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Das Echo · 1960-12-28 · 238 (28.12.1960) · p. [Seite 3]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
238 (28.12.1960)
Date
1960-12-28
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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3. Abschied vom Leser Mit dieser Ausgabe beendet die Zeitschrift ihren Lebenslauf. ‘Das Echo” 1 Seit mehr als zehn Jahren konnte dieses Blatt regelmaessig erscheinen und mit jeder ihrer Ausgaben viele Tausende von Menschen ansprechen. Es ist ziemlich ungewoehnlich, dass eine Zeitschrift ihr Erscheinen einstellt, wenn diese sich in floribus befindet. “Das Echo” beschliesst sein Erscheinen, nicht, weil “es nicht mehr weiter kann”, weil es in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ,oder sein Leserkreis im Schwinden ist — nichts von alledem; “Das Echo” ist kerngesund, sein Herausgeber aber ist recht müde und kraenklich geworden, sodass er zu seinem Bedauern nicht laenger in La Paz auf 3.700 meter Hoehe leben kann. Es wurden Versuche unternommen, dass Andere dieses wichtige Blatt fortführen; leider konnte man in Bolivien nicht Einen finden, der bereit waere und die Faehigkeit haette, dieses Blatt am Leben zu erhalten. “Das Echo” darf in dieser Schlussnummer mit Genugtuung aussprechen, dass es eine gute und wichtige Arbeit geleistet hat, dass es den kleinen Jischuv Bolivien in fruchtbaren und staendigen Kontakt mit der grossen jüdischen Welt brachte, dass dieses Blatt in hervorragender Weise als politischer und kultureller Faktor wirken konnte, dass es stets mutig und kompromisslos jüdische Interessen verteidigte, seine Unabhaengigkeit nie missbrauchte, sondern stets bestrebt war, uneigennützig den jüdischen Belangen zu dienen. Ein klares, unbestreitbares Zeugnis von der Bedeut- und des “Echo” legte die 10-Jahres-Nummer ab, in der die besten Koepfe des Judentums in aller Welt den Herausgeber zu seiner publizistischen Leistung beglückwünschten; es war mir eine besondere Freude zu diesem Anlass auch viele prominente christliche Stimmen der Anerkennung publizieren zu koennen, darunter die vom Staatspraesidenten und anderer hoher politischer Persoenlichkeiten Boliviens. Ein israelischer Diplomat sagte mir einmal: “Das Echo” ist das kritische Gewissen des Jischuv und muss als solches erhalten bleiben!” Manches Vorstandsmitglied wird nun erleichtert aufatmen, dass dieses “kritische Gewissen” verschwindet, aber ich bin auch sicher, dass Vielen “Das Echo” als Freund und Begleiter fehlen wird. Nachdem es zur Gewissheit wurde, dass “Das Echo” eingeht, erhielt ich ausserordentlich viele Schreiben, in denen mir Dank und Sympathie versichert wurde; diese Schreiben haben mich aufrichtig erfreut und mir bewiesen, dass meine Arbeit keine vergebliche war, dass sie in einem weitem Kreis auf fruchtbaren Boden fiel. Es sei mir gestattet, vier dieser Schreiben kurz zu zitieren: “Mit dem Eingehen des “Echo” erloescht eine Fackel der Wahrheit! Ihre Unerschrockenheit im Kampf gegen Borniertheit und Unfaehigkeit, gegen Lüge und Feigheit, wird bei Ihren Freunden unvergessen bleiben!” “Es ist nun wirklich Tatsache, dass unser “Echo” sein Leben beschliesst. Was Sie, verehrter Dr. Stargardt, in diesen 10 Jahren an jüdischer und kultureller Arbeit geleistet haben, soll Ihnen nicht vergessen werden”. “Wenn Ihr “Echo” nicht mehr erscheinen wird, wird unser Jischuv fühlbar aermer sein. Ihr immer gut geleitetes Blatt hat allen Ihren Lesern viel gegeben; es hat uns politisch ungeschminkt unterrrichtet, kulturell auf vielen Gebieten gedient und hat dazu beigetragen, unsere Jugend vor Assimilation zu schützen und jüdisch zu erziehen. Was Sie geleistet haben, ohne jemals oeffentliche Gelder zu fordern, wird sicher als Ruhmesblatt in der Geschichte der Juden in Bolivien, seinen Platz finden”. “Idealismus, Energie und Humanismus waren stets der Ausdruck Ihres geistigen Schaffens im “Echo”, welches nun leider eingeht und eine Lücke hinterlassen wird, die sicher niemals geschlossen werden kann. Sie dürfen, Feber Herr Stargardt, versichert sein, dass sehr viele um “Das Echo” trauern werden!” Dem Unterzeichneten ist es schmerzlich von seinen Lesern Abschied zu nehmen, da zwischen ihm und den Echo-Lesern zum grossen Teil ein wirklicher Freundschaftsbund bestand, welcher sich in vielen (oft kritischen) Situationen auf das Beste bewaehrte. Der gute Erfolg des “Echo” wurde ermoeglicht, durch das stets wache Interesse des Leserkreises für dieses unabhaengige, kritische Blatt. In dieser Stunde danke ich meinen Leserfreunden auf das Herzlichste für die allzeit bewiesene Freundschaft. Bolivien, dem Lande, welches mich in grosser Not aufnahm, halte ich die Treue. Ich werde mit meiner Frau, die stets meine beste (und einzige) Mitarbeiterin war, in Santa Cruz de la Sierra leben und bin für alle meine Freunde dort zu erreichen; Post nach dort erhalte ich unter “Santa Cruz-Bolivia, Casilla 430”. Und nun, liebe Freunde: Schalom! Freundschaftlichst 53532353482353235353532348235353532348

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