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Das Echo · 1960-05-30 · 225 (30.5.1960) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
225 (30.5.1960)
Date
1960-05-30
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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30. Mai 1960. ‘‘DAS ECHO * > 3. Unrecht in Wiedergutmachung _ _ I # “_1 — — 1_ ._.. t " m «i X Am Die "Jiddische Zeitung" (Diario Israelita) in Buenos Airies brachte kuerzlich einen Artikel ihres Mitarbeiters in Washington. Moses Frenk, den wir in Uebersetzung ungern Lesern unterbreiten, da dieser recht wunde Stellen in der Bearbeitung der “Wiedergutmachung" berührt, die sicher viele unserer Lesern von besonderem Interesse sein dürften. Wir bringen einen Auszug aus dem erwiaehnten Artikel: Moses I. Sochatschewski und Felix Laski, beide Vorstandsmitglieder des “Comité der Nazi- Opfer in Nordamerika", hatten mit Bundeskanzler Dr. Adenauer eine Besprechung, anlaesslich seines letzten Aufenthates in den "Vereinigten Staaten"; diese Besprechung fand in der Deutschen Botschaft in Washington statt. Die Delegation beklagte sich über den Vorgang der deutschen Wiedergutmachungsaemter, die aerztliche Gutachten an deutsche Kliniken, Versicherungsgesellschaften oder ion die medizinischen Sektionen der einzelnen Laender-Regierungen senden, und diese Aemter alsdann Beschlüsse fassen, ohne den Verfolgten selbst gesehen und untersucht zu haben. Diese Wiedergutmachungsberechtigten wurden in ihrem Wohnsitz von deutschen Vertrauensaerzten untersucht um die Hoehe des Gesundheitsschadens zu ermitteln. Diese amtlichen Atteste deutscher Vertrauensaerzle werden aber oft und voellig ungerecht von medizinischen Amtsstellen in Deutschland verwerfen. B undeskanzler Adenauer drückte seine Sympatie und sein Verstaendnis fuer die Naziopfer aus, und versprach, sich dafuer einzusetzen, dass den Naziopfern in ihren Anspruechen volle Gerechtigkeit gewaehrt wird. Auch der anwesende Bundespressechef und Staatssekretaer Felix von Eckhardt versprach der Delegation, sein Moeglichstes zu tun. um ’-W'* VW w w ww An Leser! unsere Infolge Ueberlastung unserer Druckerei mit Auftraegen fuer die bevorstehende Wahl, kennten wir diese Ausgabe leider nur 6-seitig herausbringen; die naechste Nummer hoffen wir im gewohnten Umfange herausbringen zu keennen." “DAS ECHO". eine gerechte Reglung der Ansprüche von Nazi-Opfern zu erzielen. Die konkreten Forderungen des US-Comites der Naziopfer sind: AUS DEUTSCHLAND: 1. —Die medizinischen Gutachten von Nazi-Opfern, welche Anspruch auf eine Rente haben, sollen in Gemeinschaft von unparteiischen Aerzten der Regierung in Bonn, mit den im Ausland lebenden behandelnden Aerzten der Anspruchberechtigten bearbeitet werden. 2. —Es wird gefordert, dass die bisherigen Aerzte ausgewe-chselt werden; die bisherigen Konsulatsaerzte und die med. Gutachter in Deutschland sollen keinen Einfluss in der Bearbeitung von laufenden Faellen mehr haben. 3. —Alle diesbezüglichen Forderungen, welche von deutschen Gerichten abgewiesen wurden, müssen revidiert werden, die abweisenden Beschlüsse der Gerichte sich auf medizinische Gutachten des Aerztlichen Ebenstes in der Bundesrepublik stützen, die ausgestellt wurden, ohne dass die Gutachter jemals persoenlichen Kontakt mit den Anspruchsberechtigten hatten. Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass nach dieser Konkretisierung der Ansprüche der im Ausland lebenden Naziopfer ein gerechteres Verfahren in der gesundheitlichen Ueberprüfung von Wiedergutmachungsberechtigen erfolgen wird und dadurch manches Unrecht revidiert werden kann. Bewaeltigung des Antisemitismus Unter dem Thema "Die Darstellung des Judentums in der Lehrerbildung und im Schulunterricht” veranstaltete der Verband Deutscher Studentenschaften (VDS) in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert- Stiftung, dem Internationalen Schuibuchinstitut Braunschweig und dem Institut für Internationale Begegnungen vom 31. Mai bis 4. Juni 1960 in der Heimvolkshochschule der Friedrich- Ebert-Stiftung in Bergneustadt eine Konferenz. Teilnehmer dieser Tagung sind Verantwortliche für die Ausbildung von Lehrkraeften, erfahrene Paedagogen, zukünftige Lehrer, Vertreter der Kultusverwaltung und des Deutschen Ausschusses für Erziehungs- und Bildungswesen, des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie jüdische Studenten und Professoren. In einem Geleitwort des Vorsitzenden des VDS, Dietrich Wetzel, heisst es zu dem Sinn und Zweck der Tagung: Die antisemitischen Ausschreitungen der jüngsten Zeit haben vieler orts Unruhe hervorgerufen und zu einer Suche nach den Ursachen geführt, ohne zumeist über die Forderung nach “mehr Zeitgeschichte im Schulunterricht“ hinauszukommen. Der Verband Deutscher Studentenschaften hat im November 1957 und im Oktober 1959 die VVissensvermittung und Kenntnis jüdischer Geschichte in den verschiedenen Bereichen der Bildung und Publizistik in zwei deutsch-israe- Fschen Gespr.aechen darzustellen versucht. Aus diesen Gespraechen ergab sich der Vorschlag, zu einer Fachkonferenz einzuladen und auf Grund genauer Voruntersuchungen für die Praxis des Bildungsw-esens brauchbare F.mpfehungen auszuarbeiten. Aus den Gespraechen ging hervor, dass der Antisemitismus mit den Juden selbst nur sehr indirekt zusammenliaengf, sondern vielmehr Symptom von irrationalem, humanitaetsfejndlichem Denken und diesem entsprechenden gesellschaftlichen Bedingungen ist. Ohne diese .Probleme ausser acht zu lassen, wird es Aufgabe de Tagung sein, zu untersuchen, ob nicht eine Einbruchstelle des Antisemitismus darin zu suchen ist, dass von der tatsächlichen Rolle der Juden in der Geschichte einfach zu wenig oder falsches gewusst bzw. gelehrt wdrci.'Wenn das der Fall sein sollte, so bestünde der hier zu leistende Beitrag zur Bewaeltigung des Antisemitismus darin, zu zeigen, auf welche Weise im Bereich der Erziehung dem abgeholfen werden kann. Es sollen Vorschlaege erarbeitet werden, die den Universitaeten und Paedagogischen Hochschulen, den Institututionen der Erwachsenen- und der Lehrerfortbildung, den Schulbuchautoren und deren Verlegern unterbreitet werden koennen. Auf der Konferenz sollen folgende Kommissionen gebildet werden: Kommission 1: Die Darstellung des juden- ECHO - Verlag und Redaktion erreichen Sie telefonisch unter 6080 Unter dieser Telefon-Nummer stehen wir unseren Lesern und Inserenten jederzeit zur Verfügung! tums in Lehrbüchern für Geschichte (Leitung: Prof. Dr. Anton J. Gail, Koein, und Dr. Willy Jaitner, Koeln); Kommission II: Das Bild des Judentums in den Religionsbüchern beider christlicher Konfessionen (Leitung: Pater Dr. W. Eckert, Albertus-Magnus- Akademie, und Oberkirchenrat D. H. Kloppenburg, Dortmund); Kommission III: Die Wissensvermittung von Judentum und Antisemitismus in der Lehrerbildung an den Universitaeten und Paedagogischen Hochschulen (Leitung: Prof. Dr. Dietrich Goldschmidt, Berlin); Kommission IV: Wirklichkeit und Moeglichkeiten der Behandlung von Fragen des Judentums und des Antisemitismus in der Erwachsenenbildung und Lehrerfortbildung (Leitung: Stadtschulrat Max Buchheim, Goettingen) Kommission V: Erarbeitung einer kritisch kommentierten Bibliographie für Lehrer und Studenten (Leitung: Dr. H. Vogts, Hamburg). Die Gesamtleitung der Konferenz liegt bei Prof. Dr. G. Eckert (Internationales Schulbuchinstitut Braunschw'eig) und Dr. Ekkerhart Krippendorf (Ratingen). Das Schwergewicht der Arbeit auf dieser Tagung iiegt bei den oben gennanten Fachkommissionen. Vorbereitete Untersuchungen und Materialien sollen die Konferenzteilnehmer in die Lage versetzen, die gegenwaertige Situation auf diesem Gebiet der Paedagogik und Lehrerbildung zu analysieren. Die Kommisionen sollen auf dieser Grundlage konkrete Aenderungs- und Verbesserungsvorschlaege erarbeiten. Diese werden zusammen mit den von den Kommissionen geprüften Vorunteruchungen — moeglicherweise in Form einer Auswertungsvorschrift — den zustaendigen Stellen und der interessierten Oeffentlichkeit vorgelegt /INI! R/MiDE HAKENKREUZFAHNEN GRUESSEN ADENAUER Bei seinem Besuch in Tokio erlebte Bundeskanzler eine peinliche Ueberraschung. Wohlorganisierte Massen griissten den deutschen Staats- Chef auf den Strassen mit einem Wald von I lakenkreuzfaehnchen. Wie war dies moeglich? In Japan glaubte m,an den Bundeskanzler zu ehren durch die Hakenkreuzfahne, da recht viele Japaner wissen, dass Adenauer Exponent des Antikommunismus ist, anderseits aber rechtsradikale Stroemungen in der Bundesrepublik duldet. Daraus schlossen die schlauen Japaner, dass sich in Westdeutschland kaum etwas geaendert habe und das Hakenkreuz noch immer das Symbol der Bundesrepublik sei. Fatal, dieser Haken mit den Faehnchen... WECHSEL DER GESICHTER Bei seinem letzten Besuch in Europa nahm Albert Schweitzer im Kreise seiner Freunde an einer Unterhaltung teil, die sich mit Problemen der menschlichen Physiognomie befasste. Der grosse Menschentreunu gab dazu folgende ungemein einleuchtende Erklaerung: "Mit zwanzig Jahren hat ein jeder das Gesicht, dass Gott ihm gegeben hat; mit vierzig das Gesicht, das ihm das Leben gegeben hat: und mit sechzig das Gesicht, das er verdient”. DIE WERBUNG IM INTERNATIONALEN VERGLEICH Bei einem Vergleich der Werbeaufwendungen verschiedener Laender, so zeigen die jetzt vorliegenden Zahlen für 1958, halten nach wie vor die USA mit 8,5 Mrd. Dollar die Spitze. Danach folgen Grossbritannien (673 Mill. Dollar), die Bundesrepublik (510 Mill.), Kanada (379 Mill.), Frankreich (234 Mill.), Japan (173 Mill.), Italien (163 Mill.) und die Schweiz (122 Mill.). An 10. bis 12. Stelle stehen Schweden (89 Mill. Dollar), Belgien (67 Mill.) und die Niederlande (57 Mill.). Daenemark, den 15 Platz besetzend, gibt 34 Mill. Dollar für die Werbung aus, Norwegen, an 18 Stelle, 12 Mill. und Israel als 21. Stelle 2,4 Mill Dollar. 500 000 SKLAVEN IN ARABIEN Eine junge Sklavin kostet heute 200 bis 400 Pfund, waehrend eine alte Negerin schon für 40 Pfund zu haben ist. Diese Feststellung traf der Sekretaer der Gesellschaft gegen die Sklaverei, Commander Fox-Pitt, der in London -über die Skiaven-Maerkte in Saudi-Arabien berichtete; Er teilte mit, dass der grosse Wohlstand, der in Saudi-Arabien durch die umfangreichen Oelfund hervorgerufen worden sei, auch zu einer Ausweitung des Sklavenhandels geführt habe. Piri sagte, dass die Sklaven vor allem in den Doerfem des britischen Protektoratsgebietes in Arabien von organisierten Gruppen gefangengenommen und meistens auf dem Sklavenmarkt von Bureimi verkauft würden. Andere Sklaven kaemen aus Aequatorialafrika und würden haeufig als Pilger getarnt nach Arabien geschmuggelt. Nach den lezten Berichten gebe es in Arabien rund 500.000 Sklaven. DER KLEINSTE LAUT¬ SPRECHER DER WELT Eine amerikanische Radiofirma hat ein Geraet herausgebracht, dass sie mit Stolz den kleinsten Lautsprecher der Welt nennt. Der Lautsprecher hat eine Groesse von sechs mal sechs Zentimeter und etwa 2,7 Zentimeter in der Iiete. Seine Klangqualitaet soll Gerneten normaler Groesse in keiner Weise nachstehen.

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