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Blätter · 1919-05-01 · 5 (5.1919) · p. Seite 79

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Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
5 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 79 (sequence 9)
Language
German
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79 dem Volke die Thora so aufgezwungen wurde, etwas wie eine Rechtfertigung für die Qesetzesübertreter ableiten. Raba belehrt ihn aber, daß Israels Söhne in späterer Zeit, und zwar in der des Ahasveros, den Empfang der Thora noch einmal für sich und ihre Nachkommen bis ans Ende aller Geschlechter bestätigt hätten, wie im Esterbuche 9 zu lesen ist: ״K i m u wekiblu“, sie bekräftigen durch freiwillige Annahme, das, was sie einstens zwangsweise empfangen hatten. * * * ״Vom Himmel her hast du das Recht hören lassen, die Erde erbebte und ward ruhig (Psalm 76)“. Zwischen Furcht und Frieden schwankte die Erde, da das Gottesgesetz ertönte. Es heißt nämlich, so erklärt Resch Lakisch, bei der Schöpfung des sechsten Tages im Gegensätze zu den anderen Tagen, ״Haschischi“. Dieses H des Artikels bezeichnet einen ganz bestimmten ״Sechsten“, um dessentwillen die ganze Schöpfung entstanden ist. Der sechste Siwan im Jahre des Auszuges war es nämlich, der der Schöpfung ihren Sinn und ihre Bedeutung gab. Hätte Israel die Thora abgelehnt, der ganze Schöpfungsbau wäre ins Wanken und die Erde aus ihren Fugen geraten. Voller Furcht um ihr eigenes Schicksal horchte daher die Erde auf, als das Donnerwort des ״Onauchi“ ertönte, beruhigte sich jedoch bald, da des Volkes Jubelruf: ״Naase Wenischma!“ zu ihr drang. * * * Es erklärt R. Simoi: Wie der Ruf ״Naasse Wenischma“ aus 600000 Kehlen sich losgerungen hatte, da ließen sich ebenso viele Gottesengel zur Erde herab und setzten jedem der Sinaizeugen zwei leuchtende Kronen aufs Haupt, die Krone der Tat (Naasse) und die des Gehorsames (Nischma). Als aber Israel später das goldene Kalb umtanzte, eilten die Engel des Verderbens in doppelter Anzahl herbei, um den Sündem den Schmuck wieder zu entreißen. R. Jochanan bemerkt aber dazu: Die Kronen sind uns dennoch nicht ver- Ioren gegangen, denn sogleich hatte sie Moses allesamt liebevoll aufgenommen. Im Moseszelte harren sie nun der Stunde, da sie dem Gottesvolke wieder zu teil werden sollen. Heißt es doch (Jesaias 35) von den Gotterlösten: ״Wesimchas Aulom al Rauschom“, die Freude früherer We 11 e n, d. h. die Kronen aus der Sinaizeit werden ihre Häupter schmücken. * * R. Josua, Sohn Lewis lehrt: Als Moses zur Gotteshöhe empor gelangt war, da sprachen die Engel voll Argwohn: ״Was will denn dieser Weibgeborene in unseren Regionen?“ ״Er wird die Thora in Empfang nehmen“, gab ihnen Gott Auskunft. Da erwiderten die Engel: ״Kann das kostbare Kleinod, seit einem Jahrtausend vor der Welt- Schöpfung in deiner Schatzkammer wohlbewahrt, einem Menschen aus Fleisch und Blut anvertraut werden? ״Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst (Psalm 3)". Nun forderte Gott Moses auf, selbst den Engeln Eede und Antwort zu stehen. Da aber Moses fürchtete, durch ihres Mundes Hauch verbrannt zu werden, so durfte er hinter dem Gottesthrone Deckung nehmen. Von diesem sicheren Port aus sprach er zu seinen himmlischen Widersachern: ״Wißt ihr, was in der Thora enthalten ist? Da wird das Zehngebot mit den Worten eingeleitet: ״Ich bin der Ewige dein Gott, der dich aus Mizrajim herausgeführt habe“. Wart ihr jemals in Mizrajim dienstbar, habt auch ihr jemals gleich uns der Befreiung entgegengezittert? Was soll euch das zweite Gebot, da ihr in den reinsten, höchsten Regionen gar keine Götzen vor Augen habt? Wie wollt ihr am siebenten Tage ruhen und euch der Arbeit enthalten, die euch an

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