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Blätter · 1919-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1919) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 13 (sequence 16)
Language
German
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15 Bei dem weiteren Aufbau Jerusalems und Erez Jisroels werden wir daher nunmehr nicht Serubabel, sondern seinem Nachfolger als Pascha (!יפחד in Juda, Nehemia, begegnen. H a l b e r st a d t. Rabb. Dr. Frankl. Ein Tag in Petach-Tikwo. Von Arzi Jisraöli. Erst spät abends kamen wir in Petach-Tikwo an. Wie das so manchmal passiert, war der allzu besetzte Postwagen von Jaffa nach Petach-Tikwo im Sande stecken geblieben, sodaß die Männer unter den Fahrgästen zu Fuß gehen mußten. So waren wir denn reichlich müde, als wir im freundlichen Heim unseres Gastgebers anlangten, und bald gingen wir zur Ruhe. Früh am Morgen standen wir auf, um zum Beten zu gehen. Es war ein herrlicher Frühlingsmorgen im beginnenden Adar 5674. Noch war es angenehm frisch, der Morgentau lag noch auf den Wiesen. Im nicht fernen Osten schienen die Berge Efraims im Morgennebel wie von Bergseen bedeckt. Wir batten heute wirklich שכר הליכה und betraten in wirklicher Gebetsstimmung die große Ortssynagoge. Wir fanden sie schon voll. Es י'׳ war das erste מנין ותיקים .מנין genannt, meist von Landarbeitern und Hand- Werkern besucht, die beim ersten Tagesgrauen beteten, um möglichst früh ihr Tagewerk beginnen zu können. Eine bunte Gesellschaft: aschkenasische Inden aus Osteuropa und Jerusalem, sephardische aus Jerusalem und Damaskus, aus Aleppo und Ursa, hagere Gestalten alter und junger Jemeniten mit ihren lang herun erhängenden Pcios, Kaukasier mit ihren Dolchen am Gehänge, dazwischen ein Chacham aus Marokko. Ans allen Ländern kamen sie, und sie alle standen hier ohne Pose, einfach.zum Gebe-, alles minder desselben Vaters. Bald war das erste Minjan vorüber und nun begann das zweite, an dem wir uns beteiligten. Als wir nach dem Gebete nach Hanse gingen, ertönte eine Glocke, welche zur Arbeit rief auf die Felder, in die Orangerien, die Mandel- und Weingärten. Etwa eine halbe Stunde X später kündete ein zweiter Glockenschlag den Beginn der Arbeit an. Nach dem Frühstück besuchten wir die große Talmud-Toraanstalt der Freien Vereinigung. Über 300 Knaben im Alter von 5 bis 15 Jahren lernten hier תורה והכמה von אלפ כית bis תנייך גמרא ותוספות Schreiben, Rechnen, Geschichte, Geographie, Naturkunde, kur; außer den jüdischen Disziplinen diejenigen der deutschen Volksschule. Dem eigentlichen תורה-Lernen sind etwa zwei Drittel des Tages gewidmet, ein Drittel den sogenannten profanen Fächern, die aber hier auch ganz durchseelt sind vom תורה-Geist. Sind doch säst alle Lehrer כני תורה. Von klein bis groß herrscht hier לשון הקרש, das ja in Erez Jisroel wirklich שפה היה lebende Sprache ist. In einer Klasse erklärte uns ein intelligenter Schüler ein schweres תוספות aus בבא קמא, in einer anderen erzählte ein kleiner Junge von 6 Jahren die ונקרה, in einer dritten wurden uns die Gesetze der Kohäsion auf Hebräisch erläutert. - Der Tali^ud-Tora gegenüber liegt die Mädchenschule, das schönste Gebäude der Kolonie. Mit der Mädchenschule verbunden ist der Kindergarten. Insgesamt werden hier mehr als 300 Kinder erzogen. Eine Klasse des Kindergartens spielte gerade im Hofe, als wir kamen. Es war uns eine besondere Freude, die 3- 4 jährigen Kinder in der heiligen Sprache spielen ~ zu sehen. Daß die Sprache hier wirklich heilig ist, bewies uns ein kleines Mädchen, V

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