Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- [228] (15.7.1960)
- Date
- 1960-07-15
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8. DAS ECHO’ 15. Iuli 1960. 15. Jd« Un Vertrauen, lieber Leser.. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, der Künstler nicht allein vom Beifall und der Zeitungsmann nicht allein vom Zeitungsverkauf. Das A und O im Zeitungsfach ist der Anzeigenteil. Die Anzeige ist das Blut, welches Verlag und Redaktion brauchen um lebensfrisch zu bleiben. Denn nur die Anzeige ist die Einnahmequelle eines Blattes. In der Echo-Perspektive gesehen, sieht das Echo-Geschaeft so aus: Der Druck eines 8-seitigen Exemplares kostet genau Bs. 1000.—, hierzu kommen allgemeine Spesen in Hoehe von 25%. sodass 1 Exemplar'Bs. 1250.— kostet. Soweit das Blatt ausgetragen wird, erhaelt der Verkaeufer pro Exemplar bei dem Verkaufspreis von Bs. 500.— die Provision von Bs. 250.—, sodass cler Verlag bei jedem durch Austraeger verkauften Exemplar Bs. 1000.— zusetzt. Sehen Sie das ist ein Cieschaeft! Doch der Verkauf ist nicht so wichtig. Wichtig ist die Zirkulation, die in erster Linie durch die Abonos gesichert ist, denn die Zirkulation muss munter kreisen, um den Inserenten die Gewaehr dafür zu bieten, dass sein Inserat auch wirklich gelesen wird. Und Echo-Inserate werden wirklich und genau gelesen, wie exakte Untersuchungen ergaben und wie wir durch unsere treuen Inserenten erfahren konnten. Unser Blatt ist besonders stolz darauf, dass es eine grosse Reihe von Inserenten besitzt, die jahraus, jahrein im “Echo” staendig inserieren, teils aus Sympathie, teils aus geschaettlichen Erwaegungen. Spitzeninserenten sind die “Incatur”, die in 228 Nummern 213 Anzeigen brachte; Hotel Neumann erschien 209, Heladeria Bieber erschien 202 und Optica Optalvis erschien rund 200 man in 228 Ausgaben des “Echo”. Weiterhin gibt es mehr als 30 Firmen, in La Paz und Cochabamba die seit vielen Jahren ataendig im “Echo” inserieren. Diese Anzeigen bilden das finanzielle Rückgrat "des “Echo”. Wenn wir gerade von internen Echo-Angelegenheiten sprechen, so wollen wir auch unsere Leser darüber informieren, Bass “Das Echo” mehr in das Ausland versendet wird, als jede andere bolivianische Zeitschrift und dadurch wirklich eine Visitenkarte de§ Jischuv Bolivien in der Welt ist; aber auch viele bolivianische Persoentichkeiten wissen diese grosse Zirkulation des “Echo” zu schaetzen, da sie dadurch eine gute Werbung fuer Bolivien erwarten. Ja, man erwartet viel vom “Echo” manchesmal soviel .dass es eine recht komische Seite aufzeigt. Kürzlich erhielten w'ir folgenden Brief :“A!s alte Abonnentin Ihres Blattes bitte ich Sie mir Auskunft zu geben, was ich ansteflen soll, da mein Alann mich ploetzlich und in sehr' unanstaendiger Form verlassen hat. Bei Ihren guten Beziehungen, werden Sie mir sicher einen guten Rat geben koennen” Tragikomoedie.. Was uns Freude macht, ist der vielfache Kontakt mit uns fremden Menschen im Ausland. Da schreiben uns Kinder aus Deutschland, aus Frankreich und Holland nach bolivianischen Briefmarken, da erfahren wir durch! einen Lehrer aus München, dass dort “Das Echo” in seiner Schule im Anschauungsunterricht gute' Dienste leistet, da bittet uns ein philosemitischer Praelat aus Paraguay um Material für ein von ihm zu schreibendes Buch über die Juedische Mythologie, ein anderer wendet sich vertrauensvoll an “Das Echo”, ihm als deutschen Handwerker eine Stellung in Bolivien zu beschaffen. Oft wundem wir uns selbst darüber, wie weit unser “Echo” schallt. Aus aller Herren Laender, von Menschen aller Rassen und Religionen erhalten wir Post, die uns ehrt durch das entgegen gebrachte Vertrauen, die uns aber oft sehr viel Zeit abforderf, da wir moeglichst gewissenhaft Informationen geben und Wünsche erfüllen wollen. Aber nicht immer sind die Briefe, die wir erhalten freundlich,- man diesmal sind sie gegenteilig, sie sind feindlich und aggressiv. Besonders in letzter Zeit erhielten wir antisemitische Schreiben aus Bolivien, in einer erschreckend verrohten Sprache, in der sie furchtbare Drohungen gegen unsern Herausgeber ausdrückten. So wechselt bei uns Licht und Schatten in bunter Folge, die uns aktiv und lebendig haelt, immer im Bestreben, unserm verantwortungsvollen Werk nach bestem Koennen 21» dienen und das uns zahlreich cntgegengebrachte Vertrauen zu rechtfertigen. Es ist uns eine besondere Freud«, am heutigen Zehn-Jahrestag des "Echo” festzustellen, dass unsere Beziehungen zu den Lesern ausgezeichnete sind und dass unser kleines Blatt eine grosse Resonanz besitzt, eine befruchtende Wechselwirkung auslocst, die den jüdischen und demokratischer» Interessen dient, denen wir uns verschrieben haben. HERCULES DAS FAHRRAD VON WELTRUF! Wer ein gediegenes Fahrrad wünschtwaehlt HERCULES! Alleinvertrieb für Bolivien: HAPP & Cía. Cochabamba, Ayacucho 145 Paz, Edif. Iglesias. 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