Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 224 (15.5.1960)
- Date
- 1960-05-15
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4. 4 i DAS ECHO > > 1$. Mai 1960. Nachrichten aus Israel DIE ISRAELISCHE "Es ¡st zweifelhaft, ob die moralische Staerke der Israel-Armee genügt haette, um den Staat vor dem arabischen Angriff zu retten, wenn nicht rechtzeitig — unmittelbar n a c h Beendigung des zweiten Weltkrieges — Schritte unternommen worden waeren, etwa drei Jahre vor der Unabhaengigkeitserklaerung, um dieses Ereignis vorzubereiten und mit zwei wichtigen Elementen auszustatten: 1. L):e Erwerbung vollstaendiger und moderner Waffenfabriken. 2. Urossangelegte Kaeufe in verschiedenen Laendern Ost- und Westeuropas aller Art leichter und schwerer Waffen, die für eine regulaere Armee zu Land, in der Luft und zur See benoetigt werden Diese Feststellung machte Ministerpraesident David Ben Gurion, bei einer festlichen Sitzung der Knesseth, anlässlich des zehnjaehrigen Geburtstages des Staates Israel, am 22. April 1958. Heute ist die israelische Waffenindustrie, vermutlich der groesste industrielle Konzern im Lande, der regelmaessig tausende von 'Arbeitern beschaeftigt. Aber der Mann auf der Strasse hoert schwerlich jemals etwas darüber und ist gewoehnlich voellig erstaunt, wenn er bei seltenen Gelegenheiten von den technischen Leistungen dieses Zweiges hoert. Was zeichnet nun “TAAS” — unter diesem Namen ist die Waffenindustrie Israels bekannt — von Waffenfabriken in anderen Laendern aus, und wodurch ist sie in die Lage versetzt, in einer kurzen Zeit solche Dimensionen zu erreichen und einen so hohen Grad von Leistungsfaehigkeit? Es scheint, dass die Waffenindustrie Israels, zum Unterschied der anderen Laender, grossen Wert auf organisatorische Einheit legt und auf nahen Kontakt zwischen den Menschen, die Waffen und Munition erfinden und denjenigen, die sie fabrizieren. So sind Forschungslaboratorien und der Produktionszweig der israelischen Waffenindustrie Teile ein und derselben organisatorischen Einheit. Diese Tatsache setzt den Experten, der mit der Produktion der Waffen vertraut ist, instand, den Experimenten zu folgen, die noch waehrend des Entwicklungsstadiums durchgeführt werden. Daraus folgt, dass der Ingenieur in der Waffenfabrik eine gründliche Kenntnis der Waffenfabrik eine gründliche Kenntnis der Waffen gewinnt, noch bevor sie zu Produktion übergeben werden, und diese Tatsache ist von entscheidender Bedeutung für die Qualitaet des Produktes und die Leistungsf.aehigkeit in der Produktion. Ein anderer Faktor in der schnellen Entwicklung der Waffenindustrie Israels und ihren hohen Standard ist der Verantwortungsgeist und d i e Hingabe, womit in den Unternehmungen gearbeitet wird. Ein anderer anreizender Faktor ist die israelische Verteidigungsarmee selbst — ihre staendigen Verbesserungen der Kampfmethoden und ihre Forderungen nach einem hohen Standard der Produktion. Die Armee hat an “TAAS” immer hohe Anforderungen gestellt, denen “TAAS” auch inmer gewachsen war. Dieses gemeinsame Band zwischen “Konsument” und “Produzent” ist eines der Geheimnisse des Erfolges der Israel-Waffen-Industrie. “TAAS” bringt nur erstklassige Waffen heraus. In der Zeit, die dem Sinai-Feldzug voranging, wurde die Produktion von “TAAS” fast verdreifacht, obwohl nur eine 50-prozentige Erhoehung in der Anzahl der Arbeiter erfolgt. Das prinzipielle Problem, dem sich “TAAS” gegenübersieht, besteht darin, die Produktion so zu balancieren, dass die Arbeiter, die in der Industrie benoefigt werden, nicht von Schwankungen der Beschaeftigung berührt wie.