Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 220 (11.3.1960)
- Date
- 1960-03-11
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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160. 15. Maerz 1980, DAS ECHO 5. g eines Antisend, den edingun- Judeu n koenwieder >am, das Neuerlie diese erbreitet, hr zu saun klar, zu be- |E WELT mitzutun? enn nicht. Ich habe getan und gewiesen. Venn & lickweisen. (atastrophe Wien. Judenproisund wir«*. Vorteil da* roblem für allenw ¡einer jf» ¡rnde L0*5 das Jude"' Plan Wj*; man "i, sagt haett^ eses einzl? iag° unterh hab's Jf i" e, die ß" erhalte» *» chen s b ist gen an Ich ',ef' Streicher -- redivivus E ne Redaktion erhaelt viel'; Zusendungen, ,auch die Echo-Redaktion erhaelt viele gute und nützliche, auch überflüssige und manchesmal toerichte Postseadungwrn. Aber was dieser Tage auf unsertn Rodiktfonstisch f*og warl eine Sonderheit: ein Packen wüster antisemitischer Schriften, geschrieben und gesandt von dem welttVerüchtigtem Antisem.ten Einar Aberg (aus Ncrrviken ln Schweden). Herr Aberg gehoert beka.itiich zu den eifrigsten Nazipropagandisten, dar vie' Zeit und viel Geld dafür verwendet, dass der unselige Hitlergeist nicht leinschlummert. ., . . , , ■ . Dem “Echo” schickte der Judenfresser Aberg viel und recht raitmiert zusammcngestelltes Material, bei dessen Anbick der zum Tode verurteilte Pcrnograph und Antisemit Julius Streicher vor Neid erblassen würde. Genaü im Stümer-Jargcn bringt Aberg seine Hetze, er verzichtet auf serioese Dokumentation, ,er waelzt sich im demagogischen Schmutz, brennt em Feuerwerk von antisemitischen und nationalistischen Phrasen ab — und der historisch unbefangene Leser nimmt das Blech für bare Münze. Es würde zu weit fühicn, sich mit dem Material ause nanderzusetzen, mit welchem Herr Aberg uns beglückte. Nur soviel: in einer kleinen Schrift bringt er den “Beweis dass die jüdische Behauptung, dass Hitler sechs Millionen Juden vergast haben soll, eine gros»e Lüge ist". Nach einer toflen Zahlenakrobatik kommt der Rechenkünstler zu dem Schluss: “Die ganze Geschichte von den 6 Mflionen toten Juden ist ein glatter Schwindel!*’, ln einer andern Schrift wirbt Herr Aberg für den Gedanken, “das die Juden einen neuen We tkrieg anzetteln, damit sie endgültig ihi'e Weltherrschaft .':ntreten koennen”. Die Schrift hat das schcehe Motto: Anti-Judaisten (Nationalisten) in allen Laendem, vereinigt Euch! Im uebrigen definiert der grosse Menschenfreund Aberg seinen Antisemitismus wie folgt: “Antijudaismus ist weder Judenverfolgung noch Judenhass. Antijudaismus ist die Selbtverteidigung des Individuums und der Voelker". Dümmer und brutaler kann man wohl den Antisemitismus sicher nicht charakterisieren. Selbstversaendlich haben der Sendung auch nicht Auszüge aus den famosen “Protokollen der Weisen von Zion” gefehlt, bei einer Fälschung, bei dem eben die Worte von Joseph Goebbels einfaljleln: Eine Lüge muss gross sein und konsequent vorgebracht werden, um geglaubt zu werden. Der “Jüdische Weltkongress” ist nach Ansicht von Einar Aberg die Organisationszentrale des Judentums zur Erreichung der politischen und wirtschaftlichen Weltherrschaft. Jüdischen Autoren und der jüdischen Presse bezichtigt er Worte, die selbt fuer einen Gtlossentisemiten wie Aberg, im hoechsten Masse antijüd'sch sind. ADes was jüdisch ist wird besudelt, in den Dreck gezogen, das Bild vom arischen Herrenmenschen und dem jüdischen Untermenschen wird wieder einmal in die Messen geschleudert. Selbstverstaendlich ist Aberg auch Pro-deutsch ausgerichtet (“Deutschlands Spaltung - Europas Vernichtung"), er reitet froeh'.ich gegen den Osten und charakterisiert die Kommunisten als Judenbande, er besicihimpij Sozialisten - er schimpft eigentlich auf alles, nur nicht gegen die