Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 221 (30.3.1960)
- Date
- 1960-03-30
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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30. Maerz I960. “DAS ECHO?? 5. “..so wurden wir Judenfreunde” Unser Artikel in der vorangegangenen Ausgabe “Was geht in der deutschen Kolonie vor?” und die übrigen in dieser Ausgabe auf nazistische Abwehr abgestimmten Artikel, haben uns eine grosse Anzahl von Gratulationen und Beschimpfungen eingebracht. Dieser Artikel hat so breite Wellen geschlagen, wie selbst wir es nicht erwartet haben; in sehr vielen bolivianischen Circein, in den Kreisen anderer Kolonien aber vor allen innerhalb der deutschen Kolonie, war für viele Tage der Echo-Artikel das souveraene Thema, ln Parenthesis: Von gewissen Kreisen wurden methodisch Exemplare aufgekauft und — da diese sehr rar wurden — Bs. 10.000 und mehr für ein Exemplar bezahlt. Der journalistische Effekt unseres sozial-kritischen Artikels über Vorgaenge innerhalb der deutschen Kolonie von La Paz war ein profunder, An den Redakteur des Judenblattes "Jäoho" OOOOqOOOOOOOOÖuOOOOOOOOOOOuJUOUOOOOUuuUOO Das Scho als Anwalt fuer deutsche Belange - ea Ist zum Lachen! Uns ehrlichen Deutschen kotzt Iure Juedische Gefuehlsduselei an, wie auch die völlig verjudete Demokratie in Bonn! Kuemmern Sie sich nicht um uns, wir wissen was wir zu tun haben! Kehren 3i e erst einmal vor Ihrer eigenen Tuer, in Ihrer Kolonie ist bestimmt nicht alles in Buttert Wenn Sie weiter so kess sind, weiden Sie Ton uns eine Abreibe bekommen).* die Ihnen 3e.it.1 ebeng schmerzen duerftell1 Einer von der deutschen Kolonie in La Pa* fuer Viele EINER DER ANONYMEN BRIEFE die bei uns entgingen. Aus diesem Schreiben ist die unverfaelschte Nazi- Mentalitaet zu erkennen, die Hass auastroemt und sich klar zum Anti- Demokratismus bekennt. Aus dem GENERAL AVIDAR BESUCHT LA PAZ Eine der stark profilierten Persoendichkeiten Israels, General Josef Avidar, wird in diesen Tagen La Paz. ¡besuchen. Ueber die Persoenlichkeit von General Avidar ist in kurzen -Zuegen folgendes zu sagen: Avidar wurde am 7. Mai 1906 in «der Ukraine geboren. Seit frühester Jugend ueberzeugter Zionist und Kaempfer fuer zionistische Ideale. Im Jahre 1925 wanderte Avidar nach Eretz aus, wo er sich der Hagana anschloss und bald dort in fuehrender Stellung stieg. Im Jahre 1931 wurde ihm bei einer mi- Titaerischen Aktion durch eine Granate der rechte Arm abgerissen. Als Militaer und Organisator bewaehrte sich in Israel bestens Josef Avidar, sodass es das vollste Vertrauen von Behöer. ,den und Menschen fand. Im Jahre 1948 gehoerte Avidar zu 'den ersten Generalen, die ernannt wurden. Bis zum Jahre 1955 wirkte er als Mitglied des Generalstabes und wurde einer der grossen Baumeister des erfolgreichen israelischen Heers. Im Jahre 1955 ernannte ihn die israelische Regierung zum Botschafter fuer Moskau; diesen wichtigen und schwierigen Posten fuellte er auf das Beste aus und sein Wirken gab auch den russischen Juden neuen Geist und sinnvolle Hoffnung. Dieser bedeutende Israeli unternimmt z.zt. gemeinsam mit seiner geistig bedeutenden und schriftstellerischpaedagodisch erfolgreichen Gattin Iemi na (geb. in Wilna) eine Reise durch sueüamerikanische Laender. Es ist fuer den Jischuv La Paz eine Freude. General Avidar als Gast begruessen zu koennen. Am 7. April 12 Uhr wird er auf der Panagra-Pista empfangen werden. Am Freitag, den 8. (abends 18.30 h) nimmt General und Ex-Botschafter Avidar mit seiner Gattin am Gottesdienst teil, Sonnabend um 21 h wird er den Macabi besuchen wo er einen Oneg Schabbat abhalten wird. Am gleichen Tage findet um 21 Uhr im Theatersaal des “Circulo” ein grosser Empfang durch das “Comité Central” zu Ehren des prominenten Gastes statt, zu welchem der gesammte Jischuv eingeladen ist. Am Sonntag, den 10. April, vorm. 9.30 h findet durch General Avidor eine Heldenehrung vor dem Monument auf dem Jüdischen Friedhof statt. LA PAZ AUS DEN ORGANISATIONEN Die Federación Sionista Unida de Bolivia hat Listen erhalten von Vermoegenswerten gewisser juedischer Eigentuemer, die von den Nazis kondoch nicht geringer war der politische und moralische Erfolg dieser Arbeit, worauf es uns einzig und allein ankam. Inzwischen wurde dieser Artikel von einigen deutschen und auslaendischen Zeitungen übernommen und kommentiert; die Stellungsnahmen der Presse sind überaus interessant und behalten uns vor, diese unsern Lesern spaeter vorzulegen. Wie wir weiter oben schrieben, gingen bei uns auch nazistische Beschimpfungen auf den erwaehnten Artikel ein. Diese Schreiben waren insgesamt derart albern und schmierig, dass wir