Mannheim
Compact Memory

Blätter · 1919-03-01 · 3 (3.1919) · p. Seite 45

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
3 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 45 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/6467833-9641057-9626101--0928-9626116
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

45 der Abonnementspreis wird auch weiterhin durch die Gruppen eingezogen. Wir bitten nun alle, die auf pünktliche Zusendung unseres Organs reflektieren, jede Adressenänderung dem jeweils zuständigen Postamt direkt mitzuteilen, da nur so das regelmäßige Eintreffen der ״Blätter" garantiert werden kann. 1י-» Gleichzeitig teilen wir unseren Gruppenvorständen mit, daß es uns wegen Raummangels nicht mehr möglich ist, Spenden, die für die einzelnen Gruppen eingehen, in unseren ״Blättern" zu veröffentlichen. Wir werden nur solche^Spenden ausweisen, die der Stamm- oder Jugendorganisation zufließen. Der G.-A. der A.J.J.O 1n=■[ Esra-Rubrik 1<=°=j| Der kleine Gaon von Wilna.*) Elia war ein eigenartiger Junge. Als Erstgeborener gewöhnte er sich früh daran, für seine 5 jüngeren Geschwister zu denken und zu handeln. Selbständigkeit! ist denn auch stets ein Grundzug seines Wesens geblieben, der nur in seiner tiefen! Frömmigkeit, seiner Ehrfurcht vor Gott seine Grenze fand. In der Hütte seiner Eltern herrschte wohl drückende Armut, aber Sorge und Verzweiflung fanden darin keine Stätte. Dazu war der Vater, Rabbi Salomo, zu bescheiden und zu ideal veranlagt. Er war zufrieden, wenn er aus der Stiftung, die einer seiner Verwandten für arme Thoragelehrte begründet hatte, die notwendigsten Bedürsnisse für sich und seine Familie bestreiten konnte. Und glücklich war er, Tag und Nacht lernen zu können. Das Leben im Hause seiner Eltern trug das seinige dazu bei, den Geist des Knaben über sein Alter hinaus zu entwickeln. Nicht nur, daß er im Alter von 6 Jahren Talmud lernte, wo unsere Kinder erst in die Schüle kommen, machte ihn zum Wunderkind. So manche seiner Altersgenossen haben Wohl damals in Polen die Melodie des Talmud sich angeeignet. Aber so wie er vermochte es niemand vor ihm und niemand nach ihm. Er bersuchte kein Cheder; sein einziger Lehrer war sein Vater; bald aber lernte er besser und gründlicher, als viele bärtige Männer unter den Gelehrten. Er hatte seinen eigenen Kopf und seinen Weg beim Lernen. So sehen wir eines Tages die Wilnaer nach der großen Synagoge pilgern, wo zu aller Erstaunen der siebenjährige Knabe einen talmudischen Vortrag hielt. Unter den Anwesenden befand sich aber auch der Rabbiner selbst, Rabbi Hirschel. Auch er war auss höchste überrascht. Jedoch zweifelte er an der Echtheit seines Könnens Er bat den Vater, ihm das Wunderkind doch einmal zuzuführen. Er wollte sehen, ob das Wissen des Knaben wirklich so tief, oder ob er seine Sache nur auswendig gelernt habe. Hatte der Knabe zuerst vor einer Menge gesprochen, die mehr und minder gelehrte בעלי בתים umfaßte, so sollte er jetzt eine ungleich schwerere Probe seines Könnens ablegen. R. Hirschel hatte eine Anzahl ausnehmender Gelehrter zu sich kommen lassen, und nun begann ein Kreuzverhör, in dem sich die Regsamkeit dess kindlichen Geistes aufs glänzendste erweisen sollte. Fragen, die die gebildetsten בחרדים in Verlegenheit gesetzt hätten, beantwottete der siebenjährige Elia mit Leichtigkeit. *) Nach Unna, der Wilnaer Gaon und Kottek, Geschichte der Juden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.