Nazis und Faschisten. Man bezeichnet; Einar Aberg als geisteskrank; wir sind nicht dafür, ihm auf ein so billige Weise zu erledigen. Aberg ist stur und fanatisch, er hat d'e Aientalitaet ic'nes deutschen SS-Mannes, er geht über Leichen, wenn seine Idee es erfordert. Der Schwede Aberg äber ist nicht der einzige Antisemit aus Leidenschaft. Deutsche, -oesterreichische, franzoesisch'e u.a. Antisemiten b?den heute einen festen Verband, sie sind mit grossen Geldern rusgestattet, um sich intensiv der judenfe'ndlichen Werbung widir.'en zu koermen. Der Antisemitismus ist im Vormarsch! Den Nationalisten in aller We't gleht es natürlich n’cht um den paar M'^ionen Juden, es geht ihnen um Aufrichtung eines mtemeticna’en brutalen Nazi-Regimes. Mit der anttoemitisehen Parole (a Vi Hitler) fa-engt 1A PAZ GENERALVERSAMMLUNGEN Die SOPRO (Sociedad de Protección a los Inmigrantes Israelitas) hielt ihre cjiesjaherige Generalversammlung ab; der Arbeitsbericht war befriedigend und bewies, dass es auch heute noch in unserm Jischuv eine Anzahl von sozialen Fael'len gibt. Das Altersheim hat z. zt. 18 Insassen, die SOPRO führt in ihren Listen nur 150 Mitglieder, eine Anzahl die viel zu gering ist, um die gestellten Anforderungen gut zu loesen. Die finanzielle Situation ist besonders dadurch unerfreulich, da die “Claims” für 1960 nur zehn Millionen Bs. bewilligt hat, was eine Kürzung von 30% gegenüber dem vorjaehrigen Zuschuss bedeutet. Hoffen wir, dass es dem neuen Vorstand gelingen wird, sein 26-MillionenJEtat so zu balanzieren, dass die SOPRO positive Sozialarbeit leisten kann. Das Direktorium für das neue Geschaeftsjahr besteht aus den Herren Dr Allerhand, Eduard Lachs, Em. Müller, ,Neufeld, Herzog und Hohen- \ berg sowie Frau Benzinger. i I Die Generalversammlung der COi MUNIDAD ISRAELITA wickelte sich in der üblichen sterilen Form .ab. Wie stets, dieselben Gesichter, diegleichen Sprecher, sogar die gleichen Fehler (Kassenberichte) wie alljaehrlich. Das Arbeitsprogramm wies das übliche Niveau auf, an gegenseitigen Komplementen unter den Vorstandsherren wurde nicht gespart. Trotz allem war der Abend kein verlorener, da das Schuireferat sehr freundliche Perspektiven bot; wenn das Programm sich erfüllt, haette die “Comunidad” wesentliche Arbeit im jüdischen Sinne geleistet. Im Uebrigen wurde beschlossen, dass der Vorstand nunmehr auf zwei Jahre gewaehit wird, e:ne Neuerung die wir nicht gegrüssen! da dadurch die Gefahr besteht, ,dass der Kontakt zwischen Mitgliedern und Vorstand noch geringer wird. Die primitiv durchgeführte Vorstandswahl ergab: Arturo Weil, Praesident (zu 12. Mal), ferner die Herren Berkowitz, José Epstein, Loew'enberg, Carlos Melzer, M. Oppenheim, Walter Salmón, Alfredo Schwarz, Pierre Weil und Guillermo Wiener. Den neugewaehlten Vorstaenden wünscht “Das Echo” eine erfolgreiche Arbeit zum Nutzen unserer Gemeinschaft. man die Strasse, und der Mann von der Strasse ist auch heute noch leicht für antisemitische Patlolen anfaeiiig. Die |uc.en werden wieder die ersten Opfer nationalistischer Miacht sein. Wns tun die Juden, um auszuweichen, um zu begegnen, um zu kaempfen? Was leistet der Jüdische Weltkongress in dieser Hinsicht? Die Juden sehen wieder einmal mit mehr oder weniger verschraenkten Armen auf das nazistische Ungeheuer und lassen es ruhig (entwickeln! Es sieht ganz so aus, als ob die Juden nichts aus der jüngsten Vergangenheit gelernt ha'etten! Pro-Jüdische Werbung, Aufklaerung über das Verbrechen des Antisem'nsmus, den antisemitischen Biedertr.cenn'ern mit der Teufelsfratze ins Gesicht sehen und sie in ihre Loecher verjagen - das waere Leistung und Tat jüdischer Menschen und Jüdischer Organisationen in dieser Zleit! Den Fall Aberg sollte man nicht bagatellisieren. Wer die Zeichen der Zeit