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Blätter · 1919-08-01 · 8 (8.1919) · p. Seite 144

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Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
8 (8.1919)
Date
1919-08-01
Page
Seite 144 (sequence 10)
Language
German
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144 auch am Montag und Donnerstag jeder Woche ein möglich weiter Kreis die Gelegenheit wahrnehmen könne, רברי תירה zu hören. Wer konnte besser als Esra die Erklärung der דורש' רשימות verstehen, die Erklärung des Verses: מלכו שלשת ימים במדבר ילא מצאו מים ואין מיש אלא תורה. Wer konnte besser als Esra die schon von den früheren gemachte Erfahrung bestätigen, daß wenn ישראל auch nur kurze Zeit die תורה vernachlässigt, es sich damit von seinem eigentlichen Lebensquell entfernt. Wenn man sich daher schon früher veranlaßt sah, darauf hinzuwirken, daß keine drei Tage vorübergehen dürfen, ohne von dem Quell der תורה neue Erfrischung entlehnt zu haben, so mußte die Notwendigkeit einer solchen תקנה ganz besonders hervortreten in einer Zeit des Niederganges, in einer Zeit der Unwissenheit, wie sie Esra bei seiner Rückkehr nach Erez Jisroel angetroffen hatte. Es ist daher ganz natürlich, daß Esra ältere Einrichtungen zur Hebung des Thorawissens, die mehr oder weniger in Vergessenheit geraten waren, wieder erneuert und erweitert hat und daß er auch seinerseits Verfügungen traf, die alle auf das eine hohe Ziel hinausliefen, die Kenntnis der תורה im Volke allgemein zu machen, um so von Innen heraus eine Gesundung des Volkslebens herbeizuführen. XIX. Als eine der wichtigsten תקנות von עזרא ובית דינו haben wir im vorigen Artikel seine Regelung des Gerichtswesens bezeichnet. Seine und seines Kollegiums תקנה auf diesem Gebiete wird im Talmud mit den Worten ודנין בשני ובחמישי erwähnt. Wir haben bereits gesehen, daß die Gerichtsbarkeit zur Zeit, als Esra nach ארץ ישי־אל gekommen war, tief darnieder gelegen hatte. Nicht daß es an Gerichtshöfen gefehlt hätte. Die Gerichtshöfe waren da, es fehlte ihnen aber an dem Geiste, wie ihn vor Esra der König יהושפט von den Richtern verlangt hatte. Esra’s Bestreben ging nun dahin, das Gerichtswesen lückenlos zu gestalten, es zu intensivieren. Es durfte an keinem Orte, der eine namhaftere Bevölkerung aufzuweisen hatte, ein בית רץ fehlen, und es sollte nicht blos zusammentreten, wenn man an es herantrat. Es mußte in jedem größeren Orte an jedem 2. und 5. Tag der Woche tagen, damit alle Streitfälle so rasch wie möglich aus der Welt geschafft werden konnten. Die Festsetzung dieser Tage ‘ב‘ וה war nicht ohne Zusammenhang mit der vorhin erwähnten תקנה der קריאת התורה am 2. und 5. Tag der Woche. An diesen Tagen kamen die Leute aus den Dörfern in die Kreisstädte, um dort der מצוה, keine 3 Tage ohne תורה vorübergehen zu lassen, nachzukommen. Da sollte ihnen auch gleichzeitig die Gelegenheit gegeben sein, ihre Streitigkeiten zu schlichten, um dadurch jede auftauchende Uneinigkeit oder die Ur- Sache hierzu im Keime zu ersticken. So standen die beiden letzterwähnten תקנות im engsten Zusammenhang mit einander. Die eine wurde durch die andere gehalten und gestützt. Durch sie kamen diejenigen, denen es in ihrem Wohnorte an jeglicher Belehrung gemangelt, an den Tagen der Zusammenkunft in die Stadt, um von dort geistige Nahrung zu bringen und auch, um dort die Entscheidungen der דין תורה D בתי רינין ע in allen auftauchenden Streitfragen entgegenzunehmen. Noch eine weitere Reihe von תקנות knüpfen sich an den Namen dieses Mannes, den unsere הבמים als den zweiten משה רבני feiern. ראוי היה עזרא שתנתן התורה על ירו Neben משה רבני verdient Esra als der Lehrer seines Volkes bezeichnet zu werden, als der Mann, der wie משה רבני seine Lebensaufgabe in der

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