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Blätter · 1919-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1919) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 5 (sequence 8)
Language
German
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7 überdies unbeachtet bleiben. — Gerade darum, so wenden die Misrachisten ein, gerade darum müßte die Agudo in Massen eintreten, um durch Majorisierung die Thauro zum obersten Gesetz des „Zionismus" einzusetzen, denn dann wäre die Einheit auf dem Boden der Tauro geschaffen. Aus dem „Zionismus" mit entstünde dann der Zionismus ohne Gänsefüßchen, der „zionistische" Gedanke würde in den Ziaunsgedanken umgewandelt, und wir hätten den „Zionismus" glücklich totgemacht. Tritt man denn aber einer Organisation bei, um ihren Grundgedanken zu beseitigen? Dann brauchten nur alle deutschen Ordnungsfreunde — Bolschewikki zu werden, oder es brauchte nur die Berliner Adaß Jisroel, chas wescholaum, in die Sonntags-Reformgemeinde geschlossen einzutreten. Seltsame Zumutung! Und die Einheit wäre geschaffen? Ja, wo bliebe denn die alsdann in die Minderheit gedrängte jetzige Mehrheit der „Zionisten"? Sehr einfach: sie müssen austreten und eine Sondergemeinschaft gründen. Also sparen wir Wow und Hcj und den Eintritt und den Austritt. (In Paranthese sei die Frage gestreift, ob es uns überhaupt schon wünschenswert erscheinen kann, daß der „Zionismus" beseitigt würde, selbst wenn die eben aufgestellte Hypothese weniger scherzhaft wäre. Auch er hat seine Mission, die Abfallenden von der Taufe.zurückzuhalten und sie dem Judentum zu nähern. Das tut er getreulich, indem er „einen Funken vom Leuch!er des Gottesheiligtums, wenn auch in trübem Gefäß" den Entfremdeten reicht. Pionierdienste leistet er dem Judentum, wie ein ehrliches Lehawdil! als Trennungsstrich — auch andere Bekenntnisse.) Verhängnisvoll also wäre der Fehler eines jeden von uns, der sich dem Misrachi anschlösse; denn mit seinem Beitritt gäbe er erneut den „Zionisten" die Handhabe, darauf hinzuwciseu, daß auch von der Orthodoxie die thoralose Volksidee anerkannt werde. Schließlich ist dem bereiter noch zu antworten. Vornehmlich die Jugend kommt dabei in Betracht in ihrer Befürchtung, daß die „Zionisten" uns Erez Jisroel wegnehmen und dem Abfall vom Gottesgesetz ausliefern könnten. Damit nämlich droht der Misrachi, und mancher seiner Wanderredner sucht die gcsetzestreuen Zuhörer damit einzufangen. Auch in der „zionistischen" Presse wird des öfteren der Eindruck erweckt, als hätte der „Zionismus" das Land schon in der Tasche, als könne überhaupt keiner sich dort niederlassen, der nicht von der „zionistischen" Organisation eigens abgestempelt ist - und was derlei Schauermärchen mehr sind. Schön und erquicklich ist das nicht von den Werbern. Denn alle müssen sie wissen, was wir auch wissen: Alles, was über Palästinas Zukunft ge- und versprochen wird, ist bis zunr heutigen Tage eitel Theorie und Fabel. Keiner weiß schon, ob Palästina internationalisiert oder französisch mit Syrien oder englisch, oder was sonst aus ihm wird. Keiner weiß schon, unter welchen Bedingungen Grund und Boden da erworben werden kann, ob überhaupt, ob von Gesellschaften und Privaten und in welchem Umfange. Nur das eine scheint bisher festzustehen, daß die Wcstmächte, nud nicht die Türkei, darüber verfügeil und daß den Juden, die noch eine schwache Minderheit im Lande sind, die Möglichkeit zur Ansiedlung gewährt wird; und zwar in einem Maße, das für die Landwirtschaft und Industrie auf eine ganze Reihe von Jahren nur geringe Einwanderer-Mengen zuläßt — keineswegs Zehntausende. Mit trauriger Gewißheit ist bereits vorauszusehen, daß der lauten Propaganda und den kopflos-übertricbeueli goldnen Verheißungen eine tiefe Verstimmung folgt, sobald die Tatsachen den breiteren Massen anschaulich werde«. In unseren Reihen wenigstens sollte es aber keine Enttäuschung geben! Unsere Hoffnungen auf Erez Jisroel können und dürfen groß sein, solange sie nur darauf ziele», was Agudas Jisroel anstrebt: das Niederlassungsrecht unter geordneten Zuständeir zur Erfüllung der vorerst erfüllbaren Mizwaus hatlujaus boorez. Die

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