-den. Ein Mittel dafür war, Gebrauchsar- WAFFENINDUSTRIE tikei für den zivilen Markt herzustellen, ' die nicht durch zivile Unternehmungen im Lande angefertigt werden, oder 1 wenn die Waren, die letztere herstelien, nicht dem erforderlichen Standard entsprechen. So hat "TAAS" kürzlich j damit begonnen, verschiedene Arten | von Maschinen zu produzieren, wie Drehbaenke usw. “TAAS" hat damit | grossen Erfolg erzielt, da es sich | herausgestellt hat, dass die von i "TAAS” angefertigten Maschinen, | sowohl in Qualitaet wie im Preis mit i- Artikeln konkurrieren koennen, die im Ausland hergesteflt werden. Eine weitere Entwickung nahm der Verkauf von Waffen ins Ausland. W.aehrend es nicht wahr ist, dass “TAAS" seine Waffen ans Ausland um 15 Prozent niedriger verkaufen kann, als sie auf den Weitmaerkten erzielt werden, wie kürzlich behauptet wurde, stimmt es. dass “TAAS” die Armee mit Waffen beliefern kann, die 15 Prozent unter den Kosten für importierte Waffen liegen Die Tatsache, dass “TAAS” in der Lage ist Waffen und Munition in einer Qualitaet! und zu Preisen zu erzeugen, die am! Weltmarkt konkurrenzfaehig sind, ist i schon an sich eine grosse Leistung.! Es ist unmoeglich, die Waffen-; industrie auf die gleiche Stufe mit anderen Fabriken zu stellen, Gewoehnlich koennen Artikel guter Qualitaet u n d zu konkurrenzfaehigen Preisen immer einen Absatzmarkt im Ausland finden, vorausgesetzt na-- tüiiich, dass keine besonderen Schwierigkeiten oder Bedingungen bestehen. Anders hegt es im halle von Waffenverkaeufen. Selbst wenn es die billigsten und besten Waffen sind, wird nicht jedes Land sie kaufen wollen. GEBURTENRÜCKGANG GEFAEHRDET ISRAEL! Die israelische Zeitung “Jedioth | Hajom” (Tel-Aviv), berichtet über I ein ernstes Problem Israels, den Geburtenrueckgang. — Das Blatt schreibt: Vor zwanzig Wochen wurde ern aufschlussreicher Bericht der Gesundheitssfelle für Mutter und Kind beim Gesunheitsministerium für das Jahr 1958 veroeffentlicht. Dieser Bericht stellt fest, dass seit 1952 im jüdischen Jischuv des Landes ein staendiger Geburtenrückgang zu verzeichnen ist (vergleichsweise betrug 1952 die Geburtenziffer 32,6 Geburten auf 1000 Personen der jüdischen Bevoelkerung, im vergangenen Jahr nur 26,4 Gej bürten). Fachleute behaupten, dass in diesem Jahr ein weiterer Rückgang feststellbar ist. Das Geburtenproblem hat mehrmals Aerzte und Wissenschaftler in j Israel beschaeftigt, die auf die Tatsache hingenwiesen haben, dass in ihm die Zukunft des israelischen Volkes steckt. Vor der jüdischen Katastrophe in Europa zaehlte das jüdische Volk etwa 18 Millionen Seelen ( (0,9 Prozent der Weltbevoelkerung). Nach der Katastrophe, bei der ein Drittel des jüdischen Volkes umkam, blieben 12 Millionen Juden auf der Welt, die nur 0,4 Prozent der Weltbevoelkerung darstellten. Ein grosser Unterschied herrscht zwischen den Geburtenzahlen der jüdischen Bevoelkerung und den Geburtenzahlen der Minderheiten im Staate, was mit ernsten Gefahren für Israel in der nahen Zukunft zusammenhaengt. Der letzte Bericht des Gesundheitsministeriums besagt, dass bei der nichtjüdischen Bevoe'lkerung die Geburtenziffer 1958 48,03 auf 1000 Seelen' ausmacht, gegenüber 46,6 im Jahre 1957. Bei der arabischen Bevoelkerung des Staates herrscht die Neigung zu weiterem Ansteigen der Geburtenziffer. Auch auf dem Gebiet der Eheschliessungen