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Blätter · 1915-10-01 · 5 (10.1915) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
1 (1915)
Issue
5 (10.1915)
Date
1915-10-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Joel Sänger-Frankfurt Notizen. 11 In einer Beilage zu jüdischen Blättern wird Stimmung für einen „T Hora bund" gemacht. Aus dem vielseitigen Prospekt geht leider nicht hervor, was man sich unter der Arbeit des neuen Vereins denkt. Es scheint mir: Förderung des Thorastudiums. Eine gute Sache aber mit Verlaub. Wäre hierzu ein Sonderbund nötig? iSiehc „vorläufige Bestimmungen der Agudas Jisroel Absatz b.!> Aus dem Nachlasse des jüngst verstorbenen Rabbiner Kottcck- Homburg erschien im Aufträge der Jüdisch-Litterarischen Gesellschaft eine „Geschichte der Juden." Ich kann diesem Buch keine bessere Empfehlung mit auf den Weg geben, als wenn ich die Besprechung die ein L. G. in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" veröffentlichte, hier abdrmke: „Das Buch ist nach der Vorrede kein Originalwerk, sondern eine Verdeutschung der Forschungen Haleoys. Der Verfasser, Rabbiner Kotteck in Homburg, konnte es nicht zu Ende bringen; an seiner Stelle hat Rabbiner Bamberger in Hanau das Werk vollendet. Das Werk ist in fünf Bücher geteilt: von dem babylonischen Exil bis zur Zerstörung des zweiten Tempels; von der Zerstörung des Tempels, bis zum Erlöschen des Gaonats; von der Blüte der Hochschule in Cordoba bis zur Vertreibung der Juden in Spanien; von der Vertreibung der Juden aus Spanien bis zum Beginn der Emanzipation in den westlichen Ländern Europas; das jüngste Jahrhundert. Wenn man den kleinen Abschnitt über Pharisäer und Sadduzäer liest, so bemerkt man bereits, das; der Verfasser von moderner wissenschaftlicher Forschung auch nicht die leiseste Ahnung hat, sondern nur gedankenlos abgetane Dinge wiederholt. Das ganze Buch ist nichts als ein Tummelplatz wüstester Orthodoxie, es hat nicht den geringsten wissenschaftlichen Wert und auch keine Spur von origineller, halb lesbarer Schreibweise." Dann führt L G die Worte K's an, die derselbe über Abraham Geiger schrieb und fährt fort: „Man kann sich wirklich nichts Verlogeneres denken- Der Abschnitt über Tiktin ist die offenbarste Unwahrheit- Die Bemerkung über Stein und das Frankfurter Rabbinat stellen die Wahrheit auf den Kopf- Die Bemerkungen über die wissenschaftlichen Werke wären empörend, wenn man nicht bedächte, das; der Verfasser jedes Urteils bar ist- Es würde sich nicht lohnen, sich über ein so elendes Machwerk zu ereifern, wenn man nicht bedächte, daß ein solches Buch durch die Rührigkeit der Orthodoxen in viele Hände käme. Es ist aber aufs stärkste zu mißbilligen, daß eine wissenschaftliche Gesellschaft es wagt, ein derartiges, jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrendes Machwerk in ihre Publikationen aufzunehmen-" Dieser Kritik L. G.'s kann ich nur ein Wort hinzufügcn: Herr L- G.! Es ist ein altes Recht jedes Verurteilten, zu schimpfen.

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