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Das Echo · 1960-09-30 · 233 (30.9.1960) · p. [Seite 5]

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Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
233 (30.9.1960)
Date
1960-09-30
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German
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30. September 1960. “DAS ECHO’’ 5. Von englischen Juden “Dieses Judentum, das einem an die Nerven geht”: So etwa betitelt sich eine ungwoehnlich freimütige, ebenso amüsant zu lesende wie ernst gemeinte Glosse, die Dr. Cecil Roth vom Dozentenstab Oxfords in der Londoner Monats-Zeitschrift “World Jewry”, einem Organ des Jüdischen Weltkongresses, veroeffentlicht hat. Der Autor umschreibt die “Widerspruchshaftigkeit” des englischen Judentums einleitend u. a. mit folgenden Bemerkungen: es blickt auf eine Geschichte von 300 Jahren zurück und ist dennoch in hohem Grade religioes indifferent; den kulturellen Einflüssen seiner Umwelt ist es anderseits aufgeschlossen und andererseits verschlossen; die englischen Juden sind zugleich von überraschender Freigebigkeit und bedrückender Kleinlichkeit. Im einzelnen belegt Dr. Roth diese Behauptungen beispielshalber so: Unermüdlich teilen wir der jüdischen und sonstigen Welt mit, wie traditionsgebunden wir in religioesar Hinsicht sind — mit einem orthodoxen Oberrabinat, einem orthodoxen Rabbinatsgerichtshof, einer vorbildlich durchorganisierten Kette von Gotteshaeusern, die dem Chiaf-Rabbi und dem Bet Din untterstehen, und mit dem Verbot, anderes als streng koscheres Fleisch zu essen. In der Tat, phantastisch gross ist die Zahl von Koscher- Schlaechtereien, die direkt oder indirekt von den Gemeinden usw, subventioniert werden. Und dennoch, wer noch so oberflaechlich in die Küchen und Esszimmer unserer Juden hineinsieht, wird von Kaschrut so gut wie nichts bemerken. Noch gehoert es — ein anderes Beispiel — nicht zum guten Ton, am Schabbat mit dem Auto unmittelbar vor orthodoxen Synagogen zu parken, aber prüft man, welche Wegestrecken die Besucher dieser Synagogen am Schabbat dann also angeblich zu Fuss zurückliegen, bleibt nur die Schlussfolgerung, dass sie samt und sonders Marathonlaeufer sind. Bekanntlich sind wir Juden (faehrt Cecil Roth fort) das Volk des Buches. In der Tat wird man kaum ein jüdisches Haus ohne Bibliothek finden. Manchmal, man staune, sind darunter sogar Erbauungsbücher jüdischen Charakters. Aber damit hat es auch sein Bewenden. Der englische Durchschnittsjude hat von jüdischer Literatur keine Ahnung; vom Judentum haeflt er nur die englisch-jüdischen Zeitungen, und auch das nur im besten Falle. Hebraeische Bücher sind nirgends zu finden, die Bibel nicht ausgenommen. Allerdings, in “The King’s English” findet sich die Bibel, aber wird sie auch gelesen? Sie wird allenfalls als Barmizwa-Geschenk verwendet, wie Barmizwa-Feiern denn überhaupt noch einen, wenn nicht den Hoehpunkt im Leben unserer englischen Juden bilden. Bei der Gelegenheit schenkt man allerdings Bücher in Massen, und wie gesagt, manchmal die Bibel oder sogar das eine oder andere spezifisch jüdische Werk... Die in England lebenden Juden dürfen sich — heisst es weiter in dieser Betrachtung — ihrer hochentwikkelten Neigung, “Zedaka” zu üben, einerseits mit Recht rühmen; wird ihnen zugeflüstert, dass Juden oder Nichtjuden irgendwo im Ausland leiden, greifen sie tief in die Tasche, und gar das Wort Israel übt in dieser Hin- I sicht magische Kraft aus. Aber geht es um englisch-jüdische Gemeinschafts-Bedürfnisse oder gar um jüdisch-kulturelle Belange in Grossbritanien selbst, so denken sie nicht daran, ihre Scheckbücher zu zücken. Misst man die Schwierigkeiten, solche internen Bedürfnisse zu finanzieren, an der Leichtigkeit, mit der in den jüdischen Gemeinden Amerikas und Südafrikas dafür Geld aufgebracht wird, so kann man nur sagen, nirgendwo sonst in der jüdischen Welt wird das geistigjüdische Niveau so vernachlaessigt und werden die damit befassten Intellektuellen derart wie in England zu Hungerleidern gemacht. Das Merkwürdigste ist dabei, dass sich die englischen Juden dennoch in nicht zu übertretendem Mass mit dem Leben ihrer besonderen Gemeinschaft identifizieren. Dass sie zu ihren Synagogen halten, so blutarm die gottesdienstlichen Verrichtungen geworden sind. Dass sie sich ihrer spezifischen Ueberlieferungen bewusst sind, auch wenn es sich mehr um Lippenbekenntnisse handelt. Dass sie nichts voneinander wissen wollen und dennoch wie Pech und Schwefel Zusammenhalten! Danksagung! Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Heimgänge meines lieben Mannles, unseres Vaters, Grossvaters und Schwitegtervaters HEINRICH FRIEDHEIM danken wir allen Freunden, Bekannten und Organisationen auf diesem Wiege auf das Herzlichste. La Paz, September 1960. CasiUa 1066. Margot Frieidheim geh. Hirschmann Gerhard und Ruth Friedheim Günther und Inge Friedheim und Enkelkinder. * -k -k -k DANKSAGUNG! Es war mir nicht nur eine Ehre dem mir so nahe stehenden “Minjan Miraflores” waehrend der Hohen Feiertage mein kantorales Koennen zu widmen, sondern es war mir auch eine sehr grosse Freude wieder einmal in La Paz weilen zu dürfen und allen meinen hiesigen zahlreichen Freunden zu begegnen. Ich habe waehrend meines Aufenthaltes in La Paz so zahlreiche Beweise warmherziger Freundschaft erhalten, dass es mir nur moeglich ist, allen auf diesem Wege hierfür herzlichst zu danken, auch im Namen meines Sohnes Alfred. c/^aaL ._*** * ******¥+*¥**¥**+¥+¥*+*+******+**+**+** -k -X -X -X Clínica Müller Dr. WILLIAM MUELLER Diaz Romero esq. Argentina Miraflores Geburtshilfe - Gynaekologe Allgem. Chirugie Sprechstunden: 15.30 bk 18 h — Telef. Voranmeldung unter 2335 oder 8235. ACHTUNG - IMPORTEURE! Bitte rufen Sie zur Warenrevision und für Havariezertifikate CREDINFORM INTERNATIONAL, Telefon 5712, wenn Sie Versicherungspolizen von den folgenden nordamerikanischen Gessellschaften besitzen: American Home Assurance Company Birmingham Fire Insurance Co. of Pennsylvania Comercial Insurance Co. of Newark, N. J. Firemens Insurance Company of Newark! 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