Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 11 (11.1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 203 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/6467833-9641057-9626205--1034-9626222- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
203 Aufklärung zu verbreiten gegenüber der Anschauung in anderen Organisationen und diese Abweichungen und Gegensätzlichkeiten den Mitgliedern der Agudas Jisroel zum klarsten Bewusstein zu bringen, Dabei soll jede Lieblosigkeit und jede unnötige Schärfe gegen Personen vermieden und ein Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden, die durch Thorastudium und Gesetzeserfüllung miteinander verbundenen jüdischen Brüder ganz für das Agudo-Ideal zu gewinnen. (Vergl. Casseler Leitsätze.) 4. Die Ortsgruppen haben eine Hauptaufgabe auch darin zu erblicken, ihren Mitgliedern die Auseinandersetzung mit der nichtjüdischen Kultur durch Anbahnung einer Umgestaltung des Erziehungswesens zu erleichtern. 5. Organisatorische Aufgaben der Ortsgruppen sind: a) Zusammenschluß zu Bezirksverbänden b) Beihilfe zur Gründung und zum Bestehen von Jugendgruppen c) Errichtung von Kursen zur Ausbildung von Propagandarednern unter ihren Mitgliedern. Zur Annahme gelangten ferner die folgenden Anträge: Austeilung eines Generalsekretärs: Gründung einer Wochenschrift des Gruppenverbandes (so bald wie möglich); Maßnahmen zur wirksameren Durchführung der Befreiung vom Schulbesuch und besonders vom Schreiben in den Schulen am Sabbat. Errichtung einer Kupass hagaulo, der nach den drei Feiertagen Pessach, Schowuaus und Sukkaus eine Selbststeuer zu leisten ist. Die Diskussion über die Ostjudenfrage in Deutschland ergab die Annähme der Thesen und ferner den folgenden Beschluss: Der Gruppenverband fordert die Ortsgruppen zur Bildung gemischter Kommissionen auf, bestehend zu gleichen Teilen aus Ost- und Westjuden, die auf Grund eines vom Gruppenverband auszugebenden Fragebogens die Verhältnisse klären und praktische Anregungen dafür unterbreiten sollen. a) wie die materielle, geistige und religiöse Wohlfahrt der ansässigen sowohl wie der neu eingewanderten ostjüdischen Bevölkerung und ihres Nach- Wuchses günstig beeinflusst, b) wie die Beziehungen zwischen Ost- und Westjuden inniger gestaltet c) wie die Ostjuden für Agudas Jisroel gewonnen werden können. Schließlich wurde ein Antrag Dr. J. Wohlgeinuth-Berlin angenommen, in allen größeren Städten Deutschlands, in denen sich größere Gruppen gesetzestreuer Juden befinden, durch die Agudas Jisroel osteuropäische Talmi de Chachomim für den Talmud-Unterricht anzustellen, ln der Donnerstag-Sitzung wurde beschlossen, der A. J. Jugendorganisation das Recht zur Entsendung von drei Vertretern in den Vorstand des Gruppenverbandes zuzugestehen.