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Das Echo · 1959-11-20 · 214 (20.11.1959) · p. [Seite 7]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
214 (20.11.1959)
Date
1959-11-20
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German
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20. November 1959. ‘‘DAS ECHO” 7. TECH K U WIE ENTSTEHT AUS DER KERNSPALTUNG KEINE ANGST VOR OPERATIONEN ELEKTRIZITAETSENERGIE? An der hessisch-bayerischen Grenze entsteht bei Kahl am Main das ‘erste deutsche Atomkraftwerk, das voraussichtlich schon im naechsten Jahr Fabriken und Haushalte mit Energie versorgen wird. Dieser Strom wird also nicht aus Kohle, Wasserkraft oder Oel gewonnen. Die Waermemenge, die in einem Atomkraftwerk erzeugt wird, um in Elektrizitaetsenergie umgewandelt zu werden, entsteht dadurch, dass bestimmte Atomkerne, z. B. die des Uran (U 235), mittels “Neutronen” gespalten werden. Die dabei explosionsartig auseinanderfliegenden Atombruchstücke werden in ihrem Flug durch Anstossen an die sie umgebenden Atome oder Moleküle abgebremst, und die kinetische (-Bewegungs) Energie wird hierbei in thermische Energie umgesetzt .Die bei einer einzigen Spaltung entstehende 'Waerme ist zwar sehr gering (ca. 1/3000 Erg); infolge der astronomisch grossen Anzahl der im Reaktor vorhandenen spaltbaren Urankerne finden jedoch kontinuierlich soviele Spaltungen statt, dass ein Atomkraftwerk mehrere Millionen Watt Leistung erzeugen kann. Die durch die Kernspaltungen freiwerdende Waermeenergie wird mittels einer automatischen Regeleinrichtung staendig auf einem konstanten Wert gehalten und Umwandung in Dampf für den Turbinenantrieb nutzbar gemacht. Beim Siedewasserreaktor z. B., wo zur Abführung der 'Waerme aus dem Reaktor gewoehnliches Wasser verwendet wird, welches durch die Waermeentwicklung unter Druck siedet, kann der entweichende Dampf zum Antrieb einer Dampfturbine herangezogen werden, waehrend bei dem gasgekühlten Reaktor durch die Kernreaktionen erzeugte Waerme mittels eines Gases aus dem Reaktorkern abgeführt wird. Im letzteren Fall wird in einem Waermeaustauscher Dampf erzeugt, der wieder zum Dampfturbinenbetrieb dient. Es ist aber auch moeglich, das heisse Gas für den direkten Antrieb einer Gasturbine zu verwerten. Die Turbine, ob mit Dampf oder Gas betrieben, treibt einen Generator zur Erzeugung des elektrischen Stromes genau wie die bei konventionellen Kraftwerken der Fall ist. MONDFLUG MIT KUNSTSTOFF - RAKETE Die Vorbereitungen für d§n ersten Flug ins Weltall sind in vollem Gange. Die USA oder die USSR werden bereits in den naechsten Jahren die erste bemannte Rakete zum Mond starten, die auf ihrem Rückflüg wieder die Erde erreichen soll. Soweit es in menschlichem Ermessen liegt, soll der erste Weltraumwanderer, der dieses Wagnis unternimmt, heil und unversehrt die Erde Wiedersehen. Dies wird nicht allein von der Flugbahn der Mondrakete .abhaengen, sondern in weit hoeherem Masse von deren Materiak Die Wissenschaftler haben naemlich errechnet, dass eine in die irdische Atmosphaere eintauchende und mit einer Geschwindigkeit von 40 000 km in der Stunde dahinrasende Rakete, die in der ersten Minute bereits 480 km Stundengeschwindigkeit erreicht, durch die Lufthülle -der Erde abgebremst wird. Durch die Reibungshitze wird eine Temperatur von fast 5 000 Grad erreicht. Normalerweise haelt diese Temperatur kein Werkstoff aus, und so sind Kunststoff-Experten auf einen genialen Ausweg verfallen. Wie sie erklaerten, soll man die Oberflaeche der Mondrakete aus einem haltbaren Kunstharz, das durch Mineralfasern versteift wird, hersteilen. Die entwickelte Hitze wird dem eigentlichen Mondraketen-Koerper praktisch nicht weitergeleitet, da die Kunststoff-Oberflaeche sozusagen langsam wegbrennt und das Innere des Flugkoerpers vor Schaden geschützt wird. Die Kunststoffhülle koennte dieser moerderischen Reibungshitze standhalten, da der Weg des Flugkoerpers durch die Atmosphaere nur wenige Minuten dauert. Die Erdoberflaeche wuerde erreicht und eine Gefährdung des in der Rakete befindli- ' chen Menschen ausgeschaltet werden. NAEHMASCHINE MIT “ZAUBER-AUTOMATIK” Tausenderjei Veriabonen durch “Radio”-Skala Unter den vielen Naehmaschinen nimmt die Konstruktion der Gritzner- Kayser Zauber-Automatic eine Sonderstellung ein, da diese in Verbindung mit der “Radio”-Skaia nicht nur vollkommen automatisch und ohne weitere Handgriffe den auf diese Art eingestellten Zierstich naeht, man kann auch den Skalenzeiger vor- oder rückwaerts bewegen, wahlweise Vor- und Rückwaertssticlie entstehen lassen, Stichlaenge und Stichbreite aendern und durch das “Wunschkonzert” von 19 Grundzierstichen tausenderlei interessante Variationen und Motive hervorzaubern. Die “Zauber-Automatic” mit der “Radio”- Ska’a wird dabei genau so einfach bedient, wie ein Rundfunkgeraet, auf dem ntan seinen Lieblingssender herbeiholen will: — man dreht an einem Knopf, bis der Zeiger auf der “Radio”-Skala den gewünschten Zierstich zeigt’. Diesen naeht nun die “Zauber-Automatic” ohne weiteres Zutun. Mit der Maschine kann man aber nicht nur mit einer Nadel, sondern auch mit zwei oder drei Nadeln naehen, also auch mit zwei oder drei verschiedenfarbigen Garnen gleichzeitig arbeiten. Man kann mit ihr natürlich nicht nur alle erdenklichen Zierstiche und Zierstich-Kombinaticnen ein und mehrfarbig “zaubern”, auch alle tagtaegllich im Haushalt anfallenden Naeharbeiten sind schnell, sauber und genau ausführbar, wie vor- und riickwaertsnaehen, sticken, stopfen, flicken, saeumen, Knopfloecher machen, Knoepfe ann.aehen, Trikot mit der unzerreissbaren, dehnbaren Bogennaht oder Biesen (mit zwei Nadeln) naehen und dergleichen mehr. Die für die Herstellung der manigfaltigsten Zierstiche und Kombinationen erforderlichen 19 Zierstichschablonen sind so in der Maschine eingebaut, dass jeder Fachhaendler sie binnen weniger Minuten durch ein neues Schablonenpaket auswechseln kann, wenn in ein paar Jahren die Mode andere Zierstiche diktieren oder man sich an den bestehenden Moeglichkeiten übergesehen haben sollte. Bei dem Arbeiten mit der Gritzner-Zauber-Automatic verbindet sich als eigener Geschmack mit der Ziertichskala und der einzigartigen Drehknopfskala zu einem Chic mit eigener persoenlicher Note, wobei man nicht viel lermen muss und auch nichts falsch machen kann. Dem heutigen Chirurgen stehen moderne Hilfsmittel zur Verfügung, um den Menschen von seinem Leiden zu befreien und ihm zu helfen. Operationen, vor denen man vor nicht allzu langer Zeit noch zurückschreckte, und die als unmoeg'lich bezeichnet wurden, gehoeren heute zur afltaeglichen Arbeit der Aerzte. Es ist daher interessant zu wissen, mit welchen Hilfsmitteln der Operateur arbeitet, um zu erkennen, dass man sich beim heutigen Stand der Technik unbesorgt einer notwendig werdenden Operation unterziehen kann. Eine wessentliche Voraussetzung für die Arbeit im Oper.ationssaal ist die einwandfreie Beleuchtung. Die Entwicklung der Beleuchtung vom Kienspahn zu den modernsten Operationsleuchten umfasst einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren. Aber erst in der Nachkriegszeit wurden die Operationsleuchten zu einer Perfektion entwickelt, von der sich die wenigsten ein Bild machen koennen. Die modernen Operationsleuchten werfen ein gebündeltes Licht, das fast schattenfrei ist, auf die Operationsstelle. Je nach Bedarf kann die Helligkeit so eingestellt werden, dass sie die Luxzahl der Natursonne übertrifft. Waehrend man bei Operationsleuchten aelterer Systeme unter der ausserordentlich starken Hitzeeinwirkung zu leiden hatte, sind die modernen Operationsleuchten mit Spezialfilterscheiben versehen, die jegliche Hitzeentwicklung unterdrücken. Es gibt Operationsleuchten, die durch Elektromotore ausserhalb des Operationsraumes und des sterilen Bereichs ferngesteuert werden, wodurch eine Gefaehrdung der Asepsis ausgeschlossen ist Darüber hinaus hat man die Möglichkeit, in die Leuchten eine Kamera einzubauen, so dass von den einzelnen Operationsphasen Bilder gemacht werden koennen. Eine der neuesten Errungenschaften ist eine in die Operationsleuchte eingebaute Filmkamera für Schwarz-Weiss- und Farbaufnahmen. Die hiermit “geschossenen” Filme spielen gerade auf aerztlichen Kongressen sowie an Universitaeten eine ausserordentlich grosse Rolle. Eine Umwaelzung auf dem Gebiete des klinischen Praktikums bedeuten die Fortschritte, Fernsehkameras in die Leuchte einzubauen, so dass die Bilder auch in vom Operationssaal abseits liegenden Saelen übertragen werden und Aerzte und Studenten den Ablauf und jede Phase der Operation ausserhalb des Op.