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Das Echo · 1960-07-30 · 229 (30.7.1960) · p. [Seite 5]

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Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
229 (30.7.1960)
Date
1960-07-30
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German
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30. Juli 1960. DAS ECHO 5. mit ,BT 'SRAEL1. bauleistojc T„" *" *!*5S fS**» sein SelIen se|ne mehrwoechige ™n Heuss ist der Ufba“ .TOmiegeni Arbeit der ts. word^ |„ e„t. ,ven, auch Wiedergutmachung. :n; auf. die man in .z ®eij aber “ein!St immerhin vor- ISS- Sehr eindruksb°ere, dass Nat- Ir 19 deutsche Faute eine Stadt von sei. Auch Tel-Aviv eh sehr schnell ent-!n werde man vielen amerikanischem, »ehern Tempo spre- Heuss auch dem aus einem “weit* md”, aus dem Wiigev, einer diisterschaff, ein Stück len oder hineinzu- OBERLAEN- N LITFASS- LEN allen Litfass-Saeu- deutschen Sow- Steckbrief des chen Ffiichffings- Tberlaender angeerung wird aufgestnahme des Mashelfen. rde vor einigen Schauprozess in enheit zu lebensrs verurteilt, nach der Kriegsverbredeutschen Besetgesprochen hatte, tsanwalt in Ostein Auslieferungsfaender an das Gericht in KarJsjedoch unbeant- SSE LITERAT« m folgende Ver' lussichtlicher Ort lager Auscg uldigte. (FranK % SS* chuÄ XVIII: Der Leser interviewt.., Editor: Bravo, eine ausgezeichnete Idee! Warum soll nur immer der Zeitungsmann Fragen stellen, auch andere Zeitgenossen sind neugierig und wallen Dinge erfahren, die einen letzen Endes garnichts angehen. Also lieber, verehrter Leser, beginnen Sie bitte mit dem Interview; ich bin auf das Schlimmste gefasst.! Leser: Also lieber Echo-Mann, da wurde ihr Kind nun 10 Jahre alt und dies hat sich ziemlich herumgesprochen, wie die Jubilaeumsnummer es bewies. Unsereins wurde schwer beeindruckt durch die internationalen Gratulationen, die Sie veroeffentlichten. Wir wussten garnicht, dass unser Blatt soo berühmt ist. Editor: Ja, ich war selbst sehr erstaunt darüber, wie berühmt unser “Echo” ist. Ich war ziemlich überwaeltigt von der Herzlichkeit und von dem Verstaendnis welches dem Jubilaeumskind aus allen Teilen der Welt entgegengebracht wurde. Wenn man bedenkt, dass Zeitungsleute im allgemeinen ziemllich schreibfaul sind, wenn es um private Post geht, und dass Organisationen auch nicht gerade schreibbegeistert sind, so waren die Eingaenge, sowohl in Quantitaet als in Qualitaet, überaus erstaunlich. Man merkte jedenfalls: die geleistete Arbeit war nicht umsonst! Leser: Also der Appüaus hat Sie erfreut und erwaermt und Waerme ist jp um diese Jahreszeit etwas besonders angenehmes! Dürfen wir Sie um eine Erkla-erung bitten: es fiel allgemein auf, dass einige der pacefier Organisationen und Institutionen Ihnen Gratulationen sandten, die recht nichtsagend und farblos waren und die im .auffallenden und schroffen Gegensatz zu den aus dem Ausland und auch aus dem Inferior eingegangenen waren; was meinen sie hierzu? Editor: Ich kann Sie nur zu Ihrer guten Beobachtungsgabe beglückwünschen; im übrigen aber moechte ich mich hierzu nicht weiter aeussern. Leser: Na ja, schweigen ist Golld.. Ich hoffe, dass Sie nett Ihr Jubilaeum feierten und nicht allzuviel eingenommene Anzeigengelder verspeisten? Editor: Im intimen Kreis wurden Leid und Freuden des lo-jaehrigen “Echo” gefeiert und der gute “Henkell” aus Wiesbaden war ein weiterer angenehmer Gast in dieser kleinen Runde. Leser: