Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 219 (17.2.1960)
- Date
- 1960-02-17
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4. “DAS ECHO” 17. Februar 1960 17. Fortsetzung und Schluss unseres Artikels in voriger Nummer UMDIEJUEDISCHE ZUKUNFT Beziehungen zwischen der Regierung und der zionistischen Bewegung Die Beziehungen zwischen dem Staat und der Zionistischen Organisation sind stets verschieden interpretiert worden. Einige behaupten, dass die Schwaeche der zionistischen Bewegung der Tatsache zuzuschreiben ist, dass der Staat Israel sich nicht hinter die Bewegung stellte. Daher kommt der Erklaerung des Justizministers Pinchas Rosen, der die Eroeffnungssitzung im Namen der Regierung begruesste, besondere Bedeutung zu. Er betonte, dass der Staat Israel und die Zionistische Weltorganisation durch gemeinsame Aufgabe unloesbar mit einander verbunden sind, die darin besteht, das seit jeher ersehnte Streben des juedischen Volkes, sich in seinem Heimatland niederzulassen, zur Durchfuehrung zu bringen. Diese Partnerschaft fand ihren positiven und praktischen Ausdruck in dem Gesetz, das den Status der Weltorganisation erlaeutert und in dem Vertrag zwischen der Regierung und der Zionistischen Weltorganisation. Die Regierung ist entschlossen, im Einklang mit diesen grundlegenden Dokumenten zu handeln und gab dieser Bereitschaft erneut in ihrem “Regierungs-programm” Ausdruck, das sie der Knesseth vorlegte und das von dieser ratifiziert wurde. Die neue Konstitution Wie bereits erwaehnt, war der Hauptpunkt, um welchen es sich bei den Beratungen des Aktions-Komitees drehte, die Annahme der neuen Konstitution fuer die Zionistische Weltorganisation. Fuer eine freie Bewegung ist eine Konstitution noch notwendiger als fuer einen Staat, da eine solche Konstitution alle ideologischen Tendenzen in der Bewegung regulieren und sie auf einer gemeinsamen gesetzlichen Basis vereinen muss. Waehrend ihres sechzigjaehrigen Bestehens hat die Zionistische Weltorganisation von Zeit zu Zeit ihre Konstitution neu ueberprueft, um sie den wechselnden Bedingungen anzupassen, unter denen sie zu arbeiten hatte. Die letzte Konstitution der Zionistischen Bewegung, die bis zur jetzigen Sitzung des Aktionskomitees gueltig war, wurde vor 39 Jahren ausgearbeitet und entsprach naturgemaess nicht mehr den heutigen Bedingungen. Es ist natuerlich unmoeglich, in diesem Artikel aut alle Abaenderungen und Unterschiede einzugehen, welche die neue Konstitution der alten gegenueber aufweist. Die hauptsaechlichste Aenderung liegt in dem Paragraphen, welcher einer Erweiterung der zionistischen Organisation die Tuer in Zukunft oeffnet. Dieser Paragraph annulliert die persoenliche Mitgliedschaft in der Zionistischen Weltorganisation, die als eine Organisation fuer Millionen von Mitgliedern nicht laenger geeignet ist, sondern geht zu einer Mitgliedschaft von Organisationen innerhalb der Weltbewegung ueber. Es ist anzunehmen, dass kollektive Mitgliedschaft eher die organisatorischen Grenzen auftauen wird, welche die Zionistische Organisation in den letzten Jahren eingeengt haben und zwar dadurch, dass Einzelne sich ihr nicht anschossen, weil es fuer einen Einzelnen zu schwierig war, in dieser Massenbewegung persoenlich Ausdruck zu finden. Dies ist nicht der Fall bei einer Organisation, welche sich kollektiv anschliesst, und die ihren Weg durch Selbstbehauptung und Einflussnahme innerhalb der Bewegung, ihrer Staerke gemaess, finden kann. Die neue Konstitution, die einstimmig vom Aktions-Komitee angenommen worden ist, beseitigt die Hindernisse fuer den Eintritt juedischer Organisationen, welche den Wunsch ausgedrueckt haben, einen Platz im organisierten zionistischen Lager zu finden. Auf diese Weise wird die Zionistische Organisation in der Lage sein, die groessere Majoritaet des juedischen Volkes um den Staat Israel zu scharen und sich so eine staendige und loyale Unterstuetzung zu sichern, auf welche sie sowohl in schlimmen Tagen als auch in Zeiten der Prosperitaet zurueckgreifen kann. Im Dezember ds. Js. wird der 25. Zionistenkongress zusammentreten, und dieses Jahr bedeutet daher eine Periode intensivster Vorbereitungen und Verhandlungen mit