versteht, der hat bereits den ha.ben SHeg errungen! Der erfolgreiche und kulturwichtige Kurt Üesch-Verlag (München) übersandte uns die Sondernummer der von ihr editierten Zeitschrift “Die Kultur”, die sich mit erfreulicher Klarheit und Rücksichtslosigkeit mit den jüngsten vandalischen Aktionen des deutschen Nazis- und Antisemitismus beschaeftigt. Die Schriftleitung hielt eine Umfrage an 65 prominente Kulturtraeger mit der Bitte, sich zu den Vorgaengen zu aeussern. Diese Antworten sind sehr oft gllaenzende Analysen zur deutschen Wesensart; in diesen lebendigen, oft tiefsinnigen Ausssagen, erfaehrt der Leser über Ursachen, Wirkungen und Hintergründe des neonazistischen Treibens in Deutschland. Diese Schrift geht in vielen Teilen über den sozialen und ethischen Anlass hinaus und demonstriert eine Politik und einen Humanismus, von der wir leider noch immer recht entfernt sind. Eine besondere Bereicherung erfaehrt diese Ausgabe durch heissende Karrikaturen, treffsichere Zeichnungen und gutgesehene Fotos Eine Ausgabe, die ein kulturelles Verdienst darstellt. Die KLEIDER - KAMMER der LIGA DE DAMAS waere dankbar für Ueberlassung von gut erhaltenen HERREN- DAMEN- und KINDERSACHEN. Auzurufen 11417. T~W W V ' du 0 Herr Rabbiner Friedlaender sagte bei einer Gelegenheit u.a.: “Wir sind ein glücklicher Yishuv, denn die Mitglieder der Organisationen wissen, das die Führung in guten Haenden liegt, sodass diese oft verzichten bei Versammlungen zu erscheinen; dieses Nichterscheinen zeugt also nicht von Interesselosigkeit, sondern ist ein Vertrauensbeweis für die Vorstaende”, Gewiss, soo kann man es auch sagen! Dies ist sogar eine recht geschickte Definition für ein glattes Negativum und bestimmt eine, die Vorstandsherzen erfreut. Aber die Realitaet ist doch anders. Wir finden es nicht für gut, wenn Indolenz an jüdischer Arbeit als Moral gewertet wird. Wenn die Mitgliederversammlungen bei uns (zumindest in La Paz) so überaus miserabel besucht sind, so nicht deshalb, weil die Mitglieder derart begeistert sind von der Vorstandsarbeit, sondern einfach deshalh weit überhaupt kein Kontakt zwischen Mitglieder und Vorstandsschaft besteht Kritiken wurden in früheren Jahren bei guten Besuchen vorgebracht; die Kr.tiken waren stets fruchtlos. Unsere Vorstaende werden gew.aehlt' von einem winzigen Bruchteil der Mitglieder, sodass diese “Wahlen” durchaus kem Vertrauensbeweis für gewisse Vorstaende darstellen. Wir beurteilen das Nichterscheinen der Mitglieder bei Generalversammlungen als Demonstration der Unzufriedenheit. Herr Rabb. Friedlaender rügt die Temperamente zwischen Vorstaenden und Mitgliedern, die in andern südamerikanischen Yishuven zusammenprat'len und nennt unsere stille Arbeit einen grossen Vorzug W,o lebhaftes Gemeinschaftsinteresse besteht, da entzünden sich Temperamente, da wird debattiert und diskutiert, da nimmt man eben vollen Anteil an den Geschehnissen des Yishuvs. Unsere Vorstaende aber sind so grossartig dass man nicht über Plan und Tat zu diskutieren braucht, sie sind einzigartig und unfehlbar. Jede Kritik, auch die der Oeftentlichen Meinung, die die Presse repraesentiert, ist unerwünscht, und findet keine Beachtung In diesem Sinne wird “stille Arbeit” geleistet, aber ob diese Arbeit fruchtbar -st, sich belebend und verjüngend für die Gemeinschaft auswirkt werten wir dahingestellt sein lassen. Wenn man sagt- Unsere Menschen kommen nicht zu den Generalversammlungen weil sie eben unbedingtes Vertrauen zur Vorstandsarbeit haben, ,so ist das Sophistik - wenn man behauptet, Mitglieder kommen zu keinen Versammlungen weil diese sie langwe'len und sie wissen dass sie keinen praktischen Einfluss auf den Gang der Dinge haben so i^t das Realitaet. ’ ‘ & L«y. American Life Insurance Cia., Wilmington,. Delaware, U.S.A.