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Das Echo · 1960-03-30 · 221 (30.3.1960) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
221 (30.3.1960)
Date
1960-03-30
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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30. Maerz 1960. ‘DAS ECHO > 5 3. Arbeit als Grundbegriff des Judentums Ven SCHALOM BEN-CHOR1N Es ist das Verdienst eines Mannes aus dem sogenannten alten Jischuw in Jerusalem, Jakob Gelüs, durch eine Forschungsarbeit über “Die Arbeit als Grundbegriff des Judentums” dem Vorurteil entgegengetreten zu sein, dass es in Israel keine der europaeischen Tradition entsprechende Grundlage für eine Arbeitsmoral gaebe Die Jerusalemer Stadtverwaltung hat in ihrem internen Organ “Jachdaw” diesem Essay Raum gegeben, um Iso firn iKreise der staedtischen Arbeiter und darüber hinaus dem Gedanken der Arbeitsmoral neuen Auftrieb zu geben. “Müssiggang laest den Koerper er. schlaffen, führt zu Langeweile und (damit zu üblem Geschwaetz und ist eine Leiter zum Satan und seinen Gesellen”. Mit diesem V'ermaechtnis aus dem Testament des Maimonides beginnt die Untersuchung und zeigt, dass die Missachtung des Müssiggangs auch ihren gesetzlichen Niederschlag rand: “Müssiggang, Würfe] und Karten machen einen Menschen sogar als Zeugen (vor Gericht) untauglich”. Lekach tov des Rabbi Abraham Jigal. ters und betonen, dass sich der Mensch durch die Arbeit vom Tier unterscheidet. Interessant ist hier der Gegensatz zum Cristentum. Vor allem die protestantische Theologie hat oft betont, dass die Arbeit im Zeichen der Sünde und de Fluches steht: “Verflucht sei der Acker, um deinetwillen. Mit Mühsal sollst du seine Früchte essen ■alle die Tage deines Lebens”. (Gen. 3.17). Und waehrend das Neue Testament sagt: “Sehe die Voegel in den Lüften, sie säen nicht und ernten nicht, und der himmlische Vater erhaelt sie dennoch”, lesen wir in der Mischna Rosch Haschana: “Geliebt ist die Arbeit, denn siehe alle Geschoepfe, die der Heilige, gellobt sei er, geschaffen hat, wurden nicht mit Arbeit bedacht, ausser nur der Mensch”. Und so sagte Rabbi Meir: “Hast du je einen Loewen graben gesehen, einen Hirsch machen gesehen, einen Fuchs pflanzen oder irgend ein Tier eine Arbeit verrichten, und siehe, sie ernaehren sich dennoch ohne Arbeit, aber der Mensch ernaehrt sich nicht ohne Arbeit, nicht wei] er weniger die Mechiltha d. R. Schimon Bar Jochai. Dieselbe Mechiltha bringt auch die Eroberung des Landes Kanaan mit d,pr Arbeit in Zusammenhang, indem s sich auf den Vers stützt: “Dama^ baute Josua...” (Jos. 8,30). Auch aus den Richtern und Propheten-Büchern werden aehnliche Anhaltspunkte gewonnen. Nach Jirkej de Rabbinan gehoerte die Arbeitsscheu zu den fünf Sünden der Voelker Kanaans, um derentwillen s?e das Land einbüssten. Die Arbeit ist nicht nur um des Gewinnes willen da, sondern wird als Selbstzweck aufgefasst, denn das Gebot: “Sechs Tage sollst du arbeiten”, ist eben” so verbindlich wie seine Fortsetzung, die das Ruhen am siebenten Tage befiehlt. Diese Auffassung findet sich in zahlreichen rabbinisehen Quellen, jeder -Grundbesitzer soll selbst arbeiten. Achtmal erwaehnt die Thora, dass der Mensch sechs Tage zu arbeiten hat, und die Rabbiner betonen, dass er nicht nur selbst arbeiten muss, sondern auch siggang unter allen Umstaenden zu hassen Auch der “heilige Müssiggang” ist m. ht geschaetzt, die Kontemplation, d.: sich nur auf das Studium der , ..ora beschraenken will, ln diesem Zusammenhang steht das berühmte Wort des Rabban Gamliel (Aboth 1,2: “Schoen ist das Studium der Lehre, gepaart mit der Arbeit” (Thora im Derekh'-Erez). Ergaenzend