Eine kleine offizielle Feier zu Echo’s Ehren fand nicht statt? Editor: Nein, und ich sehe dazu auch keinen Anlass! Leser: Na, das klang ein wenig brummig — also lassen wir das Thema! Ich habe mir sagen lassen, dass man ein zünftiges Interview damit beschliesst, die Frage nach Zukunftsplaenen zu stellen; wie steht es damit bei Ihnen? Editor: Zukunft liegt im Nebel, planen ist menschliche Sehnsucht aber Ausführung ist goettliche Gnade. Und im uebrigen kommt es ja doch immer anders als man denkt — also erlassen Sie mir bitte die Zukunfts-Spinnerei! Leser: Wissen Sie, mein Lieber, es sieht mit diesem Interview eigentlich recht traurig aus! Ich dachte, Sie werden schoen drauf los plaudern und ich werde manche besonders interessante Aussagen notieren koennen, aber damit ist leider nichts. Was würden Sie mit einem solchen negativen Interview beginnen? Editor: Ich würde es schoen abschreiben, daraus einen Artikel machen und diesen — dann in den Papierkorb pfeffern. Leser: .. und diesen dann wieder aus dem Papierkorb fischen, fein glaetten und dem “Echo” zur Veroeffentlichung geben. So, mein Herr vom “Echo”, hier haben Sie das gut gemeinte aber uninteressante Interview und ich hoffe, dieses in der naechsten Ausgabe zu lesen! Editor: Nein!, 0 Nein!!, Oh Nein!!! KomP’?’ jen JT5> Echo - Korrespondenten — reiben müsste. Von den 84 deutschen Spielfilmen, die in Deutschland im Jahre 1959 hergestellt wurden, hat Brauner in seinem CCC-Atelier im Jahre 1959 15 Gross-Filme hergestellt und wenn Berlin auch einen gehoerigen Platz in der Filmproduktion einnimt, dann ist es Arthur Brauner, der den Loewenanteil an dieser Errungenschaft für sich buchen kann. Als icn 1954 zur Einweihung seines ersten Ateliers nach Spandau kam, haben sehr viele diesen Filmprozuzenten, der bis vor einigen Jahren vorher nicht einmal sehr viele Spielfilme gesehen hatte, bespoettelt und hinter seinem Rücken verhoehnt und kritisiert und ihm keine lange Fifmlaufbahn vorausgesagt. Dieselben machen heute tiefe Bücklinge mit Ehrfurcht und Anerkennung vor diesem instiktiv genialen, künstlerisch veranlagten Menschen, wie man Arthur Braunei •ohne Übertreibung bezeichnen kann. Es gibt in der deutschen Filmindustrie noch einige kleinere jüdische Filmpruduzenten, aber in einem Atemzug mit Arthur Brauner kann man nur den sehr angesehenen Filmproduzenten Walter Koppel nennen, der zusammen mit Pribatsch eine grosse Filmproduktion “Real-iFilm” mit viel Geschick und aelterer Tradition als Brauner betreibt. Darüber müsste man viel mehr schreiben, aber unerwaehnt kann man nicht die sehr charmante und intelligente Helga Koppel nennen, die wie Maria Brauner zu den Pionieren der Jugendaliah in Deutschland gehoert. Es gibt ausser diesen Lichtblicken =auch unangenehme Momente. Wenn man als israelischer Journalist von einem deutschen Journalisten aufmerksam gemacht wird, dass der Vorsitzende der Filmprüfstelle Wiesbaden, Dr. Kart Korn, im Jahre 1943 in der Nazizeitung “Das Reich” eine Kritik über den Film “Jud Süss geschrieben hat, in dem er angeblich sich in der Verherrlichung des Films so überstiegen hat, dass er die intellektuelle Ausrottung des europaeischen Judentums gefoerdert hat oder, wenn man mir sagt, dass der Presse-Chef der Festspielleitung Dr. Hans Borgelt in dem “Neuen Film” einem Artikel über deutsche Filme in Israel schrieb, beginnend mit einem jüdischen Witz, der sehr an “mauscheln” erinnert und ein zweiter Journalist