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Das Echo · 1960-09-30 · 233 (30.9.1960) · p. [Seite 2]

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Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
233 (30.9.1960)
Date
1960-09-30
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German
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2. “DAS ECHO 30. September 1960. Manhattan — nach dem Grundsatz "Aug um Aug und Zahn um Zahn'', doch dieser Grundsatz in der Hohen Politik angewandt ist toericht und recht gefaehrlich. Eisenhowers überdeutlicher Akzent seines Hassgefühls für Kruschtschew konnte ihn vielleicht persoenlich befriedigen, 'der demokratischen Sache im allgemeinen und dem Ansehen der USA im speziellen aber musste dieses ressentimente Gefühl des US- Prassidenten, auf das Schwerste schaden. Wollte Eisenhower mit diesem politisch-sentimentalen Exhibitionismus Politik treiben, so hat er schlecht gehandelt und war schlecht beraten. Wenn Eisenhower mit seiner demonstrativen Unfreundlichkeit Kruschtschew als "boesen Geist" aus der Weltpolitik treiben wollte, so ist ihm dies nicht gelungen, sondern er benutzte ein Bumerang, welches sein Ansehen schaedigte, was er als abgehender US- Praesident nicht noetig gehabt haette. Keiner konnte es Ike verdenken dass er nicht Nikita bei seinem Eintreffen umarmte, aber man erwartete von ihm eine diplomatisch-kühle Hoeflichkeit, die zu nichts verpflichtete, aber ihm “das Gesicht" gewahrt hcrette. In jedem Falle wurde ein politischer faux pas allerersten Ranges begangen, der schwerwiegende internationale Folgen haben dürfte. Wir glauben nicht, dass Kruschtschew diesen Affront einfach hinnehmen wird. Wir mcechten dieses Thema damit beschliessen, dass es uns verwundert hat von einem derart kultivierten Mann wie es Eisenhower ist, eine derartige Spontanitaet und Primitivitaet in der Expression seiner Gefühle zu erleben. Wir wundern uns sehr darüber, dass seine Berater diesen eklatanten Restriktionsakt nicht verhindert haben, insbesondere in einem Augenblick, wo die führenden Staatsmaenner aus dem Osten nach dem Westen kamen, um im Rahmen der UNO die Loesung für einen friedlichen Kompromiss zu suchen. Kruschtschew und seinen kommunistischen Freunden kann die durch die USA erfahrene schwere Beleidigung praktisch nichts ausmachen, sondern diese ist ihnen wahrscheinlich sogar politisch erwünscht; sie werden diese propagandistisch verwerten und den "westlichen Feudalismus und den "kapitalistischen Anti- Sozialismus" so anprangern, das ihre anti-westliche Werbung aut fruchtbaren Boden in Afrika und Asien fallen wird. Der etwas exaltierte Fidel Castro hat seine Auffassung von Sozialismus besonders eindringlich demonstriert, indem er nach dem Negerviertel Harlem zog und sich in einem Negerhotel einquartierte. 97 Mitglieder zaehlen heute die "Vereinten Nationen", eine Bedeutung haben koemnte, wenn summarische Macht, die grosse BLICK IN DIE ZEIT Kampf den Friedensfreunden! Dies ist anscheinend die aktuelle Parole einiger westlicher Maechte, die gern, oft und laut von "Frieden" sprechen, aber deren Taten eine gegenteilige Sprache reden. "Das Echo" steht im Dienst des Friedens, dieses Blatt erachtet es als die wichtigste und vornehmste Aufgabe ehrlicher Demokratie gegen Chauvenisten und Friedensstoerer zu kaempfen„ Mit Bedauern muss man feststellen, dass ein übler Nationalismus sich in gewissen Demokratien breit macht, dass der Mi- Ttarismus immer mehr die Staatsführung beeinflusst, dass demokratische Freiheit, wie Recht freier Meinungsaeusserungen, immer mehr beschnitten werden. In Westdeutsch.and werden Professoren von den Lehrstühlen gejagt, die gegen den Atomkrieg sprechen, der freien Presse wird es immer schwieriger gemacht gegen Aufrüstungen zu schreiben, wer dem Sozialismus dient und für Verstaendnis der Politik in der Deutschen Demokratischen Republik wirbt, wird als "'Kommunist" gebrjandmarkt und in persoerikche und wirtschaftliche Schwierigkeiten gesetzt. In Bonn-Deutschland wird der Hass gegen den Kommunismus immer mehr gezüchtet eine zusammenführende West-Ost- Friedensarbeit wird immer mehr erschwert, Friedensfreunde sind geaechtet, Nazis (s. Dr. Globke. Seebohm u. a.) sind nicht nur noch an der Macht, sondern werden immer maechtiger. Bereits am 18.2.1957 schrieb in der "Welt" der westdeutsche Bundestagsabgeordnete Dr. Adolf Amdt: "Die Politik in Deutschland ist heute ein Sumpf der Schlechtigkeiten und jeder Art menschlicher Niedertracht und Bosheit", Diese anklagenden Worte sind keineswegs gegenstandslos geworden. Aber nicht nur in Deutschland regieren nationalistischer Wahn und kriegslüsternes Militaer, sondern noch in manchen andern NATO-Staaten. Eine besonders imangenehme Stellung nimmt in dieser Hinsicht das Frankreich des General Charles d'e Gaulle ein. In diesen Tagen wurden wieder einmal eine Anzahl (13) von pazifistischen Schriftleitern und Schriftstellern