Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 236 (18.11.1960)
- Date
- 1960-11-18
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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“DAS ECHO“ 7. I960. 3 Reden'’ ilusst dieetters die he führte sssn Zen. Wilhe.m e und Na- . f'ür die « tisenmzig pro. lenvertolgarmen Peherrschte rfo.gungen iem Krieg salem im Napoleon aller Krie. itismus in ometer zu im Mittel ad Ce.sius smus und Toleranz Revolution ereigneten n “kaeiteen Soziai- -harta, die atfung der aft — ge- \bkühlung. te, Luther, oln lebten ozent afcei men “d«r 2000? Alk** e zerstoß1- STÄ £cht€ unbeg«® #» Cff. letzte n011 1 voell¡íef ilutes dure1' IS, November 1380. Der 15. Zionistische Landeskongress Dieser Kongress fand nach einer Pause von zwei Jahren statt und man sollte meinen, dass es in dieser langen Zeit moegiieh gewesen waere, etwas von den Anregungen, die de r letzte Kongress gab, zu verwirklichen. Es blieb beim Alten, beim Routinemaessigen, vor dem Neuen und dem Experimentalen hatte man Angst. ln diesen Kongressen (ebenso bei . anderen Generalversammlungen unserer Organisationen) herrscht immer derselbe Rummel: Grosse Vorbereitungen viele Worte vor wenig Publikum (und waehrend der foilgenden Geschaeftsjahre keine wesentlichen Taten). , , , Der Zionistische Landeskongress, der in La Paz am 1. und 2. November abgehalten wurde, war in diesem Sinne “traditionell”. Am Vorabend fand ein Vortrag des israelischen Sonderdelegierten, Abraham Tori, statt, der fast zwei .Stunden dauerte, aber dennoch kurzweilig und interessant war. Am Vormittag des 1. November wurden die Arbeitsberichte gegeben. Generalsekretaer H erzberg verlas 40 Minuten lang sein “Informe General und auch die übrigen Sektionen gaben ihre Berichte, die wohil von viel Arbeit zeugten aber nicht von Erfolg überzeugten. “Das Echo” weiss sehr genau von den Noeten der Vorstandsarbeit, die schwer war und immer schwieriger wurde da die Arbeitslast sich immer mehr auf nur Wenige verteilte. Diese gegebene Chronik über zwei Jahre Arbeit war oft achtungsgebietend und zwingt den Berichterstatter zu Masstaeben, die der Eigenart unseres Jis-! chuv angepasst sind. Es gibt wirklich nur sehr, sehr wenige Leute im zionistischen Leben in Bolivien, die sich bemühen, positive Arbeit zu leisten. Diese Menschen (Winkler, Jeanette und León Schaerf, Weinheber, Herzberg, Hun, Stopnicki, Dr. Fleischmann, Dr. Allerhand, Frau Burdman und wenige mehr) geben ihr Bestmoeglichstes, um das zionistische Leben in La Paz aktiv zu halten; diesen wenigen wirklichen Aktivisten der zionistischen :Sache sei an dieser Stelle Dank und Lob ausgesprochen. Im übrigen aber ist mit der zionistischen Begeisterung in Bolivien kein Staat zu machen. Das “Volk” glaenzte .auch bei diesem Mikro- Kongress durch Abwesenheit; wenige Delegierte und beschaemend wenig zionistisch interessiertes Publikum zeugten von der inneren Leere dei Idee bei uns in La Paz. Aus den Zahlen für Israel-Eingaenge ’war u.a. zu ersehen, dass es in La Paz nur knapp 180 Personen waren, die ihren ■Obolus entrichteten. Nicht im Geringsten entsprachen die Zahlen der eingegangenen Betraege der wirtschaftlichen Potenz der Juden in La Paz und im Interior. Dieser sogenannte “Landeskongress” wirkte ein wenig grotesk, da dieser eine voellige lokale Angelegenheit war. Keine