Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 6 (6.1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- Seite 108 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- Pinsk 1× ep/1045440
- Vilnius 1× ep/1000947
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108 Unsere deutsche gesetzestreue Judenheit, für die Dr. Breuer so warme Worte findet (ob mit Recht?), ist — wir wollen uns diese Tatsache nicht verhehlen — vielfach aus Gleichgültigkeit und mangelnder Zionsliebe (sie fühlt sich im Goluth wohl) gegen den ״Zionismus“, sie muß endlich erkennen, daß die תורה treue Judenheit aus Zionismus gegen den ״Zionismus“ (s. ״Jude“, 3. Jahrg-, Heft 11, Seite 538) sein muß. Das Feuer wahrer Bege'sterung, das die ״Messiasspuren" in vieler Herzen angefacht haben, verbürgt.die Reinerhaltung der Messiasidee vor Verfälschung von rechts und links. Leipzig Ernst Barucb. Beiträge für die ״Literarische Rundschau“ sind in Zukunft an Berthold Strauß, Leipzig, König Juhannstrrße 10, I.. zu richten. || Aus unserer Bewegung. Frankfurt a. M.. Anfang Juni 1919. Einen Festabend wollte die Frankfurter Jugendgruppe veranstalten. Die Vorbere tungen waren im Gange. Da kam die Kunde von dem entsetzlichen Pogrom im Osten. Unter dem Eindrücke der grausigen Kunde aus Wilna, Pinsk und vielen anderen Orten wurde der Festabend abgesagt. Statt dessen forderten Orts- und Jugendgruppe die jüdische Bevölkerung Frankfurts zu einer öffentlichen Protestkundgebung auf, die am 1. Juni 1919 stattfand. Vor etwa 1500 Personen sprachen die Herren Rabbiner Dr. Pinchas Kohn-Ansbach und Seminardirektor Dr. Carlebach- Cöln. Beide Redner zeigten die große wirtschaftliche Not im Osten, aber auch die große Liebe dieser Ärmsten unserer Brüder zur Tor ah. Beide Ansprachen klangen in einem warmen Appell an Frankfurts Juden aus, zur Linderung der Not im Osten zu spenden. Dieser Appell hatte guten Erfolg. Die ersten drei Tage der Sammlung brachten bereits zirka Jl 20000.— Nächster Tage soll e ne Haussammlung in ganz Frankfurt stattfinden. Frankfurt a, M.: Leider konnten die Vorträge und Sch urim des an die A.J.J.O. angeschlossen Vereins zur Pflege jüdischen Wissens, Tifereth Bachurim während des Krieges nur in kleinem Kreise stattfinden, da fast alle seine Mitglieder zum Heeresdienst einberufen waren. Sofort nach Rückkehr der Mitgl eder wurde die Arbeit in größerem Maße wieder aufgenommen Es fanden allwöchentliche Vorträge aus den Kreisen junger Mitglieder statt, an die sich Diskussionen anschlossen Der Vorstand hatte sich trotz der Schwere der Zeit entschlossen, eine Chanukkahfeier in größerem Stil zu veranstalten, deren Verlauf alle Erwartungen übertraf. — Für die Sommermonate sind eine Reihe von Vorträgen. Diskussionsabende, Schiurim und Ausflüge geplant. Bezirksgr. M.-Gladbach-Rheydt: Trotz der politischen Lage ist es uns ■«׳düngen, unsere Gruppe weiter auszubauen. Wir haben jetzt außer Vorträgen mit anschliessender Diskussion und Unterhaltungsabenden noch zwei Schiurim einrichten können, die gut und regelmäßig besucht werden. Die Mitgliederzahl ist während des letzten Jahres auf 60 angewachsen, was hauptsächlich auf den guten Einfluß und die Begeisterung des Würzburger Bundestages zurückzuführen ist. Hier hat das schöne Zusammentreffen jüdischer Jugend in religiöser Hinsicht einen tiefgehenden Einfluß auf die Ansicht und praktische Lebensführung unserer dort anwesenden Mitglieder ausgeübt. Mergentheim: Im Februar ds. Js. hielt irr unserer Gruppe Herr Ludwig Pfeufer aus Giebelstadt e nen Vortrag über ״Das Leben eiims religiösen Kriegers im Felde“. Seine längeren Ausführungen schlossen mit einem Appell an den Arewus-Gedanken, der mehr als bisher in der jetzigen schweren Zelt gepflegt werden müßte. — Unsere allwöchentlichen Lernabende erfreuen sich des zahlre eben Besuchs unserer Mitgl eder, die mit großem Eifer den Schiurim folgen.