Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 5 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 85 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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85 wird es sicherlich so kommen, daß man diese heiligen! Artikel hauptsächlich aus Erez Jisroel beziehen wird. Es wird auch der jüdischen Gesamtheit gut anstehen, wenn Jernschlolaim und die übrigen heiligen Städte sie mit ihrem Bedarf an Ritualien in allen Zweigen versorgen und viele Hunderte von vornehmen Handwerkern in Erez Jisroel dabei ihren ehrbaren Erwerb finden werden. Im Anschluß an dieses festgegründete Unternehmen haben wir neulich eine Werkstatt für kunstgewerbliche Olivenholzarbeiten errichtet, in der bereits dreißig Facharbeiter beschäftigt werden. Auch in dieser Anstalt wird die Ausbildung von Lehrlingen gefördert werden. Auf dem Gebiete der Olivenholzschnitzerei gibt es insbesondere bei den Aschkenasim große Künstler, deren Leistungen sich eines ausgezeichneten Rufes erfreuen und mit den Künst ern der ersten Städte Europas konkurrieren können. Dabei zählte man sie vor dem Kriege zu den gedrücktesten Arbeitern des Handwerkerstandes. Jeder derartige Arbeiter hatte viele solcher Holzschnitzereien auf Lager und konnte sie nicht recht an den Mann bringen. Auch jüdische Liebhaber dieser Arbeiten kauften sie wunderlicherweise oft von Nichtjuden. Nichtjüdische Händler kaufen die Waren um einen verhältnismäßig billigen Preis von den jüdischen Herstellern, verkaufen sie dann an die jüdischen Konsumenten der ganzen Welt und bringen es bei diesem Geschäft zum großen Reichtume, während die jüdischen Holzschnitzer immer mehr verarmen. Das darf nicht mehr der Fall sein. Diese wirkliche Industrie des heiligen Landes, die Olivenholzschnitzerei könnte auch ein bedeutenderer Erwerbszweig für hunderte, Ja tausende Familien im heiligen Lande bilden, wenn ausländische Comites für den Absatz der Waren sorgen würden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Industrie auch in kunstgewerblicher Beziehung einer großen Entwicklung fähig ist und eine große Zukunft hat, da das Rohmaterial im Lande reichlich vorhanden ist und die Erzeugnisse in der ganzen Welt sich große Beliebtheit erfreuen. Auch diese Industrie könnte in allen Zentren Palästinas mit Aussicht auf bestem Erfolg betrieben werden. Um diese beiden Gewerbe a׳'s zeitgemäße genossenschaftliche Großbetriebe zu befestigen, wird schon in nächster Zeit ein weiteres Investititionskapital von minimum Jl 150 000.— und ein Spendenfonds von M 100 000— erforderlich sein. Selbstredend werden Kapital und Spenden je nach Bedarf und Entwicklung der Werkstätten erhöht \yerden müssen und dabei stets den Absatzmöglichkeiten Rechnung getragen werden. Keinesfalls wird das investierte Kapital dabei Schaden leiden. Das hier herrschende Prinzip wird auch kein׳ anderes als das weltbeherrschende Prinzip der Nachfrage und des Angebots sein. Der Spendenfonds soll allerdings für Ausbildung von Lehrlingen und deren Versorgung bis zu ihrer Reife verwendet werden. In den allermeisten Fällen wird es sich um Kinder armer Eltern handeln, die mit Mittagessen, Bekleidung und Unterricht versorgt werden müssen. Ein zielbewußter, großzügig angelegter Ausbau dieser beiden Gewerbe ist ganz vorzüglich geeignet, eine gediegene, Einfachheit und gute Handwerkstraditionen verbürgende Arbeitsfreudigkeit und vor allem ein fest wurzeln des Heimatgefühf im heiligen Lande zum Heile unseres gesamten palästinensischen Handwerker. Standes zu vermitteln. גדולה סלאבה שמכבדת אח בעליה! Groß Ist die Arbeit, denn sie ehrt ihre Träger! Jerusalem-Frankfurt a. A. Rabbiner J. Horovicz.