ist ein Rückgang zu verzeichnen. Waehrend 1960 noch 14,6 Eheschliessungen auf 1000 Einwohner registriert wurden, ist diese Zahl im vergangenen Jahr auf 8 zurükgegangen. Die Ausmasse der Schwangerschaftsunterbrechungen in Israel sind geradezu phantastisch. Profesor Ascher .Mann, einer der führenden Gynaekologen im Lande, hat kürzlich eine Studie veroeffentlicht, die sich auf Befragung von 100 Frauen gründete, die seine Sprechstunden besuchten. Von diesen 1000 Frauen haben bereits 210 Schwangerschaftsunterbrechungen hinter sich: 133 — einmal; 40 — zweimal; 17 — dreimal; und 20 — mehrmals. Diese Studie stellt fest, dass von den 210 Frauen 53 (d. h. 25 Prozent) weiter Kinder zur Welt brachten: 45 dieser Frauen gebaren noch ein Kind, I 62 Frauen (30 Prozent) hoerten aus eigenem Willen zu gebaeren auf, waehrend 95 Frauen (45 Prozent) unfruchtbar wurden. | Diese bestürzenden Tatsachen und | manche andere veranlassten die Funk- \ tionaere der israelischen Bewegung für üeburtenvermehrung, an deren | Spitze der Arzt Dr. Abraham Stroch-; Peyzner steht, eine gross angelegte! Aufklaerungsaktion zu starten, wobei | sie sich drei Grundziele stellen: Psy-! chologischer und moralischer Einfluss i auf weiten Schichten, finanzielle Un- I terstützung und wissenschaftliche i Forschungsarbeit. Die Angehoerigen der Bewegung für Geburtenvermehrung, die sich jetzt mit der Ausarbeitung einer umfassenden Forschungsarbeit auf diesem Gebiete befassen, haben einige Forderungen aufgesfellt, die ihrer Ansicht nach den Geburtenrückgang zum Stehen bringen koennen. Sie fordern u. a. finanzielle Beihilfe an mittellosse Paare nach der Geburt des ersten Kindes, grosse Anleihen an mittellose, aber kinderreiche Familien und Geldpraemien für jedes Kind, das dem bestehenden dritten Kind folgt. Kinderreiche Familien sollen weiter Steuererleichterungen ge- I messen”. LAND DES TU ISRAEL Der Hafen von Eilath — nunmehr von den Sieben Meeren her zugaenglich — ist nun ebenso leicht vom Hinterlande aus erreichbar. Israels Strassenbauprogramm spiegelt das doppelte Bestreben wie der, das Vergangene festzuhalten und darauf Neues aufzubauen. Zu Zeiten der Midianiter, die Joseph nach Aegypten mitnahmen, war das Land bereits mit einem dichten Netz von Kar.awanenstrassen überzogen. Spaefer benutzten die Nabateaner — berühmt durch ihre kaufmaennische Tüchtigkeit — diese Strassen zum Warentransport zwischen Aegypten und Persien. Die Überreste ihrer Handelsstaedte, Subeita und Avda, findet man jetzt noch im Negev. Das heutige Israel glaubt nun, mindestens ebensoviel leisten zu koennen wie seine Vorgaenger, und es hat in der Tat in den letzten Jahren hierin unerhoerte Fortschritte gemacht. Eine Reise durch Israel sollte man auf der Autobahn — ausgestattet mit zwei Fahrbahnen — beginnen, die den sanften Buchten der Mittelmeerküste folgt. Der unaufhoerliche Strom von Personen-, Lastkraftwagen und Autobussen, der sich auf ihrer spiegelglatten Asphaltflaeche vorwaertsbewegt, stellt ein vertrautes Bild des zwanzigsten Jahrhunderts dar. So wird es nur wenigen bewusst, dass diese Strasse, die noerdlich von Tel Aviv verlaeuft, dieselbe ist, welche in historischen Zeiten im Brennpunkt der Interessen zwischen Osten und Westen stand, als sie Verbindungsweg dreier Kontinente für Armeen, Pilgerzüge und Karawanen darstellte. Die Kav.alllerie der Hyksos sprengte auf dieser Strasse in ihrem triumphalen Aegyptenfeldzug. Über sie führte Alexander se:n Heer nach Persien und! Indien. Die