die Bemerkung macht: “der Borgelt, dass ist ja ein alter PG (Naz:JParteimitglied) gewesen” und ein anderer Journalist die Gegenfrage stellte, “war es die Festspiel - Protokollleiterin Ilse Urbachnicht?”, dann, obzwar ich hervorheben muss, das dieses alles, was die “reinen Arier” über ihre Kollegen sagten nicht wahr sein muss, so laesst das einen solch bitteren Nachgeschmack zurück, dass die Freude an dem Erfolg von Brauners und der Tatsache des Hissens der Israelfahne in den Strassen Berlins dadurch sehr getrübt wird und trotzdem man weiss, dass das Leben von einem verlangt auch solche Pillen zu schlucken, denn es hat einen bitteren Geschmack, derartige Gespraeche von Deutschen über Deutsche bezüglich Juden und Israel mit anzuhoeren, noch dazu wenn Israel bei diesen Festspielen n:cht gebührend vertreten ist. Das ist für einen Israeli die Schattenseite auf dem Berliner Festival. Weil: “Der Prozess Dreyfuss“ In der Ausgabe vom 30. August 1930 des “Voelkischen Beobachters” wurde in sensationeller Aufmachung der “jüdische Dreyfuss-Skanda!” behandelt und in grob-nazistischer Manier wurde das Rehabilitierungs-Urteil für Hauptmann Alfred Dreyfuss angezweifelt. In besonderer Weise beschaeftigte man sich in dieser Ausgabe auch mit dem soeben erschienen Buch von Bruno Weil über das Thema Dreyfuss und über den Oswald-Fi!m, dessen Buch zum guten Teil Weil schrieb; in wüster antisemitischer Form wurden damals der Autor Weil und der Regisseur Oswald angegriffen und die Aufrollung des Dreyfuss- Falles “als niedertraechtiges jüdisches W.ahlmanoever gegen den Nationalsozialismus” bezeichnet. Ueber den “Fall” wurde unendlich viel geschrieben; diese Literatur koennte eine grosse Bibliothek füllen. Unendlich waren die Diskussionen zu diesem Thema, ein Thema welches auch immer an das Tageslicht gezerrt wurde, wenn es galt antisemitische Geschaefte zu machen. “Dreyfuss” wurde zum streitbaren Symbol für Judenhass aber auch als Symbol von Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Vom menschlichen und juristischen Standpunkt ist der Fall des unglücklichen franzoesischen jüdischen Hauptmanns Dryfuss laengst und klar entschieden und die übelste antisemitische Verleumdnungskampagne in neuerer Zeit voellig geklaert. Antisemitismus aber ist ein schleichendes Gift und der Dreyfuss-Virus ist noch immer vital und gefaehrlich. Daher w.ar es gut und aeusserst verdientsvoll, dass das fachkundige und dokumentarische Buch von dem hervorragenden Juristen Dr. Bruno Weil neu aufgelegt wurde und somit einem breiten Kreis die Vorderuna Hintergründe eines brutalen Antisemitismus und eines abwegigen Nationalismus abermals aufgezeigt werden konnte. Weil behandelt den “Prozess des Hauptmann Dreyfuss” mit dem kühlen Verstand eines Juristen und mit dem heissen Herzen eines Gerechten, er erweist sich als ehrlicher Anwalt des Rechtes und als Kaempfer für den Gedanken echter Menschlichkeit, ln 272 Seiten berichtet der Autor flüssig und interessant die Geschichte von den politischen Schaendlichkeiten, die diesen Fall zur Weltsensation in den neunziger Jahren machte. Das Thema “Dreyfuss” in der Sicht von Bruno Weil ist noch immer stark und mitreissend, es ist leider recht .aktuell und sehr bedeutungsvoll auch in unseren Tagen. Die vorliegende Auflage wurde von Weil gründlich revidiert unter Berücksichtigung der letzten Erkenntnisse und Funde zu diesem Fall, wozu die franzoesischen und deutschen Staatsarchive