Mannheim
Compact Memory

Blätter · 1919-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1919) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 12 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/6467833-9641057-9626065--0835-9626080
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

14 - In Persien hatte nämlich ein Thronwechsel stattgcfunden und damit Wohl auch ein Wechsel in der Behandlung der dem Reiche Untertanen Fremdvölker. Diesen Umstand machten sich die Feinde der Heimgekehrten zu Nutze, indem sie nun ein niedriges Pamphlet gegen die Erbauer des Tempels an den nunmehrigen König von Persien richteten. Dieses Pamphlet (enthalten im 4. Kap. Esra), in welchem sie dem neuen König alle Schrecken der Empörung, des Aufruhrs und des Abfalls aller Lande westlich des Euphrat an die Wand malten, verfehlte denn auch seine Wirkung nicht. Der König befahl, die Arbeiten einzustellen, die nun 17 Jahre lang ruhten, bis wieder in Persien ein günstigerer Wind wehte. In diese Zeit, d. h. in die Zeit der Störung und in die Zeit, die in Persien eine für die Heimgekehrten günstigere Stimmung wieder aufkommen ließ, fallen nun die Weissagungen der Propheten Chaggai und Secharja. Aus ihren Reden und Ermahnungen können wir ersehen, wie deprimiert das Volk und seine Führer durch diese Vorgänge gewesen sind. Sic, die mit den größten Hoffnungen gekommen waren, sahen nun die gewaltigen Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellten. In solchen Situationen traten nun die Propheten an sie heran, um sie zu ermahnen, zu trösten und zum Ausharren zu bestimmen. Und es mußte wieder ein Regierungswechsel in Persien kommen, um eine günstige Wendung der traurigen Lage in Palästina herbeizusühren. Darius Histaspis, der größte Herrscher der persischen Achaemeniden-Dynastie gelangte auf den Thron. Was uns die Geschichte von ihm berichtet, von der großzügigen Beherrschung und Verwaltung des gewaltiger! Reiches, es wird bestätigt durch die Großzügigkeit, mit welcher er die Regelung der Verhältnisse in Palästina vorgenommen hat. Im zweiten Jahre seiner Regierung (Esra, 4,24) konnte man den Weiterbau des Tempels wieder in Angriff nehmen. Aber auch diesmal ruhten die Gegner nicht. Als ihre Führer siguriertcn jetzt Sauballat der Ehoroni, Geschein hoarbi und Tobia hoaumoni. Diesmal verbanden sic sich mit Tatnai, dem persischen Statt- Halter, der an Serubabel und Josua mit der Frage herantrat, wer ihnen die Erlaubnis zum Bau des Tempels erteilt habe. Die Verhandlungen hierüber werden ausführlich im 5. und 6. Kap. Esra berichtet. Sie beriefen sich auf die Erlaubnis des Königs Cvrus, worauf sich Tatnai um Bestätigung dieser Angaben nach Persien wandte. Interessant ist in der Antwort von Darius ans diese Anfrage, der Verweis auf die Ak.en, die sich im Königlich persischen Archiv vorfanden, laut welcher Cyrus die Erlaubnis zur Rückkehr nach Erez Jisroel erteilt habe, mit der Maßgabe, daß die persischen Beamten ihnen in allem zur Hand gehen sollten. Jetzt erst ist cs Serubabel und seinen Mitarbeitern möglich gewesen, den Bau des Tempels ungestört zu Ende zu führen. Tie vielen Kämpfe um die Erbauung des Tempels scheinen über seine Kräfte aufgezehrt zu haben. Tenn wir hören nichts weiter von ihm, und der traurige Bericht über die Zustände im Lande, der nicht lange darauf an Nehcmia gegangen war, weist darauf hin, daß die nach Erez Jisroel Heimgekehrten ohne jede Führung dastanden. Wir möchten hier, um uns das Plötzliche Verschwinden von Scrubadet zu erklären, auf einen ganz kurzer: Bericht des סדר ע'ים verweisen. Nach diesem Berichte sei Serubabel wieder nach Babylon zurückgekehrt. Wenn wir einersei s die riesigen Hindernisse in Betracht ziehen, die sich ihm hier in Erez Jisroel in den Weg gestellt haben, andererseits aber mit Sicherheit anzunehmen ist, daß ein Teil seiner Familie in Babylon zurückgeblieben war, so liegt die Annahme nicht fern, daß der Bericht im Seder Olam seine Richtigkeit hat.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.