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Das Echo · 1960-03-30 · 221 (30.3.1960) · p. [Seite 4]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
221 (30.3.1960)
Date
1960-03-30
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German
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4. DAS ECHO 30. Maerz 1960. Das Treffen Ben Gurion - Adenauer Die Wirklichkeit ist oft seltsamer als menschliche Phantasie sich vorstellen kann. Wjer vvuerde vor zehn Jahren gedacht haben,, dass solch eine dramatisch und gleichzeitig historische Zusammenkunft im Jahre 1960 zwischen dem Mann stattfinden wuerde, welcher die nationale Wiedergeburt des juedischen Volkes in einem Staat, der aus den Truemmern der Galuth und dem Blut seiner Soehne entstanden ist, symbolisiert und dem Mann, der das Nachkriegs.Deutschland verkoerpert, welches sich aus seinen Truemmern zu einem maechtigen westeuropaeischen Staat entwickelt hat, der sich bemueht, die Welt davon zu ueber zeugen, dass dieses Deutschland ein gaenzlich anderes ist? Zusammenkuenfte von sotcher Bedeutung sind im menschlichen Leben selten. Kein Wunder daher, dass dieses Zusammentreffen die Aufmerksamkeit der ganzen Welt erregt hat. Grosse politische Bedeutung Indessen war die Zusammenkunft zwischen Ben Gurion und Kanzler Adenauer auch von hoechster politischer Bedeutung. Der Ministerpraesident Israels hat eine Reise u.a. zu dem Zweck unternommen, Staatsmaenner und Persoenlichkeiten, die entscheidenden Einfluss in der internationalen Politik haben, zu sprechen und sie mit der Lage im Mittleren Osten bekanntzumachen, ihnen die Haltung Israels und seine Notwendigkeiten darzulegen und Missverstaendnisse, soweit sie Israels Beziehungen zu anderen Staaten betreffen, zu beseitigen. Es kann kein Zweifel darueber bestehen, dass Ben Gurion gewuenscht haette, auch den russischen Ministerpraesidenten, Nikita Khrustshev, zu treffen, aber dieser zeigte fuer die Zusammenkunft kein Interesse. Weder Ben Gurion noch sonst jemand in Israel uebersieht d i e Tatsache, dass sich in den Herzen vieler noch ein bitterer Kampf ueber die Frage der Beziehungen von Israel mit Deutschland abspielt. Das ist nur natuerlich. Aber ein Mann, der die hoechste Verantwortung fuer den Frieden seines Landes traegt, welches sich in einem Zustand der Blockade befindet, kann nicht zaudern sondern muss zu eine Entscheidung kommen. Eine Persoenlichkeit, auf deren Schultern die Verantwortung fuer die Sicherheit des Staates ruht, sieht sich einer gewissen konkreten Wirklichkeit gegenueber, in der Deutschland wahrscheinlich eine fuehrende Rolle spielen wird. Ob es angenehm ist oder nicht — wir muessen mit der Tatsache rechnen, dass Deutschland sich zu einem gewichtigen Faktor der Weltpolitik entwickeln wird, und dass es nicht nur sinnlos sondern sogar ein Verbrechen waere, dieser Erkenntnis auszuweichen und zuzusehen, dass sich diese Weltmacht in einen gegen Israel gerichteten Faktor auf dem Ge' biet der internationalen Politik verwandelt. Und Deutschland kann sehr wohl zu einem Gegner Israels werden, nicht nur, weil es eben Deutschland ist sondern aus dem Grunde, weil es ein grosses Land mit weitgehenden Weltinteressen ist. Deutschland kann genau so ein anti-israeliscehr Staat werden, wie Frankreich, England oder Amerika aufgrund der politisch— wirtschaftlichen Interessen, die diese Staaten an der arabischen Welt haben. Und genau so, wie der Staat Israel staendig bestrebt sein muss, seine Freundschaft zu diesen drei Weltmaechten zu staerken, genau so muss er in seinen Beziehungen Deutschland gegenueber Vorgehen. Trotz der Tatsache, dass keine diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland bestehen, ist jedem die freundliche Haltung Deutschlands Israel gegenueber bekannt. von DOV Sehr wenig Leute sind sich indessen | der wirklichen Bedeutung solcher Beziehungen fuer Israels lebenswichtigste Interessen bewusst. Man kann aber die Tatsache nicht uebersehen, dass es verschiedene Kraefte in Deutschland gibt, deren Augen bestaendig auf die arabischen Staaten mit ihren grossen Maerkten und einem weiten Feld fuer Kapitalinvestierungen gerichtet sind. Diese Kreise, die ein sie nicht