verhaftet, die das Verbrechen begingen, gegen den brutalen franz. Mord in Algerien zu protestieren und den Freiheitskampf des algerischen Volkes zu bejahen. Jean-Paul Sartre und andere prominente Franzosen sind bei der Regierung "Perscnas non grata", weil diese eine ihr unerwün^che pazifistische humanitaere Politik treiben. Mehr als 140 Intellektuelle in Paris haben Schreib- und Redeverbot, weil sie eine Politik der Liebe predigen, weil sie den Erhalt des Friedens hoeher einschaetzen als einen Krieg, den so manche Militaers sich wünschen,. Der Nationalismus, verbunden mit dem Militarismus, ist eine offene Gefahr, auf welche Friedensfreunde immer, immer und immer wieder mit aeusserstem Nachruck zu weisen haben. das Haus der UN nicht von egoistischen Motiven erfüllt waere. Die UN unter der Führung von Dag Hammarskjöld laboriert im ewigen Zick-Zack-Kurs, sie zeigt Zu wenig gerade Linie .und sachliche Haltung, als dass dieses Organ die allgemeine Achtung der Politiker und 'der Menschheit geniesst. Der UN-General Sekretaer, der in seinem Amt zur absoluten Neutralitaet verpflichtet waere, treibt eine Politik, die nicht immer dem grossen, voel- Curt Ludwig. kerverbindenden Gedanken “Vereinten Nationen" dient. der Dieser Artikel wurde am 26. September geschrieben und woll- , te den moralisch-sozialen Rahmen der 15. UN Generalversammlung Zeichen. Ueber die politischen Er- | gebnisse dieser weltpolitisch wichtigen Versammlung, werden ¡wir in unserer naechsten Ausgabe berichten. LUDWIG K. STARGARDT. PASTILLAS VINEO 1 § lo n»^»r aonliÄ TOS y CATABROS ■ je» (m Farmftoifcs -T': Die Konferenz — Komprommisse, verkleideter Gegen saetze und leerer Formeln. Und schliesslich ist der Umstand bemerkenswert, dass die Konferenz am Schnittpunkt dreier Kontinente stattfand: in Israel. Das war kein Zufall und von Bedeutung für den Inhalt und Verlauf der Konferenz und verdient eine gewisse Erlaeuterung. Werfen wir den Blick zurück. Im April 1955 trafen sich die Vertreter von 30 Staaten Afrikas und Asiens in Bandung in einer Atmosphaere der Bitterkeit einerseits und andererseits der freudigen Erregung darüber, dass das Ende des Kolonialismus gekommen sei. ■ Die beherrschende Rolle spielte damals ein tiefverwurzeltes Misstrauen gegen die weissen Nationen, die für die Uebel verantwortlich gemacht wurden, unter denen die Kontinente Asien und Afrika zwei Jahrhunderte hindurch gelitten hatten. Nasser predigte Hass gegen Israel, dass seinen ihm zukommenden Platz in dieser Konferenz unabhaengiger Staaten Asiens nicht einnehmen konnte. Im vergangenen Monat trafen sich nun die Vertreter von über 40 Nationen, ein grosser Teil eben dieser Laender im Weizmann-Institut in Rechowot. Die Feinde, die es diesmal zu verdammen galt, waren nicht die Kolonrafmaechte, sondern Armut, Unwissenheit, Krankheit, Moskito und Anopheles- Mücke. Israel erstrebte mit dieser Konferenz keine diplomatischen Erfolge. Nicht politische oder materielle Macht und Staerke waren für den Ort der Konferenz bestimmend. Der einzige Zweck, den Israel verfolgte, war, einen Beitrag zu der Bildung einer Gesinnungs- und Willensgemeinschaft zu liefern. Kennzeichen dieser Gemeinschaft soll der Wille sein, die für die Zukunft junger Staaten entscheidenden Probleme ihrer inneren Entwicklung rnit Hilfe befreundeter Natiaoen zu meistern. Israel kennt diese Probleme aus eigenster Erfahrung. Es war Empfaenger und Geber zugleich. Es hat am e:genen Leibe die Not gespürt, die es zu lindern gilt. Selber ein sich entwickelnder Staat, der natürlichen Mangel und die Begrenzungen einer geizigen Geographie zu überwinden hatte, hat es sich als Mithelfer in der Schaffung neuer und fruchtbarer Kontakte zwischen den Besitzenden und den Entbehrenden angeboten. Das noch immer der Feindseligkeit seiner Nachbarn ausgesetzte Israel hat sich im Rahmen seiner bescheidenen Moeglichkeiten, in vollem Bewusstsein seiner Begrenzungen, mit Eifer und in Demut, mit dieser Konferenz noch staerker in die Front des Kampfes gegen Hunger und Elend eingereiht. Es bekaempft damit Feinde, die auch die Feinde seiner Nachbarn sind. Ist es vorstellbar, dass diese klare Frontstellung von ihnen auf die Dauer verkannt wird? Die Konferenz von Rechowot wurde mit der Einsetzung eines staendigen Komitees beschlossen. Dieses “Kömitee von Rechowot” wird die begonnene Arbeit fortsetzen und vertiefen. Es ist unsere Ueberzeugung, dass die Stimme der ehrlichen Bemühung von Rechowot auf die Dauer sich als lauter erweisen wird, als der Laerm der Explosionen, der jetzt durch den Nahen Osten hallt. 'kAAAAAitirk-irkkicicklcIcklckir (II <ii NCATUR” i INCATUR” t 1 + k vermittelt Ihnen gutes Rer- * t alan durch Flugzeug - Schiff ■ £ oder Eisenhabn! Sorgfael- £ tige Erledigung, von Frach- £ ten und in allen Teilen \ der Welt! *La Paz, Oruro, Cochabamba, * í Potosi, Sucre, Santa Cruz, £ i Yacuiba, Tupiza y Tarija. -k

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