Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 11 (11.1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 202 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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202 zu genügen beginnen soll. Da ist jeder fremde Gedanke sträfliche Untreue, auch der Gedanke an Gott, — und auch Gott der Allgütige will vergessen sein, wo er am gnädigsten ist. VI. Wir fassen zusammen: Die Poesie ist das Gehirn des tätigen Volkslebens. Und das Gehirn der Dirigent des Körpers. Ist unser tiefinnerster Wunsch, das altjüdische Poesie-Ideal zur Lebens-Idee zu gestalten, aussichtslos? Gibt es aber jüdische Hoffnungen ohne Aussicht?* Ist die Kraft zur Selbst- Vervollkommnung geschwunden? Oder wollten wir, Bequemlichkeiten zu liebe, denen folgen, die uns an Dissonanzen fesseln möchten? Nein, wir *alle können werden wie jener ״nicht grosse Priester und nicht grosse Weise, nur grosse Mensch.“ Die jüdische Poesie weist.uns den Weg zuin göttlichen Lebensregelungsgesetze. Dieses Volk mag seine Helden, jenes seine Reben, jenes seine Künstler besingen, unser Saitenspiel und unser Sang ist der Gott, der sie alle schuf, und sein heiliges Gesetz. Berlin. Benjamin Cohen. Delegiertentag der Agudas Jisroel für Deutschland. (Schlußbericht.) An Zahnarzt Ehrmanns temperamentvolles, von tiefem Ernst getragenes Referat schloß sich eine lange, zeitweise stürmische Debatte, Bei der Ab- Stimmung gelangte anstelle der meistumstrittenen ersten These (vergl. Vorbericht in voriger Nummer) ein Antrag Dr. Jacob Levy zur Annahme: ״Der Gruppenverband erstrebe ein enges Zusammengehen und eine Arbeitsteilung mit der Freien Vereinigung.“ Die übrigen Thesen wurden in der folgenden Fassung angenommen : 1. Die Ortsgruppen haben innerhalb der Ortsgemeinden für die tiefere Erkenntnis des jüdischen Klall-Gedankens zu wirken. 2. Darüber hinaus haben die Ortsgruppen das Are wu s-Bewußtsein zu pflegen a) durch regelmäßige Berichterstattung über die Vorgänge in der gesamten Diaspora und Erweckung von Teilnahme an Leid und Freud aller Glieder des jüdischen Volkes. b) durch zielbewußte Annäherung der am am Ort befindlichen West- und Ostjuden. Ostjudenpolitik beginnt zu Hause. 3. Im Interesse der religiösen Wahrhaftigkeit und geistigen Selbsterhaltung des thoratreuen Judentums haben die Ortsgruppen die Aufgäbe, über das wahre Wesen des überlieferten Nationalismus