sehr belastendes Gewissen haben, sehen eine Annaeherung zwischen Deutschland und Israel nicht mit guenstigen Augen an. Sie scheinen nur auf den Moment des Abschlusses der Reparationszahlungen zu warten um eine Trennung der Beziehungen mit Israel und ein festeres Band mit den arabischen Staaten zu fordern. JOSEPHI Adenauers Ankuendigung b'egruesst Menschen, welche nicht die Verantwortung fuer das Wohl Israels auf ihren Schultern tragen, moegen solcher Eventualitaet gegenueber unbesorgt sein. Vielleicht sind sie sich dessen nicht bewusst, dass wir, wenn wir die Beziehungen mit DeutschLandland vernachlaessigen, viel mehr als dies aufs Spiel setzen. Aber diejenigen, welche die Wjichtigkeit freundlicher Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel verstehen, muessen zweifellos die Erklaerungen Adenauers nach seiner Zusammenkunft mit Ben Gurion, dass die Zusammenarbeit und Unterstützung Israels seitens Deutschlands auch spaeter fortgesetzt wird, mit groesster Befriedigung vernommen haben. Die Soviet-Propaganda bemueht sich, das Zusammentreffen Ben Gurions mit Adenauer mit internationalen Betrachtungen zu verknuepfen. Die Besprechung wird als eine israelisch-deutsche Machination gegen die politische Entspannung der Welt dargestellt. Dies ist nicht nur laecherlich, es ist boeswillig. Das Volk in Israel rueckt nicht nur von solch boeswiLliger Propaganda ab, sondern begruesst im allgemeinen die- Begegnung der beiden Staatsmaenner, wenn auch ohne besonderen Enthusiasmus. Fis ist politisch reif genug, um zu begreifen, dass es sich hierbei um eine historische Notwendigkeit handelte. Das Volk akzeptiert die politische Linie der Regierun, welche besagt, dass man zwar die Vergangenheit nicht vergessen muss, dass es aber, besonders fu«r die wirtschaftliche und Sicherheits-Lage des Staates notwendig ist, die Beziehungen mit Deutschland auf diesen Gebieten so eng wie moegiich zu gestalten. Wie von zuverssigen Quellen .verlautet, ist das Resultat der Unterredung zwischen den beiden Ministerpraesidenten von groesstem Wert fuer Israels Interessen auf diesen Gebieten. Deutschland - Israel ISRAEL IM SCHULUNTERRICHT Eine wissenschaftliche Untersuchung über die Darstellung des Judentums und Israels in der Lehrerbildung, im Schulunterricht und in deutschen Lehrbüchern führt der Verband Deutscher Studentenschaften (VDS) ¡n Zusammenarbeit mit der Friedrich- EbertiStiiftung und dem Institut für ■ Internationale Begegnung durch. Auf! Grund der Ergebnisse dieser Untersuchung soll Anfang Juni eine Fachkenferenz unter Beteiligung der Hochschul- und Schulverwaltung, von Professoren, - Lebaern und fjoz'alwissenschaftlern Vorschlaege für die Praxis über die Darstellung des Judentums und Israels im Bildungiswesen ausarbeiten. Der Plan zu dieser Untersuchung und zu der Konferenz wurde bereits im Oktober 1959 auf dem zweiten deutsch-israelischen Gespraech ausgearbeitet, zu dem cfer Verband Deutscher Studentenschaften eingeladen hatte. Nach Ansicht des VDS kommt es darauf an, in systematischer und langfristiger Arbeit Voraussetzungen in unserem Bildungswesen zu schaffen ,die ein Aufkommen antisemitischer Haltungen von vornherein verhindern. Der Verband hatte seit 1957 auf zwei deutech-israelischen Gespraechen bereits darauf hingewiesen, dass der Darstellung des Judentums und Israels in der Lehrerbildung, im Schulunterricht und in den Schulbüchern staerkere Aufmerksamkeit zu schenken sei WIEDERGUTMACHUNGSABKOMi- MEN MIT ISRAEL Der Bundesminister für Wirtschaft teilt mit: Die für das Abkommensjahr 1960 anstehende Jahresleistung aus dem Wiedergutmachungsabkommen mit Israel wurde am 3. Maerz 1960 in einem Protokoll zwischen einer Delegation der Bundesrepublik und einer Delegation des Staates Israel unveraendert mit 250 Mill. DM festgelegt. Das Wiedergutmachungsabkommen ist damit zu etwa zwei Drittel durchgeführt. WENN REISEN DANN DURCH ► i EXPRINTER IHRE PASSAGEN ► i >.< y i y i y i fuer Flugzeug, Schiff oder Eisenbahn IHRE HOTEL - RESERVIERUNGEN < besorgt Ihnen schnellstens, zuverlaessig * und preisguenstig t ij«victo MUMDiAt oi vum ' EXPRINTER LA PAZ Camacho fEdif. 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