wesentlich beitrugen. Dieses erschütternde Dokument aus dem Lehen von Dreyfuss, meisterhaft geformt von Bruno Weil, sollte zu einem obligatorischen Unterrichtsbuch in Schulen werden, damit junge Menschen gegen charakterliche Fehlleitungen geschützt bleiben. Aber auch für jeden reifen Menschen ist dieses Werk, klein aber inhaltsvoll, eine Quelle von Anregung und Besinnung. Dieses gut bebilderte Buch ist in dem rührigen Verlag der “Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutschladn” (Düsseldorf 10) erschienen und dortselbst zum Preise von DM 13.80 zu beziehen. Luis Lagro. FISCHER * GOLDMANN - RO RO Eine komplete Auswahl deutscher TASCHENEUECHER im Alleinvertrieb für Bolivien: LOS AMIGOS DEL LIBRO Cochabamba, Perú esq. España. ISRAEL — schon militaerische Berater zur Verfügung gestellt. Besonders stark ist der wirtschaftliche Einfluss der Is-raeÜis in Ghana, Libérien, Sierra Leone und Nigeria. Faeden wurden zu Guinea, Mali, Tschad und dem Kongo gesponnen. Der israelische Aussenminister, Frau Golda Meir, besuchte 1958 und I960 verschiedene afrikanische Staaten und bekundete oeffentlich, dass Israel grossen Wert auf die Zusammenarbeit mit alten jungen Staaten lege. Ministerpraesident Ben Gurion ergaenzfe das jetzt durch die Feststellung: “Ich bin glücklich und stolz darauf, .an der Befreiung der Voelker Afrikas mitwirken zu koennen”. Staendig sind Delegationen aus den westafrikanischen Laendern in Israel. Der letzte Gast war der Finanzminister Nigerias, dem man grosszügig e-’nen Kredit von mehreren Millionen Pfund Sterling zusagte. Vertreter Malis, Guineas und des Kongos studierten Landwirtschaft und Genossenschaftswesen. Israel seinerseits hat bisher in die afrikanischen Gebiete südlich der Sahara etwa 250 Techniker und Berater entsandt, junge Gewerkschaftler werden in Israel an einer mit Unterstützung der amerikanischen Gewerkschaften und des “Internationalen Bundes freier Gewerkschaften” gegründeten Schule ausgebildet. Ausser den chinesischen Kommunisten ist kaum ein Land in diesem Teil Afrikas so aktiv wie Israel. Geringe Pubiizitaetsfreudigkeit hat diese Tatsache .allerdings bisher nicht sehr bekannt werden lassen. Immerhin zeigt eine Aufzaehlung einiger Einzelheiten, wie weit di« wirtschaftliche Verflechtung schon reicht. In Ghana arbeitet eine israelische Baugesellschaft, die beispielsweise am Flughafen von Akkra baut. An der ghanaischen “Black-Stari’-Schiffahrtsgesellschatt war israelisches Kapital bis vor kurzem mit 40 Prozent beteiligt, israelische Fachfleute bleiben hier mindestens bis 1967 massgebend beteiligt. Für den Bau einer Aerzteschirle ist Kapital und Personal zugesagt worden. In Nigeria und Ghana wirkt die israelische “West Afrika Trade Company”, in Nigeria arbeiten andere israelische Firmen in grossen Bau- und Erschliessungsprojekten, in Liberia errichtet eine israeöische Baugesellschaft die Stadthalle von Monrovia, ein zehnstoeckiges Hotel und verschiedene oeffentliche Gebaeude. Das Hotel ist in israelischem Besitz. So rundet sich das Bild. An wichtigen Plaetzen Westafrikas sind sehr aktive diplomatische Vertretungen Israels entstanden, in Ghana bilden Angehoerige der israelischen Armee Pioniere, Seekadetten und Flugzeugführer aus. In Jerusalem ist man überzeugt, dass s:ch diese weitgespannten Aktionen eines Tages auszahlen werden — wirtschaftlich und politisch. M. Smidt, Jerusalem. v..t

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