ist hier an das Wort des Rabbi Elieser zu erinnern, dass der Mensch zwei Haende habe ,eine für die Thora und eine für die Arbeit. Damit man nicht sagen koenne, dass das Studium der Thora die ganze Zeit okkupieren müsse, setzt z. B. der M. Thanchuma (zum Abschnitt “Beschalach”) fest, dass es genüge, taeglich vier Halakhoth zu lernen. Auch die Ansicht, dass der Sommer der Feldarbeit, und der t'Wfnter dem Thora-Studium zu widmen sei, findet sich. Ueberhaupt wird der Landwirtschaft der Vorzug vor allen anderen Arbeiten gegeben (Jebamoth 63). Eine eindrucksvolle Liste zeigt, dass die Weisen der früheren Gene- SONDERNUMMER DES Am 25. April 1960 erscheint die ECHO: Festausgabe 12 JAHRE STAAT ISRAEL Ein Bekenntnis zu Israel und seinen Bürgern! Wir bitten auch SIE um Einschaltung Ihrer GLUECK WUNSCH ANZEIGE in dieser Festnummer mit internationaler Verbreitung! 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Die Rabbiner verbreiten sich über die Rolle Adams als des ersten Arbeiwert ist als die Tiere, sondern weil die Arbeit geliebt ist”. Es besteht die Pflicht zur Arbeit, selbst wenn man materiell darauf nicht angewiesen ist: “Rabbi Jeremia sagt: Die Arbeit rettet die Seele”. Und das beliebte Volksbuch des Rabbi Jizchak Aboab, “Der ‘lichtspendende Leuchter” vermerkt, das nur die Arbeit den Menschen vollendet. Das Land der Verheissung wurde Abraham nur gegeben um der Arbeit willen. In Mesopotamien herrschte die Faulheit, von der sich Abraham abgestossen fühlte, waehrend er in Kanaan fleissige Arbeiter fand und deshalb sollte er an diesem Lande Anteil haben (Aboth d. R. Nathan). “Erst nachdem Jisrael das Heiligtum mit seiner Haende Arbeit vollendet hatte, liess sich dort die Herrlichkeit Gottes nieder”, vermerkt SW VUELE POR KLM «I UNICO SERVICIO directo desde LIMA X BERLIN HAMBURGO * BREMEN DUSSELDORF «el HANNOVER COLONIA FRANKFURT MUNICH etc. é ían *°cii 0,0 ,ie9ar vía KlM iDJíllÉñl 3H ¿a ~jP^W i Poro má» informe» i $u A9*nóo Üe Viaje» o _ ®ü KLM . . telf 5701 msm seine i\maer eine produktive Arbeit lehren müsse. Den kategorischen Imperativ des Judentums: “Waehle das Leben” (Deut. 30) erklaert der jerusalemische Talmud dahin, dass man seine Kinder ein Handwerk lernen lassen moege, damit sie zu leben haben. Wie ergreifend ist das Wort des Rabbi Schimon: “Wie gross ist die Arbeit, dass sogar der Hohe Priester am Jom Kippur das Heiligtum nicht ohne den Dienst (Aboda) betreten darf, aber die Arbeiter dürfen jederzeit (zum Zwecke der Reparatur) das AMerheiligste betreten”. Dieser Gedanke wurde bekanntlich von Raw Kood dahingehend variiert das die Chaluzim das Heilige Land noch vor den “Priestern” betreten. Zahlreiche Belegstellen werden dafür beigebracht, dass der Müs- ***** A A A A JtA AAA, pationen tatsaechheh -praktische Berufe neben ihrem rabbinischen Lehramte ausübten. Gerade die berühmstesten Faelle, Rabbi Jochanan den Schuster, und Rabbi Simon, den Schmied, finden wir hier nicht, wohl aber einen Waescher, einen Schneider, einen anderen Schuster, ja auch einen Tageloehner und Feldarbeiter, der über Fragen der Thora waehrend seiner Arbeitsstunden nicht sprechen wollte, um so den Arbeitgeber nicht zu sch.aedigen. Man sieht also, wie tief verankert der Gedanke der Arbeitsmoral im klassischen Judentum ist. Auch hier kommt es nur darauf an, traditionelles Erbgut wieder im Volksbewusstsein lebendig zu machen. Keine neuen Ideen tun uns hier not, sondern “das alte Wahre, fass es an”. ORIGINAL “Eau de Cologne 99 VON DER AELTESTEN BESTEHENDEN EAU DE COLOGNE — FABRIK! Alleinvertrieb fuer Bolivien: HANSA LTDA. -*ryr*

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