unsere Leser mit diesen verschonen wollen; von übelsten Antisemitismus im Nazi-Jargon bis zur rüden Totschlagandrohung gegen unsern Herausgeber waren diese Wische angefüMt, die niemals den Namen der Schreiber verrieten. Diese anonyme Heldenhaftigkeit ist ja typisch für antismitische Schmierfinken und Radaubrüder. Um unsern Lesern eine Probe von der Art der uns gesandten Pamphlete zu geben, veroeffentlichen wir ein solches faksimiliert Aber was uns sehr viel wichtiger war, waren die zahlreichen herzlichen Schreiben aus christlichen und jüdischen Lagern auf Grund unserer Voroeffentlichung. Aus Raumgründen wollen wir nur je eine christliche und jüdische Stimme publizieren:; | .; |' . “Ihre Ausgabe 220 hat mich erschüttert. Das Testament von Dr. Ley bewies, dass Antisemitismus zur Reule führen muss. Aber auch Ihre Schilderung über die Zustaendte in unserer deutschen Kolonie waren sehr wissenswert. Ich habe mein Exemplar vielen Menschen zu lesen gegeben, die wie ich, von dem Inhalt erschüttert wurden. Es draengt mich Ihnen zu sagen, dass ich nicht immer ein Judenfreund war. Die mehrfache Lektüre Ihites ausgezeichneten “Echo” hat mich geaendert, sodass ich aufrichtig sagen darf, dass ich und meine Frau heute treue Judenfreundte sind. Für Ihre grosse Aufkkterungsarbeit haben wir Ihnen allerherzüchst zu danken”. (Eingegangen aus La Paz am 19. Maerz 1960. Namen und Wohnung des Einsenders sind der Riedaktion bekannt). “Wer es mit dem Judentum ernst meint, weiss Ihre tapfere Arbeit zu schaetzen. Ihre stets mutige Sprache, Ihr Kampf für jüdische Interessen, der wirklich edel und selbstlos ist, verdient unser aller Dank! “Das Echo” ist heute in Bolivien di« einzige jüdische Einrichtung, die entergisch und rücksichtslos etwas für jüdische Dinge tut! Wer ein Gefühl für jüdische Würde hat, der ist 100 % ig Ihrer Meinung betr. Ihres famosen Artikels über die antisemitischen Vorgaenge in der deutschen Kolonie ¡n Bolivien. Es ist wunderbar, dass Sie ais Einzelner so vie] für dite jüdische Sache leisten koennen! Ihr Blatt ist geradezu ein Segen für den Jischuv von Bolivien!” (Eingegangen aus L« Paz am 18. Maerz 1960. Namen und Wohnung des Einsenders sind der Redaktion bekannt). Wir freuen uns über diese Schreiben und über die vielen anderen freundlichen Aeusserungn, die unsere Arbeit für die jüdische Sache bejahen. Dieses Lob wird uns Ansporn sein, unsere positiv-jüdische Linie konsequent weiter zu verfolgen. Redaktion DAS ECHO. Jischuv fiziert und bisher von niemand reklamiert wurden. Es fallen hierunter Schuldbuchforderungen, Schuldverschreibungen, verzinsliche Anleihen, Schatzanweisungen, Lebensversicherungen, ferner Pelze, Teppiche, Schmuck, Gold und Silber; ausserdem in Lodz beschlagnahmte Sachen und Umzugsgut, welches im Hamburger Hafen konfiziert wurde. Es koennen sowohl die rechtlichen Eigentuemer wie auch deren Erben ihre Reklamationen einreichen. Die Anmeldefrist laeuft aber in Kuerze ab. Die Listen koennen bei Herrn José Winkler, Casa “Juho”, Calle Yanacocha taeglich »ingesehen werden. Der “Circulo Israelita” bittet uns um' Bekanntgabe, dass der BIKUR CHAULIM jetzt von Herrn Matys Rechtzaid geleitet wird. Alle dem Bikur Chaulim im Circulo Israelita betreffende Faelle wolle man Herrn Rechtzaid vortragen, jederzeit zu erreichen in der Casa “Retex”, Calle Ayacucho 326 Am Sonntag, den 13.3. erfreute der Scpro-Vorstand die Insassen das Altersheimes und einige geladene Gaeste mit einer sehr gelungenen Purimfeier, die von Eduard Lachs geleitet wurde und auf der Fernando Rothstein über den Sinn des Purimfestes sprach. Der neue Vorstand der SOPRO setzt sich wie folgt zusammen: Eduard Lachs, Praesident, Dr. K. L. Aller¬ American Life Insu rance Cia4 yVifmington, Delawa re."ü.lÀ. hand, 1. Vicepraesident, Enrique Herzog, 2. Vicepraesident, Emanuel MueLler, Tesorero, Herbert Neufeld, Pro- Tesorero, Fritz Hohenberg und Frau Bensinger, Asistencias sociales. Auf Einladung des “Institut Cultural Boliviano-lsraeli” hielt am 28. Maerz der bekannte Musicologe Flavio Machicado einen Vortragsabend über “Georg Friedrich Haendel” in Verbindung zu seinen Beziehungen zum Judentum. Machicado hielt ein Referat welches auf gründliches musikwissenschaftliches und literarisches Studium beruhte und viele interessante Einzelheiten aus dem Leben dieses bedeutenden deutschenglischen Komponisten brachte. Sein Vortrag wurde wirkungsvoll ergaenzt durch gut gewaehlte musikalische Proben aus den Werken von Haendel CLUB MACABI Loayza 149 Telefon 7731 Das gute MITTAGS - u. ABEND - ESSEN (Memi und a la Carte) NACHMITTAGSKAFFEE J Al’e erlaubten Spielte. £ Seperate Raeume £ % IHRE Gaststætte: X ♦ CLUB MACABI! ♦