Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 234 (19.10.1960)
- Date
- 1960-10-19
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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2. < £ DAS ECHO 9 9 19. Oktober 1960. GOLDA MEIR — Kindern schreien gegen eine sol-! che Geidvergeiudung". j Weiter erklaerte Aussenminisj ter Frau Meier: "Wir rufen wiej derum feierlichst die Führer der! Arabischen Staaten: setzen wir | uns endlich an einen Tisch zu! einer freien Konferenz, um über | einen Friedensvertrag zu verhan-! dein. Und wenn endlich Frieden! zwischen uns herrschen wird, j dann lasst uns unsere Kraefte ver- ( einen, um unserej ganze Region i gut und planmaessig zu entwikkeln, zu Gunsten aller .unserer Voelker. Wir sind überzeugt, dass das der einzige realistische Zugang zu unseren Problemen ist". Bezüglich der Hoffnung Nassers auf einen Erfolg seines Boykotts gegen Israel und der Suezj Blockade, sagte sie: "Wenn die I VAR nicht bereit, die Beschlüsse! des Sicherheitsrates zu erfüllen, woher will sie dann das Recht nehmen, falls sie selbst als Mitglied des Sicherheitsrates gewaehlt wird, anderen vorzuschreiben dass sie keinen Krieg führen dürfen, nicht Kriegsdrohungen aussprechen sollen und anderen vorzuschreiben, dass alle beunruhigende Fragen durcn friedliche Verhandlungen geloest werden müssen, und dass jeder Beschluss des Sicherheitsrates zu respektieren sei". Ueber das Flüchtlingsproblem erklaerte endlich Frau Meier: "Die arabischen Flüchtlinge sind nich; in fremde Laender gegangen und sie hcretten schon latengst absorbiert sein koennen. Israel hat nicht nur hunderttausende von europaeischen jüdischen Flüchtlingen absorbiert sondern ausserdem auch noch 500.000 Juden, die aus arabischen Laendern flüchten mussten. Ausserdem gibt heute der Staat I.= rael 240.000 Araber Wohnung und Reschaeftigung". DASS IOSSE — fordernd ui sprachlich aggressiv, aber er lae sich auch wieder versoehnen, wi es ihm im Rahmen seines potchen Kurses richtig erscheint. \ gesagt: Auch Kruschtschew wirkein den “United Nations” nicht immealonfaehig, aber von ihm gingen stt die Urkraft ehrlicher Ueberzeugt, und eine Kampfkraft aus, der si keiner entziehen konnte. Hart wen seine Angriffe gegen das Syster-ier gegenwaertigen UNO. Kruschtsch'S Angriffe waren im moskowitiiien Sinne berechtigt, denn die kompte organisatorische Ver. bundenheides Westblocks mit dem westlich ientierten Generalsekretäran der Sjze, machen die kommunistischen/orstoesse fast immer irti Endeffekt.virkungslos. Es ist keine schlechte nd keine üble demokratische Idt wenn nach Kruschtschew das Geiralsekretariat von einem Triumvirzgeleit't weiden würde w elches siclnus je einem Repraesentanten der Vestdemokratie, des kommunistiscfn Blocks und der Neutralen Maecie zusammensetzen sollte. Zukunsmusik? Wir glauben daran, dassdie "Vereinten Nationen’’ ir. nicht z langer Zeit radikal reorganisiert wtden, damit eine wahrhafte Neutralität in diesem Hohen politischen imt gewaehrleistet werden kann. V Züschen den Bldecken Die dnf Neutralisten (Nehru-lndien, fkrumah-Ghana, Nasser-VAR, Sukarnolndonesien und Tito-Yugoslaw'ien) hatten in ihrer Geschlossenheit ein wirkungsvolles Entree in den “Vereinten Nationen”. Diese “Dritte kraft” koennte sich sehr wohl zu einem politischen Segen entwickeln, als vermttelnder Faktor in der Uneinigkeit obr sogen. Vereinten Nationen. De Schlagkraft dieser politischen Gruppe aber muss limitiert bkntnsn 'chxrcn die Persoenlictiicett von Gamal Abdel Nasser, der mehr Abenteurer als Staatsmann ist, dessen “Neutralitaet” darin besteht charakterlos zu sein und situationsgemeaess den Westen gegen den Osten (oder umgekehrt) auszuspielen, di« UNO m.t falschen Zahlen ueber die arabischen Fluechtlinge zu informieren und noch manches andere zu tun, was als unserioes anzusprechen ist. Das Bemühen der “Fünf Neutralen” Eisenhower zu einem Gespraech mit Kruschtschew zu bewegen schei- 3 4 4 RADIOS 4 4 4 4 i < i 4 4 4 4 4 4 GRABADORAS PICKUPS TELE PUN KEN DISCOS RADIOLAS STEREOANLAGEN VERSTAERKERANLAGEN u. s. w. ELEKTROHERDE IN JEDER GROESSE HAUSHALTGERAETE AEG ELEKTRORASIERER ELEKTROMOTOREN ELEKTROWERKZEUGE u. &. w. 