Zionistische Gruppe aus der Provinz entsandte eine Delegation. Cochabamba, die zweitgroesste Zionistische Organisation des Landes, war selbstverstaendlich auch nicht erschienen und wurde durch dieses Fehlen der Kongress zu einer peinlichen Angelegenheit. Cochabamba forderte, dass dieser Kongress in Cochabamba selbst abgehalten werden sollte, eine Forderung die durchaus berechtigt war, da nach Statuten die Kongresse abwechselnd in La Paz oder Cochabamba stattzufinden haben. In •sechzehn Jahren aber wurde nur einmal der Kongress nach Cochabamba verlegt, ein Unrecht, der zu Trübungen der Beziehungen zwischen den Zentren führen musste. Diese Trü- ’bungen zwischen FSUB und WIZO La Paz-Cochabamba sind nicht erst seit heute, sie bestehen bereits seit einiger Zeit und dank diplomatischen Ungeschicks wurden diese immer mehl intensiviert. Das Bedauerliche ist, dass es hier weniger um sachliche als persoenliche Gründe geht, etwas, was es bei ehrlicher zionistischer Arbeit nicht geben sollte. Zionistische Arbeit muss von bestem chawerischem Geist getragen sein, es muss zwischen den Arbeitszentren eine Kameradschaft herrschen, die weiss, dass nur wirkliche Erfolge erzielt werden koennen, wenn es zu einer idealen Zusammenarbeit kommt Es ist leider immer wieder das, worauf “Das Echo” wiederholt hinwies: Nicht die Personen sollten sich ernst, sondern die SACHE wichtig nehmen, die sie vertreten. “Concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilabuntur” (Durch Eintracht waechst das Kleine, durch Zwietracht zerfaellt das Groesste). Dieses Wort sollten sich unsere FSUB- Führer in ihre Herzen schreiben. Dr. Tori, der Gast aus Jerusalem, war ziemlich entsetzt über den hier herrschenden Zwiespalt zwischen den zionistischen Gruppen, die trotz ihrer Kleinheit ein Bedeutendes an Spaltungskraft leisten. Nach Abraham Tori ist es üblich, dass in Israel die Tagungen grosser Organisationen stets in verschiedenen israelischen Staedten stattfinden, um dadurch die Arbeit und das Gemeinschaftsgefühl zu verbessern. Wir hoffen, dass bei Erscheinen dieses Artikels es zionistischer Vernunff und menschlich gutem Willen gelungen ist, dass die der Sache so sehr schadenden Differenzen zwischen den Zentren La Paz und Cochabamba endgültig beigelegt wurden. Der Kardin,aispunkt aller Diskussionen war die Jugendfrage. Dieser Punkt war nicht nur der dominierende bei dieser Konvention, sondern er war es auch bei früheren Kongressen, ohne dass jedoch, das Geringste an der fatalen Jugendpflege gebessert wurde. Es muss heute einmal allen Ernstes darüber gesprochen werden, dass mit einer neuen Vollkraft unser Jugendproblem behandelt werden muss. Wir haben in unserer jüdischen Schule glücklicherweise nun drei jüdische Lehrer, also Menschen, die durchaus faehig waeren, im Leben unserer Jugend (von 10 bis 15 Jahren) «ine Rolle zu spielen. Das Bedauerliche ist es, dass diese Paedagogen als ihre Wirkungsstaette nur die Schulraeume anerkennen und darüber hinaus an jüdischer und zionistischer Erziehung desinteressiert sind. Der Schulrat des Colegio Boliviano Israelita hat hier die Pflicht dafür zu sorgen, dass an bestimmten Tagen (insbesondere beim Oneg Schabbat) diese jüdischen Lehrer der jüdischen lugend (nicht nur den Schülern des CBI) jüdischen Geist vermitteln. Es muss einmal mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden ,dass die “Alten Herren”, die den Jischuv regieren, sich allzu wichtig nehmen und dabei die elementarste Pflicht vergessen, der Jugend zu dienen, damit diese einst die geistige und moralische Kraft zur Fortführung des jüdischen Werkes in Bolivien hat. Die Zustaende im “Macabi” sind katastrophal. Sportlich unbedeutend, geistig versinkend, eine Jugend ohne idealistische Kraft, indifferent und desinteressiert am jüdischen Leben. Dass unsere Jugend ein solch geringes jüdisches Format aufweist, ist unsere Schuld! Es wurde bisher nicht verstanden, diese Jugend wirklich anzusprechen, sie in kamaradschaftlicher Form zu erziehen, sie hineinzuführen in die wichtigen Aufgaben unserer Gemeinschaft. Es muss endlich die Atmosphaere geschaffen werden, die unsere Jugend braucht, sie muss Zusammenhalt haben durch Senvnare und geistige Arbeit, aber auch durch Tanz und Spiel. Das Macabiheim muss zu einem echten Jugendheim gestaltet werden, in dem sich unsere Jugend wohl und zu Hause fühlt. Es waere auch gut, über die Heimarbeit, Exkursionen in die pac«ner Umgebung zu veranstalten um das kameradschaftliche Gefühl der Jugendlichen unter einander zu vertiefen. Insbesondere aber muss unsere organisierte Jugend weit mehr als bisher geistig angesprochen werden. Es gibt eine derart von Ummengen polischer, soziologischer, kultureller und zivilisatorische Themen, dass ein reiches Arbeitsprogramm gesichert ist. Wir moechten auch empfehlen gelegentliche interessante Preisausschreiben zu erlassen, eine Bemühung die Freude bringen und Erfolg haben dürfte. Ein sehr wesentlicher Punkt (worüber “Das Echo” schon früher geschrieben hat) ist, dass die Jugend des “Macabi” militant erzogen wird, dass sie klar die Aufgaben gegenüber der Gemeinschaft kennt, dass diese ein Schutzkoerper für d«n Jischuv ist. Die “Alten Herren” müssen sich endlich dazu entschlossen, der Jugend das zu geben, was der Jugend ist; es müssen endlich ausreichende Gelder für Jugendpflege zur Verfügung gestellt werden, damit ein ernsthaftes geistiges, kulturelles und sportliches Training durchgeführt werden kann. Die Apathie grosser Teile unserer Jugend, gegenüber jüdischen und zionistischen Fragen muss überwunden werden; nicht mehr Worte sollen zu diesem Thema gesprochen, sondern etwas Konkretes muss in kürzester Zeit gestaltet werden! Wir schalagen vor, dass dem “Comité Centrai” ein “Jugendamt” angegliedert wird, welches zu führen wa«re von einem kleinen jugendliebenden, den, Jugendfragen aufgeschlossenen Kollegium, das Zentralorgan in Planung und Durchführung aller jüdischer Erziehungsarbeit in Bolivien sein sollte. Geistige Pflege, Koerpersport und verankertes jüdisches Bewusstsein, sollten die drei Erziehungsstroem« sein, in denen sich unsere Jugend gesund baden sollte. “Macabi” ist eine überaus wichtige Institution innerhalb der jüdischen Gemeinschaft Boliviens. Unsere Gemeindeführer .aber nehmen dieses Erziehungszentrum nicht ernst genug und daher konnten sich Auswüchse entwickeln, die Schuld der Spitzenorganisationen sind. “Das Echo” als verantwortungsbewusstes jüdisches Organ fordert, dass der “Macabi” von Grund auf reorganisiert wird. Zu Vorstaenden sind nur Manschen befaehigt, die wirklich “Vorbild” für die Jugend sein koennen. Mit der lustlosen bisherigen Jugendführung muss endlich Schluss gemacht werden. Ein