juedischen Organisationen in den verschiedenen Laendern zwecks Beitritt in die Welt-Bewegung. Der naechste Kongress wird daher in der Lage sein, dem neuen<i>l 112 Stunden woechentlich sogenannte und erweiterten Status der Zionistischen Organisation und dem juedischen Volk Ausdruck zu geben. Juedische Erziehung in der Diaspora Zwei Sitzungen des Aktions-Komitees waren der Frage der juedischen Erziehung in der Diaspora gewidmet. Salman Schasar, der Leiter der “Abteilung fuer Erziehung und Kultur in der Diaspora” der Jewish Agency wies die Delegierten naehdruecklichst auf den Ernst der Lage in der Diaspora hin. Aus einem umfassenden Ueberblick ueber juedische Erziehung geht hervor, dass nur ca. 40% aller juedischen Kinder in Amerika in irgendeiner juedische Erziehung. Von juedisch—nationalen Standpunkt aus muss eine solche Erziehung als laecherlich angesehen werden. Sie dient nur dazu, die Eltern zu taeuschen und ihr nationales Bowusstsein zu beruhigen. Ein mehr oder weniger aehnliches Bild juedischer Erziehung zeigt sich auch in anderen Laendern der Diaspora. Juedische Erziehung muss daher die Hauptaufgabe der zionistischen Bewegung sein, wenn sie sich mit dem Schicksal des juedischen Volkes ernstlich befassen will. Die Mitglieder des Aktions-Komitess unterstuetzten Herr Schasars Ap- Form juedische Erziehung erhalten, | pell, aeusserste Anstregungen zu mawaehrend 60% ohne jeden Kontakt; chen, um die nationale Zukunft der mit juedischer Kultur, juedischen Wer-1 jungen juedischen Generation zu retten und der juedischen Welt auften. wachsen. Von den vorerwaehnten 40% j geniesst ungefaehr die Haelfte nur Moshe Hurwitz Fortsetzung und Schluss unseres Artikels in voriger Nummer JUDEN IN DES SOWJETUNION In Moskau besteht noch von den führer 28 Synagogen eine grosse Hauptsyr agoge in der Nache der Chmelnitzki - Strasse und zwei oder drei kleinere Bethaeuser in den Vororten. Die Gottesdienste finden dort ungestoert statt. Der Hauptsynagoge ist auch eine kleine Talmud - Schule angegliedert, in der 13 Seminaristen dem Thora - Studium nachgehen dürfen. Doch werden die Andaechtigen nicht mit den notwendigen Ritualien beliefert, die für einen ordnungsgemaessen jüdischen Gottesdients unentbehrlich sind, wie Gebetbücher, Bibeln, Gebettücher und Gebetriemen. Palmenstraeusse, Gesangbücher für das Pesrachfest. 1956 durfte zum ersten Male ein Gebetbuch erscheinen, das aber nur in einer laecherlich geringen Zahl von Exemplaren gedruckt wurde, die binnen weniger Tage vergriffen waren. Eine Sendung von Gebetbüchern und Bibel- Exemplaren, welche amerikanisch - jüdische Organisationen in die Sowjetunion schickten, wurde zwar nicht zurückgewiesen, ist aber nie verteilt worden. Wenn sich ein auslaendischer Besucher in die Moskauer Synagoge verirrt, so wird er sofort von einer Gruppe von Betern umringt, die nur eine einzige Frage haben: ob er nicht zufaellig ein ’"berflüssiges Bibelexempler bei sich habe, dass er ihnen überlassen koenne. In Moskau ist eine hebraeische Bibel eine Raritaet, die kaum mit Gold autzuwiegen ist. Die Synagogen erhalten natürlich keinerlei Staatszuschüsse und müssen von den Spenden der Beter unterhalten werden. Das gilt dem Buchstaben des Gesetzes nach theoretisch auch für alle anderen Bekenntnisse. Aber immerhin existieren von 46.000 christlichen Kirchen und 50000 Priestern vor der Oktober - Revolution heute noch 20.000 Kirchen mit 35.000 Geistlichen; in bezug auf Moscheen ist das Verhaeltnis wahrscheinlich noch günstiger. Es gibt eine Reihe von christlichen und muselmanischen Priesterseminaren und Akademien, die jaehrlich von Hunderten von Geistlichen absolviert werden. Es ist unwahrscheinlich, dass die Mittel hierzu allein von den Glaeubigen, ohne, vielleicht versteckte, staatliche Zuschüsse aufgebracht werden. Der orthodoxe Patriarch, der Metropolit, der Grossmufti sind staatlich anerkannte Würdentraeger, die gelegentlich an offiziellen Empfaengen teilnehmen und die Erklaerungen im Namen ihrer Kirchengemeinschaften abgeben koennen. Der Rabbiner von Moskau, I. L. Lewln, gilt zwar für die Juden als geistliches Haupt der Judenheit in der Sowjetunion, hat aber keinerlei offiziellen Status und wir amtlich nur als