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Blätter · 1919-06-01 · 6 (6.1919) · p. Seite 106

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
6 (6.1919)
Date
1919-06-01
Page
Seite 106 (sequence 16)
Language
German
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106 dert der Jugend die קרושה der jüdischen Ehe und aller davon abhängigen Institutionen, widerlegt die destruktiven Anschauungen mancher Ärzte durch Zitate aus medizinischen Abhandlungen. Seine Ausführungen münden schließlich in einem Hinweis auf Zion, das nur ein gesundes, willensstarkes Geschlecht tragen darf. B. Strauß. nUnser Weg“, Jüdisch akademische Blätter, herausgegeben vom Bund jiid. Akademiker Heft i. Nissan 5679. Wenn heutzutage der Studierende ins Universitätsleben tritt, wird ihm die Wahl, ob und welchem Verbände er sich anschließen soll, schwer gemacht doppelt schwer, weil er überall eine starke Teilnahme aller an den Fragen des Judentums feststellen kann, ihm aber die richtige Bewertung der Verschiedenheit der Programme abgeht. Die Erfahrung hat gezeigt daß der Bund jüdischer Akademiker, trotz mehr als 15 jährigen Bestehens, in gesetzestreuen Kreisen, deren Standpunkt seine Mitglieder vertreten, seinen Zielen nach, noch zu wenig bekannt ist, und darum erfreulich, wenn sich das Präsidium zur Herausgabe dieser ״externen“ jüd. akademischen Blätter entschlossen hat. Das soeben erschienene erste Heft bringt nach einem einleitenden Aufsatz von phil. Streim eine eingehende Behandlung der ״Grundlagen und Aufgaben des B.J.A. von cand. med. Wolfsberg. Das Wesen des B.J.A. ist mit seiner ״Treue zur Tradition“ gekennzeichnet. ״Unser Weg“ will die religiös gerichteten Studenten den Weg zur Wahrheit führen, den einzigen Weg, den es gibt, zu der Anschauungsweise, welche alle Lebensäußerungen mit den Maßstäben des objektiven Glaubens, der göttliehen Lehre wertet. Es kommt gar nicht darauf an, ob die Strömungen des wissenschaftlichen Lebens sich restlos den Lehren der Thauroh einordnen; denn die Zusammengehörigkeit von ״Thaurohgeist und wissenschaftlicher Bildung“ im Leben des thoratreuen Akademikers bedeutet nicht eine Parallelität dieser Begriffe, sie schließt die weitere Forderung ein, daß die wissenschaftlichen Ergebnisse an der absoluten Gültigkeit des aus der Thauroh Geschöpften ihre Bedingtheit finden. Den jüdischen Akademiker zu solcher Betrachtungsweise zu erziehen, ist Leitgedanke im B.J.A. Vor allem wäre darum zu wünschen, daß die Studienjahre von intensiverer Beschäftigung mit den Erzeugnissen jüdischen Schrifttums erfüllt sind, um zu engerer Vertrautheit mit den Werken unserer großen Führer zu gelangen. W. hält den nationalen Gehalt unserer Bildung für ungenügend und propagiert, ohne dem obersten Prinzip der Thoratreue untreu zu werden, die Pflege der Werke neuhebräischer Dichter und Schriftsteller. Ähnliche Bestrebungen weist der Lehrplan Haiberstadts auf. wenn er die Einfügung einer größeren Anzahl jüdischer Stunden in den Jugendunterricht vorsieht. Diese Wünsche werden sich besser ermöglichen lassen, wenn ״dem Staat die Berechtigung abgerungen wird, unsere jüdischen Schulen nach unseren Bedürfnissen einzurichten“. Wir können leider in weiten Kreisen eine unbegreifliche Verständnislosigkeit dieser notwendigen Reform gegenüber feststellen. Das Fehlen jüdischer Vorkenntnisse bedeutet für die meisten jüdischen Eltern vielfach keinen Mangel, und viel wesentlicher, wenn die heranwachsende männliche und weibliche Jugend ihre Zeit mit anderen Dingen totschlägt. Es muß immer wieder auf die Belastung durch Vermehrung außerjüdischen Wissens zü ungunsten des jüdischen hingewiesen werden, ebenso auf die Selbstverständlichkeit, daß in Orten mit jüdischen Schulen diese von jüdischen Kindern aller Kreise aufgesucht werden sollten. Unter dem Titel עת לעשות mahnt Silbermann mit ernsten Worten zur Hingabe an unsere eigene Sprache. Er betont mit Nachdruck, daß die Aufgabe des B.J.A. למור התורה וקיו□ המצות einer Erweiterung in dem Sinne bedarf, daß als Umgangssprache das Hebräische eingeführt würde. Einigen Zweifel an der Durchführbarkeit der Hofmannschen Anregung haben wir insofern, als die notwendigen Voraussetzungen hierfür — genügende Kenntnis von

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