zu schaffendes Jugendamt haette dio Aktivitaeten zu überprüfen und dafür Sorge zu tragen, dass unsere Jugend bestens betreut wird. Es sollten des Oefteren aus dem nahen Ausland Macabiführer und Jugendleiter zu uns eingeladen werden, um die gefaehrliche Stagnation aufzuhalten und durch geistigen Ideenaustausch Vorteile für unsere Jugend zu erreichen. Es muss mit den israelischen Jugendstellen weit mehr als bisher zusammengearbeitet werden, um die zionistische Erziehung zu sichern, um die Alija zu beleben, um einen gediegenen zionistischen Nachwuchs zu gewaehrleisten. Es war überaus peinlich, im Referat des aktuellen Macabiführers von La Paz zu hoeren, “das die Jugend kein Interesse dem “Macabi” entgegenbringt, da es ihr zu gut geht, sie zuviel Geld hat, lieber Auto faehrt und Vergnügungen nachg«ht, als Macabiarbeit zu leisten”. Mit dieser Erklaerung hat der Macabi-PraeSident ein niederschmetterndes Armutszeugnis sich selbst erteilt. Denn nicht die Jugend ist schuld, sondern die Führung, die es eben nicht verstanden hat, der jüdischen Jugend einen guten und sauberen Inhalt zu geben. Die Jugendfrage an diesem Kongress wurde von vielen Seiten her beleuchtet, ein Beweis, dass pflichtbewusste Maenner sehr wohl wissen, dass “etwas faul im Staate” ist. Wir haben das Thema “Jugend" so ausgiebig behandelt, weil wir dies für unsere publizistischjüdische Pflicht hielten, da wir in der Gesundheit und dem jüdischen Idealismus unserer Jugend den Lebenskern unserer Existenz sehen. + Was am zweiten Kongresstage zur Sprache kam, war weiter nicht bewegend; es wurden insbesondere administrative Fragen behandelt, und beschlossen, dass nur noch in jedem 2. Jahr ein Landeskongress tagen wird. In Anbetracht der Knappheit von leitenden Maennern ist gegen diesen Beschluss nichts einzuwenden. Die Hauptstunden der Konferenz wurden damit ausgefütlt, dass man eine Intensivierung der zionistischen Arbeit (wie bei jedem Kongress) gelobte und die Hoffnung hatte (wie bei jedem Kongress), dass der naechste Kongress besser und genereller sein I wird, als der jetzige. Im uebrigen i aber stellen wir mit Genugtuung fest, i dass dieser Kongress (der leider kein L Landeskongress war) durchaus sachlich verlief und ein gutes Niveau hatte. Hoffentlich, wird der naechste Kongress besser besucht und beschickt und wird man auf diesem von positiven Erfolgen berichten koennen. Eine bewegliche und durchdachte Propaganda zur erhoehten Anteilnahme an zionistischer Arbeit, ist eine Voraussetzung für den Erfollg in den kommenden Arbeitsjahren. Der neue Vorstand der “Federación Sionista Unida de Bolivia, La Paz” setzt sich wie folgt zusammen: Praesident: JOSE WINKLER, Vicepraesidenten; Elias Hun, Alfredo Weinheber, Dr. K. L. Allerhand; Generalsekretaer: Ernesto G. Herzberg; Tesorero: Eric Nebel; KKL: Dr. J. Fleischmann; Alija: Ing. Alfredo Nossig; Kultur: Juhuda Stopnicki und José Ajke; ferner gehoeren dem Vorstand an, die Herren Hermann Haftel, Elias Mandelbaum und Max Edelmann. Wir wünschen herzlich diesem Vorstand Arbeitsfreude und Kraft, damit in den naechsten Jahren Erfreuliches für den Zionismus in Bolivien geleistet werden kann. elkas. HERCULES DAS FAKIR AD VON WELTRUF! Wer ein gediegenes Fahrrad wünschtwaehlt HERCULES! Alleinvertrieb für Bolivien: HAPP & Cía, Cochabamba, Ayacucho 145 und La Paz, Edif. Iglesias.