Rabbiner in einem Bethaus angesehen. Eine Ueberraschung erlebten die Juden in der Sowjetunion vor kurzem, als aus Anlass des hundertsten Geburtstages des jiddischen Volksdichters Scholem Alejchem, eines volkstümlichen Humoristen, der Freuden und Leiden des kleinen Mannes beschrieb und daher im sowjetischen Literaturhimmel persona grata ist, eine Briefmarke mit seinem Bildnis erschien. Auch eine Anthologie seiner Schriften in jiddischer Sprache und eine sechsbaendige Ausgabe seiner Werke wurden vom Staatsverlag herausgegeben. Viele glaubten mit einem Aufatmen, darin eine Kursaenderung zu sehen. Doch bald stellte sich das Ganze als ein Trick heraus. Von der Auflage wurden naemlich für den Verbrauch im Lande nur ganz wenige Exemplare freigegeben, die über Nacht vergriffen waren, waehrend der groesste Teil der Auflage nach dem Ausland geschickt wurde, so nach Nordamerika, Argentinien, Israel, wo Exemplare in jeder Menge zu haben sind. Man koennte diese Politik begreifen, wenn sie auf eine voellige Assimilierung der sowjetischen Juden an ihre Wirts-1 voelker hinzielte. Das widerspmeche zwar der konsequenten Linie der sowjelen systematisch verdraengt. Nur in der Atomwissenschaft scheint man vorlaeufig die Mitarbeit von Juden noch zu benoetigen. So sind die Juden wieder “Luftmenschen” geworden: des eigenenkulturellen Mutterbodens beraubt, finden sie auch keinen Eingang als voll gleichberechtigte Bürger in das Gesamtgefüge der Sowjetgesellschaft. Kein Wunder, dass die nie erloschene Sehnsucht der russischen Juden nach volklichem Eigenleben durch diese Diskriminierungen wieder Nahrung gewinnt, und merkwürdigerweise ist auch bei der Jugend eine Art national - kultureller Renaissanceprozess zu beobachten. STATISTISCHE TRICKS Die ofizielle Sowjetpropaganda laeugnet natürlich entrüstet jegliche Diskriminierung. Auf die Frage, warum es keine kulturelle Autonomie für die jüdische Volksgruppe gebe, lautet die Antwort immer, dass die nicht territorial konzentrierten Juden selbst nicht daran interessiert seien und man niemanden zu seinem Glück zwingen koenne. Um diese den Tatsachen widersprechende Behauptung statistisch zu untermauern, wird bei der Sowjetunion stattfindenden Volks zaehlung von den Befragten bei der Frage nach ihrer Volkszugehoerigkeit und Muttersprache nicht die Vorlage Infolge der Kamevaltage erscheint die naechste Echo - Ausgabe erst am 15. MAERZ I960 Anzeigen fuer diese Ausgabe werden angenommen: RANIS, gegenueber Post / ECHO - BUERO, Harrison ( Miraflores) oder TELE¬ FONISCH unter 8403 oder durch CASILLA 2217 La Paz.- tischen Nationalitaetenpolitik, welche die nationalen Eigenarten ihrer Voelkerschaften keineswegs vertuschen, sondern nachdrücklich foerdern und pflegen will. Aber es steckte darin immerhin eine gewisse Logik. Doch in Wahrheit wirkt der jetzige Kurs der Sowjetpolitik einer vollen Integration der jüdischen Bevoelkerung in den Sowjetstaat scharf entgegen. Die Juden werden aus den obersten Parteigremien, aus dem diplomatischen Dienst, aus allen mit der Landesverteidigung in Zusammenhang stehenden Institutionen, aus den Schlüsselstellungen der grossen %irtschatskonzerne, viel e auch von Universitaeten und Technischen Hochschuihres Personalausweises verlangt, in welchem ja Nationalitaet und Sprache vermerkt sind. Es ist anzunehmen, dass viele. Juden von dieser Befragungsmethode Gebrauch machen und einfach aus Existenzangst ihre Nationalitaet und Muttersprache als russisch, ukrainisch litusnisch, weiss-russisch, und so weiter angegeben werden. Denn unter den geschilderten Umstaenden hat für sie der Vermerk “Jude” im Pass keine andere Bedeutung als die des ¿eiben Flecks. Dann wird man vor dei Weltmeinung statistisch nachweisen koi nnen, dass es erstens überhaupt nur we tig Juden in der Sowjetunion gibt und dass auch diese wenigen keinen Wert auf ihre Muttersprache legen. (“Frankfurter Allgv meine”). i 1 hi üb ten kui Ze; wai so fim lerwur Fül der die Die eine We] sich gain höbe . Ai übe Pag: tikei ,V< hchk laqui Eind echte Verg sehe ter Den a»;gi ung dorf, in V reise Zu 16 g taetic ü'hu des fisch «n'al Die und End« sehen versc] Modernste Lebensversicherungsplaene durch Credinform International i