roemischen Eroberer erneuerten die Strasse, nannten sie “Via Maris” — die “Meeres-Strasse” — und konnten auf ihr mit Kriegswagen schneller und leichter Vordringen. Schliesslich benutzte sie Napoleon, um nach Akko zu gelangen, wo er entsche:dend geschlagen wurde. All dies hat der Strasse ihr eigenes charakteristisches Siegel aufgedrückt: Die heilen Marmorsaeulen griechischer Tempel, die Ruinen roemischer und kreuzritterlicher Staedte, wie Appolonia und Athlit, die Festung Tel-Kasilla, welche Kioenig Salomon erbauen Hess, um die Versorgungslinie zur Hauptstadt Jerusalem, zu sichern, all das gibt stumme Zeugenschaft für Ruhm und Errungenschaften vergangener Zivilisationen. Heute gibt diese Strasse ein Bild von der dynamischen Kraft eines Volkes, dass in seine alte Heimat zurückgekehrt ist und, sie wiederaufzubauen. Die Strasse schlaengelt sich durch dichte Orangenhaine, voller betaeu. bendem exotischem Duft, und führt vorbei an blühenden landwirtschaftlichen Siedlungen. Zwischen Strasse und Küste kann man nun moderne Hotels am sandigen Strand sehen, bevoelkert von einem lustigen Gedraenge braungebrannter Menschen, die den warmen Sonnenschein gemessen und dem überall so beliebten Wassersport huldigen. Auch andere Strassen in Israel führen in die Vergangenheit und geben doch gleichzeitig Versprechen für eine grosse Zukunft. Von der Muster- Stadt Beerscheba im Negev ausgehend, in der einst Abraham lebte, wurde eilte Strasse fertiggestelt, die zwischen steilen Bergketten hindurch zum niedrigsten Punkt der Erde, nach Sa- RISMUS dom, führt. Auf ihr ziehen allwoechentlich Beduinen mit beladenen Eseln und Kamelen zum Markt nach Beerscheba. Allgemeinen wurde die Erbauung dieser schweren Strecke als hervorragende Ingenieur-Leistung anerkannt, und es wird sich gewiss erweisen, wie w;chtig sie für die Erschliessung des Toten Meeres ist Neben der Strass« von Sodom steht eine Art. Saeule, die, der Überlieferung nach, ein Ueberrest von Lots versteinerter Gattin ist, da sie an dieser Stelle dem Befehl Gottes nicht gehorchte und für diese Ungehorsamkeit bestraft wurde. Heute durchziehen ungefaehr 3000 Kilometer C haus een Israel, die zumeist das Praedikat “erste Klasse” erhalte* haben. Obwohl Israel nicht gross ist, wechselt die Landschaft dennoch bestaendig ihren Charakter, sodass eine Autofahrt durch das Land niemals «intoenig wird. Der Autoreisende »st immer in der Naehe Her luxurioesen Hotels oder komfortablen Pensionen und wird so keine BeouemUchkeit entbehren müssen. Die modernen Auto- Dienst-Stationen entlang den Hauptstrassen werden von erfahrenen Mechanikern geleitet. Alle Verkehrs- und Strassentafbln entsprechen den europaeischen Vorschriftein. Katzenaugen“ sichern und erleichtern das Nachtfahren und sind an allen schwierigen Punkten zur Vergewisserung errichtet Wie in den meisten Laendern herrscht iki Israel “Rechts!’-Verkehr. Die Geschwindigkeitsbiegrenzung für die oSfene Autobahn betraegt 70 Studenkilometer, durch bewohnte Gegenden — 40 Stundenkilometer. Eine grosse Zahl religioeser und historischen Staetten, die bisher mit dem Auto nicht zu erreichen waren, ist durch neuerrichtete Strassen für den Autoverkehr erschlossen worden. Trotz .und Besc moeglich. ten antisc Bundesref Symptom« .aengsagei ten berei "Braunbu weigepfiic Alarmzusi che Stellt brochene des Antii .ach auch ln ein es nütziic erinnern, -dem The rade selb« trachtung an Wert haben; ai republik. vor Jahr« Setzung i heute vt würde sii •deb hei;