Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 1 (1915)
- Issue
- 5 (10.1915)
- Date
- 1915-10-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Joel Sänger, Frankfurt Notizen. einzelnen unserer östlichen Brüder die Hand reichen, mit jedem einzelnen Verbrüderung feiern, diese Verbrüderung möge aber zum Ziel haben eine Vertiefung und Festigung der Treue zum angestammten Väterglauben, sie möge uns hinführen zur Höhe der Thora, sic möge uns hinführen zum Berge Zion, von welchem ausgeht unsere Thora, unsere Lebenskraft und in diesem Sinne sprechen wir und beleben mit neuem Inhalt das alte Dichterwort: „Brüder reicht die Hand zum Bunde, Diese schöne Feierstunde Führ' uns hin zu lichten Höh'n" Notizen von Joel Sänger-Frmilfurt. Die Tischri-Nummer des „Jüdischen Volksboten" enthält eine Übersicht über die Kriegsarbcit der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums". Herzerquickend ist es diesen Aufsatz zu lesen. Welche ungeheuere Arbeit in einem Jahre erledigt worden sei kurz in Stichmorten gesagt: Die Initiative zur Bestellung von Feldgeistlichen wurde ergriffen und hierzu die Zustimmung des Kriegsministerium erlangt *); Errichtung eines Konservendepots; auf Pessach 2000o Pakete innerhalb l4 Tage ins Feld gesandt; Zusammenstellung von 3ö Serien von Lazarettbüchereien Durch Erlaß des Kriegsministeriums konnten Koscherküchen in den Gefangenenlagern errichtet werden; unter einem Kostenaufwand von 30000 Mk. wurden fast sämtliche Gefangenenlager auf Pessach mit Mazzos versorgt; durch Vorstellungen bei der preußischen Regierung konnte das Mehl für Mazzos sicher gestellt werden. Durch Eingreifen wurde eine Verteuerung der Esrogim verhindert. — Für das Palüstinawerk wurde ein Palästinatag veranstaltet. — Das ist wirklich Arbeit, die sich sehen lassen kann! * Briefe aus Ost und West zeigen, daß unsere jüdische Kameraden, Dank dem Entgegenkommen der Heeresleitung fast überall zu den Gottesdiensten am beurlaubt wurden. Leider gab es manchen Mißton. Einige jüdische Feldgeistliche konnte es sich nicht versagen, die Orgel beim Gottesdienst spielen zu lassen.