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Blätter · 1919-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1919) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 3 (sequence 6)
Language
German
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5 unserer Volksauffassung sind, und ihr findet sie mit ganz wenig Ausnahmen darin auf der Seite der „Frankfurter Gruppe". Und fragt, zweitens, die Großen im Osten, und ihr erlanget dasselbe Ergebnis. Ausnahmen finden sich. Weit davon entfernt, an ihnen Kritik zu üben, wahren wir ihnen Ehrerbietung. Wir glauben zu ahnen, warum sie — und eben nur gerade sie — trotz inneren Gegensatzes den äußeren Widerspruch gegen den „Zionismus" aufgegeben haben, und wir ehren sie auch um dieser Gründe willen. Aber mit der Mehrheit des Volkes steht die Mehrheit der Führer, und die gegnerische Beweisführung bricht zusammen. Die Herren wollen sich als stramme Demokraten „von der Orthodoxie gern majorisieren lassen" (Dr. Barth in seinen Werbereden); hier, bitte, wäre die Gelegenheit zur Erfüllung dieses Wunsches geboten. Doch vor der Mehrheit außerhalb des „Zionismus" schweigt des Demokraten Bereitwilligkeit. — Das war der Oberflächlichkeit zu antworten. Nun seufzt der Kleinmut: Aber die Orthodoxie ist zu schwach, sie ist doch noch nicht organisiert, hat nicht die Männer des Worts zur Verfügung, um sie zum Friedenskongreß zu senden. — Und wenn dem so wäre — wenn es wahr wäre, was die Kleinmütigen sich einreden lassen - könnten, dürften wir mit den Sprechern des Pseudojudentums paktieren: könnten, dürften wir darein willigen, daß der rein politische Nationalismus seine Forderungen für uns mitstellt? Nie und nimmer. Man vergegenwärtige sich doch, worum es sich handelt. Die Fricdensmäch:e, so erwarten es die schwachen Völker der Erde, werden der Stimme der Gerechtigkeit das Wort zu leihen haben. Auch Jisroels Stimme soll zu ihnen dringen. Und wir, zersprengt und zerstückelt, zerteilt über dem Erdenrund, sollten mit — politischen Gesichtspunkten vortreten? sollten, was wir von Uranbeginn unseres Seins waren, vor der Völkergemeinde verheimlichen? sollten — Verzeihung für das gräßliche Wort! — unfern Gott als „Privatsache" zu Hause lassen und vertrösten, cs kämen im Augenblick wichtige politische Volksinteressen zur Verhandlung, wobei-Go.t überflüssig oder hinderlich sei?! Nein und tausendmal mein! In unserer schicksalsschweren Stunde können wir nur als das Am H a s ch e j m erscheinen, nur im Namen Gottes und für seine Tauro unsere Forderung erheben auf Gleichstellung in der Welt überhaupt und im heiligen Lande insbesondere. Sonst müßten wir uns schämen vor den Eltern, die lemaan Haschejm ungezählte Male lächelnd auf irdisch Glück Verzicht leisteten und lemaan ihaurosau auf Scheiterhaufen verbrannten. Lieber, wie sie, auf alles verzichten und von neuem harren, bis die Stunde auch uns schlügt, als unter verwaschenem Allerwcltspolitik-Mantel unsere Bigdej kehunno verstecken! lieber leer, ganz leer ausgehen vom Tisch der Friedenskonferenz, wenn es sein müßte. — Aber, gottlob, es muß nicht sein. Wenn Esaus rauhe Hände ruhen, wird Jakobs Stimme vernonlmen. Die unerträgliche Ausschaltung Gottes und seines Gesetzes durch den „Zionismus" gelingt nicht, den neben dem unjüdischen kommt der jüdische Volksgcdanke zum Ausdruck, ertönt Karl Jaakauw: Gottes Volk, für Gottes Thauro in Gentes Land! Es h a b e n sich Männer gefunden, die das rechte Wort zu prägen wissen für den Pulsschlag der in der Tauro geeinigten Judenheit. Es wissen die zuständigen Vertreter der Großmächte bereits, daß der thoralose, reinpolitische Nationalisnms nicht befugt ist, die Massenmehrheit der Unfern zu vertreten. Es haben die Großmächte den Wunsch, auch unsere Gruppe zu hören. Vertrauen ist das Gebot der Stunde, Vertrauen auf den Lenker des Krireges und der Welt, den Schöpfer des Himmels und unseres Volkstums, Vertrauen in die Wahrheit und Klarheit und Lauterkeit unserer Sache.

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