Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 3 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 44 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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44 I. Katzenborg in Dinim, Kizzur Schulchan Oruch oder Raschr vorgesehen, während die Mädchen unter Leitung des Herrn Lehrer K a n t h a l Dinim lernen, Tefilloh übersetzen und die laufende Sidrah besprechen.! Bei den Aussprache-- Abenden werden Kapitel aus Hirsch's Chaurew oder Ehrmann, Durchs Jahr gelesen und erklärt. Burgreppach: Herr stud. med. S e ck b a ch - Würzburg hielt am 11. Schewat in unserer Gemeinde einen Propagandavortrag, an den anschließend eine Jugend- und Mädchengruppe der A.J. gegründet wurde. Auch Herr Rabbiner Dr. Michalsky sprach an demselben Abend über die Zwecke und Ziele einer Jugendgruppe. Den Gruppen sind bereits fast 60 Mitglieder beigetreten. — Die Mitglieder vereinigen sich am Freitag Abend regelmäßig zu einem Mikro-Vortrag, außerdem wird in der Mädchengruppe jetzt die Megillas Esther besprochen. A.J.-Mädchengruppe Halberstadt berichtet: Gegenwärtig, Anfang Febr., zählen wir 36 Mitglieder. Dreimal kommen wir zusammen, haben einen Tefillo- und einen Dinim-Kurs unter Leitung unserer Vorsitzenden, Fräul. Helene B a er. Ferner lernen wir ohne Leitung Jirmijohu. Auf diesen Schiur bereiten wir uns nach Raschi, Breuer und anderen Erklärern vor. Von Zeit zu Zeit besprechen wir gemeinsam Tagesfragen. Unsere soziale Tätigkeit besteht in dem Besuch von Kranken und Armen, denen wir aus einem dazu eingerichteten Vorratskasten Aufmerksamkeiten mitzubringen pflegen. Fulda: Am 9. Februar 1919 hielt Herr Studienreferendar Leo Rothfchild in unserer Jugend- und Ortsgruppe einen Vortrag über jüdische Weltanschauung, zu dem sich auch viele Gäste einfanden. > Ausgehend von der Revolution, die eine Auflehnung gegen die mechanistische Betrachtungsweise der Welt bedeutet, führte uns der Redner in die allgemeinen Voraussetzungen jeder philosophischen Untersuchung ein. Selbst der strengste Wissenschaftler vermag aus sich allein nicht die Quellen und Ziele des Weltgeschehens zu beurteilen, da er alle Ereignisse und Zustände nur relativ, nach dem Maße seines menschlich begrenzten Verstandes erforschen kann. Deswegen mußte dem Menschen ossenbart werden, daß diese Welt göttlichen Bestimmungen dienett soll, daß der Mensch in strenger Befolgung der göttlichen Gesetze des höchsten Heiles und der höchsten Vollkommenheit teilhaftig werden kann. So ergibt sich auch für den unbefangenen wissenschaftlichen Denker die einheitliche, folgerichtige Weltanschauung des gesetzestreuen Judentums. In der folgenden kurzen Debatte wiesen besonders Herr Lehrer Spiro und Herr Rabbinatsassessor Kunstadt in eindringlichen, geistvollen Worten auf die Notwendigkcheit hin, junge, schwankende Juden und Jüdinnen zu diesen erhabenen Zielen hinzusühren. Aufgabe unserer Agudoh-Jugend sei es, die Überzeugung für die einzige Wahrheit unserer תורה und den treuen Bekennermut, in allen Lebenslagen für ihre Erhaltung einzutreten, in sich selbst immer mehr zu festigen und auch diese Auffassung in der ihr nahestehenden jüdischen Jugend immer mehr zu verbreiten. Mit einem von Herrn Di*. Leo Cahn an den Redner gerichtcren Dank für seine durchdachten Ausführungen, die jedem Hörer reiche Anregung zur Vertiefung in diesen Fragen boten, wurde die Veranstaltung geschlossen. H. L i p st a d t. An unsere Mitglieder und Freunde! Wir haben nunmehr beschlossen, sowohl zur Entlastung unseres Zentralbüros als auch zur Erleichterung der Arbeit in den einzelnen Gruppen, die ״Blätter" bei der Post zu abonnieren, wodurch dieselben allen Mitgliedern direkt durch die Post zugehen. Das Bestellgeld wird vierteljährlich ca. 10 3! betragen.