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 Exklusive Vertretung für Bolivien. METAL LTDA. La Paz - Plaza Venezuela 36 - Casilla 484 ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► > > ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► •VT y * terte an der Mimosenhaftigkejt des i IJS-Fiaesjdenten. Nikita hat mannhaft die bittere Restriktionspille geschluckt, die lke verabfolgte, er war nicht machtragend und im Interesse der Sache wollte er mit Eisenhower sprechen — aber da war nichts zu machen und die “Neutralen” versagten glatt mit ihrem Wunsche Wandelgaenge.Gespraeche Die Verhandlungen liefen auf Schmalspuren, da d i e Praesidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten vor der Tür stehen und man daher keine weite und bindende US- Politik treiben wollte. Der neue Herr vom Weissen Haus wird alle die politischen Knoten zu loeser, haben, die die Administration Eisenhower in erschreckend reichem Masse hinterlassen wird. In jedem Falle war die XV. Generalversammlung ein konzentriertes Treffen der massgebenden Politiker und sicher kamen sie nicht nur nach New York um “dabei zu sein“, sondern alle diese Herren dürften ihre fixen Plaene in ihren diversen Diplomatentaschen gehabt haben. Wir glauben mit ziemlicher Sicherheit, dass die in-offiziellen Gespraeche (in Hotelzimmern, in Wandelgaengen oder sonst im intimen Rahmen) recht inten, siv geführt wurden und in diesen Manches erreicht wurde, von dem noch spaeter eine hochpolitische Glocke künden wird. Nikita S. Krutschew fand mit seiner Jovialitaet und mit seinen (sati- | rischen) Humor den von ihm beabsichtigten Anschluss, der seinen Niederschlag fand in vielen von der Presse publizierten (und in wieviel unbekannten?) Gespraechen. Wir glauben, dass der schlaue Fuchs Nikita, recht süsse Trauben bei seinem glanzvollen Empfang in der Sowjetbotschaft, fand. Wio blieb Ben Gurion? Dieser von der Sowjetbbtschaft vor den Vereinten Nationen inscenierter Empfang war eine der grossen Kruschtschew-Pointen in New York. Zu diesem grossen, festlichen Empfang wurde die politische und einflussreiche Hautevolee eingeladen, die sich fühlte “tout comme chez nous”. Selbst der so stark von Kruschtschew attaktierte Hammarskjold war erschienen. In diesem Kreis sah man .auch Frau Aussenminister Gollda Meir, eine Einladung die ziemliches Aufsehen erregte, Frau Meir hatte in ihrer Eigenschaft als einfacher Minister kaum die Moeglichkeit zur Kontaktnahme mit den “Grossen”. Es ist bitter und bleibt unverstaendlich, dass Ministerpraesident David Ben Gurion nicht die einzigartige Moeglichkeit der Generalversammlung der UNO benutzte um den für Israel so sehr notwendigen \ Kontakt mit der weiten Aussenweh zu suchen. B.G. haette im Rahmen', der UN-Versammlung in offener Rede und in intimen Gespraechen sicher mehr erreichen koennen, als die israelischen diplomatischen Vetretungen in aller Welt dazu imstande sind. Wenn er auch mit Nasser keine Berührung gehabt haette, so doch vielleicht mit Koenig Hussein und anderen arabischen Machthabern. Ein Kontakt mit dem bedeutenden und einflussreichen Jawaharlal Nehru waere sicher zustande gekommen; allein diese Begegnung haette Israel reiche Früchte einbringen koennen. Deutschland-Problem und Abrüstung Ueber diese Kardinalsfragen wurde wenig diskutiert, obwohl diese Punkte in den Tagesordnungen kraeftig unterstrichen waren. Das Deutschlandproblem ermüdet langsam die Welt. Bonn hat ein Interesse daran, Kriegsgefahren durch dieses Problem zu popularisieren, damit diese für Deutschland wichtige Frage im Fluss bleibt. Aber sie versandet trotzdem immer mehr, da heute kein ernsthafter Mensch mehr glaubt, dass die USSR wegen Berlin einen Krieg entzünden wird. Ausserdem gab Kruschtschew Versicherungen, dass bis zur Eroeffnung einer neuen Gipfelkonferenz (die wahrscheinlich im Frühling 1961 stattfinden dürfte) keine dramatischen Aktionen von russischer Seite aus in Deutschland erfolgen werden. Der sowjetische Vorschlag der stufenweisen Abrüstung, der durchaus realistisch ist und bei gutem Willen auch durchführbar waere, wurde kaum ernsthaft ventiliert. Man sprach wie gewoehnlich, um dieses Thema herum, was die politische Unsicherheit vergroesserte und das Misstrauen untereinander erweiterte. Und dennoch... Wir haben die Erfahrungen, dass sich sogenannte erfolgreiche Konferenzen in praxi totliefen. Diese Konferenzen brachten keine klaren Erfolge, keine atemberaubenden Entscheidungen ,trotzdem glauben wir, dass gerade diese UN-VoUversammlung kein Fiasko war, da die Staatsführer sich in diesen Tagen begegneten und tiefschürfende Aussprachen pflegen konnten, die sicherlich dazu beitrugen, einige Probleme zu dezimieren. Die naechsten Monate schon duften den Geist demonstrieren, der waehrend der diesjaehrigen Generalversammlung der “United Nations” geboren wurde. Die Welt hat eine Generalversammlung von fast 100 Nationen eriebt — was falsch und was «cht an diesen Tagungen war, wird die Zukunft zu Tage foerdern. Qui vivra, verra... ) LUDWIG K. STARGARDT. ¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥¥ y y y y y -E»*»-y.^4y»»*.tHM¥¥¥¥¥¥ ¥¥ ¥ -X ★ -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X | HANSA LTDA. I -x £ -x £ -x i -X J £******************************************************* ORIGINAL “Eau de Cologne” VON DER AELTESTEN BESTEHENDEN EAU DE COLOGNE — FABRIK! Alleinvertrieb fuer Bolivien: HANSA LTDA.