommen, ebenso Rosenheims Antrag, a) eine Palästina-Zentrale der deutschen Orthodoxie zu errichten, deren Mitglieder, Organisation und Aufgabenkreis von der Leitung des Gruppenverbands bestimmt werden; b) dem Zentralbüro in Zürich den Druck des Referats und seine Geber- Setzung ins Hebräische, Jiddische und Englische zu empfehlen. Der Vorsitzende erstattete einen zusammenfassenden Geberblick über alle Gegenstände der Beratung und dankte den Delegierten (90 stimmberechtigte waren erschienen) für Erscheinen, Ausdauer und Aufmerksamkeit. Nach Dankesworten für die Versammlungsleiter und den Verbandsvorstand wurde Jacob Rosen heim gehuldigt, dem zu Ehren sich die Delegierten erhoben, um sich dann in guter Stimmung zu trennen. ||Aus unserer Bewegung. Mainz. Die Tätigkeit der Mainzer Agudas Jisroel jugendgruppe im Sommer- Semester 1919 stand im Zeichen eines neuen kräftigen Aufblühens. Die von den Herren Rabbiner Dr. Bon di, Dr. Schlesinger und Hugo Cahn gehaltenen Mischnah-, Jeschajohu- und Perokim-Kurse erfreuten sich eines guten und regelmässigen Besuches. Daneben fanden folgende Vorträge und Referate statt, die unsere Mitglieder und Freunde über die aktuellen Zeitfragen unterrichteten und während der יסים נוראים mit den wichtigsten Gebetabschnitten vertraut machen sollten: ״Ueber das ludenproblem von Dr. Isaac Breuer“, Herr Referendar Max Oppenh e i m e r. ״Die Tätigkeit der Agudoh während des Krieges und die Züricher Konferenz“, Herr Lehrer K i s s i n g e r. ״Teschuwoh-Gedanken nach dem Ram’bam“ Herr Rabbiner Posner. ״Die Awaudoh am Jom Kippur“ ״Die Bedeutung der Hauschanaus“ Herr Dr. Schlesinger. Ein Tagesausflug in das rheinische Schiefergebirge, sowie eine grosse Zahl von Wanderungen in den benachbarten Taunus stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Freundschaft unter den Mitgliedern. Vom laufenden Wintersemester erhoffen wir eine erhöhte Lerntätigkeit und eine weitere Verbreitung des Agudoh - Gedankens in Mainz und seiner Umgebung.