-Raumes auf der Projektions-Leinwand oder an Direktsicht- Empfaengern genau beobachten koennen. Wahrend der Operation kann der Chirurg über eine Gegensprech- Anlage Erlaeuterungen geben und das übertragene Bild zur besseren Verstaendlichkeit durch Worte untermalen. Die hierdurch gewonnenen Erfahrungen koennen schon bei der naechsten Operation in die Praxis umgesetzt werden. Wissenschaft und Technik arbeiten also zusammen, um unser Leben zu schützen und das Ergebnis ist heute so, dass man sich vor einer Operation nicht zu fürchten braucht. DIE SONNE WIRD HEISSER Ozeane kommen zum Kochen Die Voraussage, dass in ferner Zukunft die Winter waermer werden und dass der Tag kommen wird, dass die Wassermassen des Ozeans den Siedepunkt erreichen — glücklicherweise erst in 5 Milliarden Jahren — gründet Fred Hoyle, Universitaetslektor in in Mathematik in Gambridge/Engiand, auf einer Reihe von Berechnungen. Mr. Hoyle und seine Kollegen verfolgten mit Hilfe einer elektronischen Rechenanlage, die in den Büros der Atomenergie- Behoerde Grossbritanniens steht, die Entwicklung der Sonne vor etwa 5 Milliarden Jahren, als sie sich aus einer Gaswollke bildete, bis heute und arbeiteten dann weiter an der Erforschung ihrer Entwicklung bis in eine ebenso entfernte Zukunft. Um diese Berechnungen anzustellen, benoetigten die Forscher mit der elektronischen Rechenanlage 4 bis 5 Stunden. Haette ein Mensch die gleichen Berechnungen manuell durchgeführt, dann haette er dazu etwa 30 000 Jahre gebraucht. Diese Berechnungen waeren also ohne diese Maschine offensichtlich niemals durchgeführt worden. Da das interessanteste Ergebnis dieser Untersuchung die Tatsache ist dass die Sonnenhelle steng zugenommen hat und auch in Zukunft weiter zunenmen wird, wirft sie ein neues Licht auf die Behauptung dass unsere Erde sich gerade in der richtigen Entfernung von der Sonne befindet, damit auf ihr Leben existieren kann. Die “richtigei” Entfernung von der Sonne und der Erde haengt also nur von der Zeit ab. TECHNISCHES Ein neu konstruierter schreibender Rechenautomat für die automatische Multiplikation und Division sowie für einfache Addition und ‘Subtraktion besitzt «ine Kapazitaet von 15 Stellen und eine ausserordentliche Rechenge- - schwindigkeit, die z. B. bei der Multiplikation rund 800 Umdrehungen pro Minute erreicht. Dieser Automat ist auch mit einem Speicherwerk ausgerüstet. * Ein neues Büro-Kcpier-Geraet stellt in der Minute drei Kopien her. Bei einfacher Bedienung werden alle Farben und jede Schrift (Druck, Farbstift, Bleistift, Kugelschreiber, Tinte, Schreibmaschine und Stempel) gestochen scharf wiedergegeben. „ Bei . eir.bni neuen Elektronen- Mikroskop für millionenfache Vergroesserung ist das Aufloesungsvermoegen besser als 10 Angstrcem-Einheiten, so dass mit ihm Einzelheiten von einem Millionstel Millimeter Groesse zu erkennen sind. Dieses Uebermikroskop ertaubt Aufnahmen von 1 000 - 200 000 ALLERLEI facher elektronen-optischer Vergrosserung, die auf fotografischem Wege bis 1.000 OOOfach gesteigert werden koennen. Das Mikroskop ermoeglicht Molekul.arstrukturen für das menschliche Auge sichtbar zu machen und wird nicht nur in der Biologie und der medizinischen Wissenschaft, sondern auch in der Industrie ein weites Anwendungsgebiet finden. *** UNIVERSAL-AUTOMAT Auf der Koelner ANUGA (Allgemeine Nahrungs- und Genussmittet- Ausstellung) an der mehr als 1800 Aussteller aus 46 Laendern teilnahmen zeigte die deutsche Automaten-lndustrie einen Vier Sorten-Universal- Automaten, der gleichzeitig Flaschenbier, Milch in Packungen Brühwürstchen und Fruchtsaft abgibt; darüber hinaus zahlt er bei der Rückgabe der Flasche das Pfandgeld zurück. Dabei werden die Würstchen heiss, dass ,Rier aber gekühlt geliefert.

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