Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 3 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 37 (sequence 7)
- Language
- German
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37 das Richtige sei, mit ihnen zu rechnen, sie als bestehend anzuerkennen, wofern man sich nicht den Vorwurf der Wellfremdheil zuziehen, ja schlimmer, wofern man sich nicht jede Möglichkeit erfolgreichen, praktischen Wirkens verschließen wolle. Meint aber der Verfasser, daß er keine andere Wirklichkeit als zu recht und für die Dauer bestehend anerkenne, daß die Weltausfassung im Sinne der Thauro die einzig berechtigte sei, dann soll ihm nicht widersprochen werden, das aber ließe sich klarer sagen. 2. ״Gott und sein Recht." Wir können es verstehen, wenn man bei der Betrachtung der jüdischen Nation als solcher von der Thauro nicht als vom ״Gesetz", sondern vom ״Recht" spricht. Wo es sich aber wie hier um das Verhältnis des Volkes zu seinem Gott handelt, ist es dem Laienverstande strotz der Auseinandersetzung im 9. Kapitel der ״Messiasspuren) nicht klar, warum ״Recht" dem alten ״Gesetz", dem ״Gottesgesetz" vorgezogen werden soll. Im Worte ״Gesetz". ״Satzung" liegt viel mehr das Feste, Unabänderliche, Notwendige, Naturgegebene — so sprechen wir auch von Naturgesetzen - als im ״Recht" im üblichen Sinne, dem Menschenübereingekommenen, Wandelbaren. 3. ״Die vom Verstände begriffene Natur stelle ihm nur dar ein Mittel, die Thauro zu verwirklichen." Wir meinen, daß der Verfasser unbeschadet der Einheitlichkeit seines Programms sich nichts vergeben hätte, wenn er statt ״die vom Verstände begriffene Natur" ״die vom Verstände zu begreisende Natur" gesagt hätte. Dann wäre es klarer geworden, daß er auch Natur- und Geschichtserkenntnis als eine jüdischer Forschung würdige Tätigkeit angesehen hätte; nach der Formulierung des Programms im ganzen könnte man allerdings daran zweifeln. 4. ״Die Natur stelle ihm n u r die Summe der Mittel dar, die Thauro in Gottes Welt zu verwirklichen." Sicherlich sind Kosmisches, Erden- und Menschenleben nur Mittel für Gottes Weltenplan, und des Menschen Dasein soll der Verwirklichung der Thauro dienen. Ist es aber nicht zu kühn zu behaupten, daß die ganze gewaltige Natur nicht nur die tellurische, sondern die kosmische n u r ein Mittel sei zur Verwirklichung der für Jisroel bestimmten Thauro? הנסתרות לה‘ אלי והנגלות לנוולבנינו Vielleicht meint der Versaffer das auch gar nicht, dann wäre eine Änderung der Formulierung erwünscht. 5. Von jedem Angehörigen der Agudoh-Jugendorganifation ist zu erwarten, daß ihn ״das Bewußtsein von der Silluk Schechinoh beherrsche, daß er alle Unzulänglichkeit der Erkenntnis und alle wirtschaftliche Hemmnis der Verwirklichung des Rechts Gottes darauf zurückführt". Es hätte dem Empfinden von manchem mehr entsprochen, von einem so erhabenen, in dieser Form aber der Menge nicht vertrauten Begriffe so lebendig auch das damit Bczeichnetc von einzelnen gefühlt werden mag in einem vielerörterten Jugendprogrammc nicht zu reden und ihn damit nicht in die Diskussion ziehen zu lassen. Von diesem Gefühls- Moment abgesehen, rein sachlich hielten wir es für richtiger, als Quelle der irdischen Unvollkommenheit mehr, als cs später durch die Worte geschieht: ״Er sei in Lehre und Tat bestrebt, den Kiruw Schechinoh herbeizuführen" die eigene Mangelhaftigkeit zu betonen; denn diese ist ja - wie im Talmud so oft betont - die Ursache des Siluk Schechinoh, z. B.המהלך בקומה זקופה כאלו דוהק רגלי שכינה usw. Also die Notwendigkeit der Selbsterziehung, Charakterbildung, ethischen Vervollkommmmg wäre mehr hervorzuheben ein Punkt, der überhaupt im Programm zu kurz gekommen ist. 6. ״Die Goluszeit soll nur eine Episode darstellen vom nationalen Eden her zum nationalen Eden hin." Zuni angeblichen nationalen Eden der